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08.07.2026 | (rsn) – Sein Gelbes Trikot ist Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) erstmal wieder los. 13 Minuten Rückstand kassierten der Slowene und der Rest des Hauptfeldes auf der 4. MInute auf die Ausreißer des Tages, zu denen auch der Norweger Torstein Traeen (Uno-X Mobility). Der ist der neue Mann an der Spitze der Gesamtwertung und geht die nächsten Tage mit rund acht Minuten Vorsprung auf Pogacar an. Das Loch entstand, nachdem der 27-Jährige seine Männer im zweiten Teil des Tages aus der Nachführarbeit abzog beziehungsweise nur noch mit Standgas an der Spitze fuhren ließ.
Für einen “Kannibalen“, zu dem Pogacar gern mal gemacht wird, ist das ein erstaunliches Verhalten – übrigens ebenso wie das Verschenken von Siegen an Teamkollegen. In Foix, wo die 4. Etappe endete, oder vielmehr am Start in Carcassonne, dürfte für dieses Vorgehen aber auch noch ein anderer Punkt entscheidend gewesen sein. Ob durch die einmal mehr auftretende sengende Hitze bei 40 Grad und mehr hervorgerufen oder anders begründet: Pogacar hatte wie viele andere Fahrer auch, mit körperlichen Problemen zu kämpfen. “Als wir gestartet sind, hatte ich Kopfschmerzen“, sagte der Weltmeister umringt von einer Medientraube. “Da dachte ich mir, das wird ein langer Tag.“
Mit reichlich über dem Kopf entleerten Wasserflaschen und Eisbeuteln sei das Problem aber in den Griff zu bekommen gewesen, erklärte er weiter. “Wir haben versucht, uns kühl, cool und ruhig zu halten. Wir haben nicht zu viel Energie auf dem Weg ins Ziel verbraucht. Natürlich braucht man etwas Kraft, wenn man Tempoarbeit leisten muss, weil man das Trikot hat“, sagte er, bezog das aber vor allem auf Nils Politt, Florian Vermeersch und Tim Wellens. Während Politt im flachen Teil den Abstand zunächst lange im Bereich von drei bis vier Minuten hielt, ließen die beiden Belgier in den Bergen die Zügel ein wenig lockerer.
Aber kein Grund zur Panik. Fast einer zur Freude. “Wir sind mit dem Tag zufrieden“, sagte Pogacar, der damit auch implizierte, überhaupt nicht traurig darüber zu sein, das Gelbe Trikot nicht mehr auf seinen Schultern zu spüren. Weniger Arbeit für sein Team. Und er selbst spart sich die Verpflichtungen, die ein Gesamtführender nach einer Etappe zu absolvieren hat: keine Podiumszeremonie, keine Pressekonferenz, mit ein bisschen Glück auch keine Dopingkontrolle.
“Heute habe ich anderthalb Stunden mehr Zeit ohne die Verpflichtungen“, rechnete Pogacar dem britischen Radsportjournalisten Daniel Benson vor. “Das hilft sicherlich bei der Erholung. Aber ich bin es auch schon gewohnt mit dem ganzen Podiums-Zeug. Wir haben ein gutes Protokoll. Und ich habe gute Leute und Hilfe um mich. Das hilft mir, ruhig zu bleiben, auch mit Podium.“ Dennoch, das aus Sportlersicht mitunter lästige Prozedere, gerade bei extremen Wetterbedingungen oder auch in Zielorten, in denen es gute Logistiker erfordert, um mitunter lange Wege zwischen Zielstrich, Teambussen oder der Lokalisation für die Pressekonferenz zu meistern, einmal weglassen zu können, sorgt gewiss nicht schlechte Laune.
Dass Pogacar im Laufe der Tour aber nochmal aufs Podium zurückkehren will, mindestens mal in Paris, steht außer Frage. “Natürlich ist es das Ziel, das Gelbe Trikot irgendwann zurückzuholen“, sagte er. Als Medienprofi lässt er trotzdem die Chance nicht aus, die Konkurrenz stark zu reden. “Aber man weiß nie. Uno-X ist richtig gut und es ist eine ziemlich große Lücke. Wir werden sehen. Wir werden kämpfen. Aber ich glaube, sie können das Gelbe Trikot für eine lange Zeit behalten.“