Denk sieht “kein großes Problem“

Red Bull beendet den Zwist zwischen Evenepoel und Lipowitz

Von Kevin Kempf

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Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) redet zu Beginn der 7. Etappe der Tour de France mit Nils Politt (UAE - Emirates - XRG). | Foto: Cor Vos

10.07.2026  |  (rsn) – “Ich habe da gestern im Eifer des Gefechts etwas überreagiert, ich hätte das nicht öffentlich besprechen dürfen“, wäre wohl für Remco Evenepoel die richtige Antwort auf fast alle Fragen gewesen, die heute vor dem Start zum Thema Lipowitz-Kritik auf ihn zurollten. Doch ganz so selbstkritisch zeigte sich der Belgier nicht, als er bei Eurosport zum Interview antrat.

“Letztendlich ist alles in Ordnung. Das Wichtigste war, nicht extrem viel Zeit zu verlieren – wenn man Tadej mal außer Acht lässt. Ich habe geplant, im Finale nicht komplett über mein Limit zu gehen, weil die Abfahrt ziemlich schnell und technisch war. Man musste noch etwas frisch im Kopf sein, um schnell runterzukommen“, laute Evenepoels Antwort. Die Frage von Anders Mielke? “Es ist kein Geheimnis, dass du dich über die Zusammenarbeit in der Gruppe geäußert hast. Kannst du uns etwas über das Debriefing im Team anschließend erzählen?“

Die Antwort passte also nur bedingt zur gestellten Frage, die somit offenblieb, obwohl der Belgier sich auch noch um einen Kommentar zum Finale bemühte. “Es war ziemlich offensichtlich, dass die Gruppe nicht perfekt zusammengearbeitet hat. Wenn alle gut zusammen gearbeitet hätten, hatten wir Jonas noch einholen können. Am Ende hat dann jeder getan, was er konnte. Ich habe probiert, zu Platz drei zu sprinten. Insgesamt sind das Team und ich froh, wie sich der Tag entwickelt hat“, erzählte er. Zumindest den letzten Satz darf man aber wohl ob des Mediensturms bezweifeln.

Auch in seiner nächsten Replik wurde der Doppel-Olympiasieger nicht deutlicher. “Jeder hat seine eigenen Stärken. Die will man ausspielen“, sagte Evenepoel. “Wenn die Attacke kommt, fahren wir beide so schnell wie möglich zur Spitze und auch wieder runter und dann zum Ziel“, fügte er an. “Über alles wurde gesprochen. Alles wurde gesagt. Die Vergangenheit liegt in der Vergangenheit. Wir müssen jetzt nur noch nach vorn gucken“, berichtete er weiter.

Lipowitz ist “happy mit der Situation“

Etwas konkreter wurde Florian Lipowitz gegenüber Eurosport. “Wir haben gestern im Bus miteinander geredet. Ich glaube, es ist geklärt“, berichtete er. Teamchef Ralph Denk schlug im RBB Podcast in die gleiche Kerbe: “Sie haben sich zusammen hingesetzt und gelacht. Die ganze Angelegenheit wird zurzeit ziemlich aufgebauscht“, befand er und spielte den Zwischenfall herunter: “Da gab es eine Sprachbarriere und es war nach einer 180 Kilometer langen Bergetappe. Das war alles kein großes Problem.“

Auch Lipowitz betonte die gute Atmosphäre nach der Kollegenschelte im Red-Bull-Lager. “Am Ende war es ein superharter Tag und wir können zufrieden sein mit der Performance. Ich glaube, die Stimmung ist gut und jeder ist froh, dass wir heute hoffentlich einen ruhigeren Tag haben. Ich würde da jetzt nicht so viel Wert drauf legen“, meinte er mit Blick auf die auf ihn gerichtete Kritik.

Ob eine Doppelspitze überhaupt funktionieren könne, wurde der Deutsche außerdem gefragt. “Definitiv!“, antwortete der 25-Jährige. “Am Ende sind wir noch immer am Anfang von der Tour. Die Alpen und so weiter kommen alle noch. Deshalb kann das definitiv funktionieren“, erklärte er. “Am Ende ist es noch lang und man muss sturzfrei und gesund durchkommen. Ich glaube, da kann man einfach den Druck von den Fahrern nehmen und ich bin ganz happy mit der Situation.“

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