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06.07.2026 | (rsn) – Die Dominanz von UAE – Emirates – XRG bei der Tour de France 2026 geht weiter. Vor der 3. Etappe hatte man den Ausreißern gute Chancen eingeräumt, sowohl den Etappensieg einzufahren als auch das Gelbe Trikot zu übernehmen. Das lag vor allem daran, dass es auf der vergleichsweise leichten Pyrenäen-Etappe für die GC-Favoriten keine großen Möglichkeiten gab, viel Zeit auf ihre Konkurrenten zu gewinnen. Trotzdem kontrollierten die Teamkollegen von Tadej Pogacar bei 40 Grad die fast 200 Kilometer. Der Weltmeister vollendete im Sprint diesmal selbst die Vorarbeit seines Teams.
“Ehrlicherweise war es nicht wirklich der Plan, die Etappe zu kontrollieren“, berichtete Adam Yates, Pogacars Berghelfer, im Ziel. “Aber die Gruppe war superstark mit vielen gefährlichen Jungs. Also dachten wir, es wäre besser, es doch zu tun, anstatt die Kontrolle zu verlieren.“ Die Gefahr spürte jedoch von außen betrachtet nur die Mannschaft aus den Emiraten.
Visma – Lease a Bike, das Team des Gelben Trikots von Jonas Vingegaard, übernahm zwar zunächst die Tempoarbeit – die Gruppe des Tages hatte sich erst spät gelöst. Die Niederländer ließen den Ausreißern jedoch einen Vorsprung von über zwei Minuten, wodurch Alex Baudin (EF Education – EasyPost) lange als virtueller Gesamtführender unterwegs war. Der Franzose war der einzige Fahrer der Fluchtgruppe, der vor der Etappe annähernd eine Minute Rückstand auf Vingegaard hatte.
Neben Baudin waren nur noch Abel Balderstone (+3:10/Caja Rural – Seguros RGA) und Harold Tejada (+3:37/XDS – Astana) als wirkliche GC-Fahrer anzusehen. “Ich denke, wenn die Gruppe anders besetzt gewesen wäre, hätten wir sie auch ziehen lassen“, erklärte Yates. “Aber mit den starken Jungs dort ist das immer eine Gefahr.“ Möglicherweise wollte die Mannschaft eine Wiederholung der 11. Etappe der Tour de France 2025 vermeiden. Damals schafften es gleich mehrere potenziell gefährliche GC-Fahrer in die Gruppe des Tages. Pogacar verlor die Gesamtführung knapp an Ben Healy (EF Education – EasyPost), der einige Tage im Gelben Trikot fahren durfte.
Der Etappensieger erwähnte im Siegerinterview nichts davon, ob er die Ausreißer als gefährlich einschätzte. Auch Felix Großschartner beschrieb die Taktik anders. “Tadej hat gesagt, dass er sich gut fühlt“, sagte der Österreicher im Ziel. “Die Fluchtgruppe hat nicht wirklich gut zusammengearbeitet, glaube ich. Deshalb konnte Florian Vermeersch die Lücke schnell verkleinern. Daraufhin haben wir uns dann entschieden, mit Tadej auf den Etappensieg zu fahren.“
Was auch immer nun der Grund dafür war, UAE – Emirates – XRG zeigte mal wieder seine Dominanz in den Bergen. Etwa 40 Kilometer vor dem Ziel waren in Großschartner, Yates, Brandon McNulty und Isaac del Toro immer noch vier Helfer an der Seite des Weltmeisters. Am Schlussanstieg konnte dann ein frischer Del Toro den Sprint für Pogacar anziehen. Dabei distanzierte er bereits einige Favoriten wie Remco Evenepoel, Florian Lipowitz (beide Red Bull – Bora – hansgrohe) und Juan Ayuso (Lidl – Trek).
Eine ähnliche Überlegenheit wie 2024, als Pogacar sechs Etappen gewann, und keine schwere Bergetappe an die Gruppe des Tages ging, scheint auch in diesem Jahr möglich. Die Ausreißer für hügeliges Terrain müssen möglicherweise auf die Tagesabschnitte im Zentralmassiv oder die Übergangsetappe in die Vogesen warten, wo das Profil noch etwas leichter ist. Gleichzeitig dürften bei einigen Teams wie EF Education – EasyPost, die ausschließlich auf Etappensiege fahren wollen, die Köpfe rauchen, wie sie diese Ziele auch taktisch erzielen können.