--> -->
09.07.2026 | (rsn) – Die meiste Zeit konnte Torstein Traeen (Uno-X Mobility) seinen ersten Tag im Maillot Jaune genießen. Allzu stressig verlief diese 5. Etappe der 113. Tour de France schließlich bis zum Beginn der finalen Sprintvorbereitungen am Rande von Pau nicht.
Dann aber wurde es hektisch und auch Traeen gehörte zu denen, die eine heftige Schrecksekunde erlebten: Als es 5,8 Kilometer vor dem Ziel in einer enger werdenden Rechtskurve krachte, ging auch der 30-jährige Norweger zu Boden.
"Ehrlicherweise kann ich nicht viel dazu sagen. Ich bin durch eine schnelle Kurve gefahren. Plötzlich lag ich auf dem Boden", sagte er anschließend auf der täglichen Pressekonferenz des Gesamtführenden und zeigte sich erleichtert, dass er einen Zeitverlust trotzdem vermeiden konnte: "Glücklicherweise ist der Visma-Zug vorbeigekommen, der mich dann wieder zurück ins Hauptfeld gebracht hat."
Wie Traeen so war auch Jonas Vingegaard aufgehalten worden. Da sich der Sturz noch kurz vor der 5.000-Meter-Marke ereignete, drohten Rückstände für alle beteiligten. Zwischenzeitlich wurden Traeen und Co. auch mit 20 Sekunden Rückstand zur Spitze der jagenden Sprinter-Teams geführt – wo übrigens auch seine Uno-X-Teamkollegen Tempo machten für Sören Waerenskjold.
Doch am Ende kamen die Klassementfahrer gemeinsam an, weil in dem lang auseinandergezogenen Feld auf der Zielgeraden keine Lücke von mehr als zwei Sekunden klaffte und bei flachen Ankünften erst bei Drei-Sekunden-Lücken zwischen zwei Fahrern eine neue Zeit für die nächsten Fahrer eingetragen wird.
So kam Traeen, der weiterhin 28 Sekunden vor dem US-Amerikaner Sean Quinn (EF Education – EasyPost), 3:50 Minuten vor Mathias Vacek (Lidl – Trek) und 7:53 vor Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) die Tour anführt, mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davon – oder besser: mit dem abgeschürften Knie. "Es ist nichts Ernstes", erklärte er.
"Es war sehr schön, heute im Gelben Trikot fahren zu dürfen", so Traeen und grinste: "Die Jungs haben mir gesagt, dass ich gut ausschaue darin. Es ist schön, Komplimente zu bekommen." Am Donnerstag darf der Norweger nun den Col du Tourmalet im Gelben Trikot erklimmen. Er wird versuchen, auch das irgendwie zu genießen, gleichzeitig so sehr zu leiden, wie er kann, um trotzdem noch eine gute Figur zu machen.
Auf der Pressekonferenz in Pau wurde er gefragt, ob er glaube, dass sein Vorsprung auf Pogacar von fast acht Minuten reiche, um auch am Donnerstagabend noch in Führung zu liegen. "Ehrlicherweise weiß ich es nicht. Wir müssen schauen, wie schnell sie fahren. Tadej ist Tadej. Wenn er am Tourmalet Vollgas gibt, werde ich vielleicht abgehängt sein. Dann weiß ich natürlich nicht, wie viel Zeit ich verlieren werde", antwortete Traeen, der damit aber wohl tiefstapelte. Denn allzu schlecht klettert er auch nicht, und acht Minuten sind viel.
Gefährlicher als Pogacar dürfte für ihn daher Quinn sein. Dessen Rückstand von nur 28 Sekunden kann schnell aufgeholt sein, wenn es über den Tourmalet und in der Schlusssteigung von Gavarnie-Gèdre zur Sache geht. Doch auch darüber wollte Traeen nicht spekulieren:
"Wir müssen einfach morgen abwarten. Wir hatten bisher noch keine richtigen Berge und langen Kletterabschnitte. Ich weiß nicht, was geschehen wird. Mit der Hitze kann alles passieren. Man kann nur hoffen und sein Bestes geben."