Verschiedene Ansätze machen Kampf um Grün spannend

Pedersen will und muss in Ussel an Foix anknüpfen

Von Felix Mattis

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Mads Pedersen (Lidl - Trek) im Grünen Trikot auf dem Podium von Bergerac. | Foto: Cor Vos

12.07.2026  |  (rsn) – Durch die beiden flachen Sprintetappen von Bordeaux und Bergerac ist es auch im Kampf ums Grüne Trikot bei dieser 113. Tour de France (2.UWT) eng geworden: Topfavorit Mads Pedersen (Lidl – Trek) hat mit 228 Punkten nun nur noch 15 Zähler Vorsprung auf Doppelsieger Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) sowie 25 auf Biniam Girmay (NSN). Auch Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech / 175) und Max Kanter (XDS – Astana / 172) muss man weiterhin auf der Rechnung haben.

Durch das neue Punktesystem mit 70 Zählern für einen Sieg auf den ganz flachen Teilstücken sind sie alle noch in Reichweite und die reinen Sprint-Asse können an ihren Tagen große Sprünge machen.

Merlier hat Pedersen so zwar noch nicht eingeholt, scheint aber sehr gefährlich werden zu können für den Mann, den viele zu Tourbeginn und vor allem nach dem Sieg auf Etappe 4 in Foix bereits zum Grün-Gewinner erklären wollten. "Sicherlich", antwortete Pedersen am Samstag in Bergerac darauf, ob Merlier sein schärfster Gegner sei.

Am Sonntag allerdings soll sich das Blatt wieder wenden, wenn es nach Pedersen geht. Während seine vier Verfolger neben den Zwischensprints vor allem auf die echten Massensprints setzen, hat der Däne den Vorteil, auf mittelschweren Etappen punkten zu können – oder an Zwischensprints, die erst nach einem Berg kommen, was in diesem Jahr aber im Zuge der Bepunktungsänderung zugunsten der Sprinter und gegen Tadej Pogacar auch weniger oft der Fall ist.

"Für mich ging es heute um Schadensbegrenzung. Ich bin einfach nicht gut genug in solchen Sprints", sagte Pedersen nach seinem zwölften Platz in Bergerac – in Bordeaux war er Neunter, kündigte mit Blick auf Etappe 9 aber an: "Ich hoffe, dass ich morgen maximale Punkte machen kann. Das ist das Hauptziel. Wir wollen die 4. Etappe wiederholen."

Vollgas über die ersten Hügel zum Zwischensprint?

Etappe 4 in Foix gewann Pedersen nach einer konzertierten Offensivaktion seines Teams aus der Spitzengruppe heraus. Das Teilstück am Sonntag führt von Malemort nach Ussel und ist ebenfalls eine jener mittelschweren Etappen, auf denen der Däne sich ein Polster verschaffen muss.

Voraussichtlich dürfte sein Team Lidl – Trek daher von Beginn an für ein schweres Rennen sorgen, um Merlier und Co. möglichst schon an den ersten unkategorisierten Hügeln abzuhängen und dann am Zwischensprint nach 44,9 Kilometern in Beynat bereits 25 Punkte mitnehmen zu können – zumal der auch bergauf führt. Im Etappenziel warten weitere mögliche 30 Zähler für den Tagessieger.

Der Kampf um Grün, er könnte richtig spannend werden bei dieser Tour. Nach dem montäglichen Ruhetag kommt am Dienstag die Zentralmassiv-Etappe nach Le Lioran, wo nur der frühe Zwischensprint für die Punktewertung relevant werden dürfte. Anschließend auf Etappe 11 nach Nevers und Etappe 12 nach Chalon-sur-Saone sind die Sprint-Spezialisten wieder im Vorteil und das Blatt könnte sich erneut wenden.

"Ich hoffe, das ist spannend zum Zuschauen"

Pedersen dagegen dürfte in der zweiten Tourhälfte noch auf Etappe 17 nach Voiron schielen, sowie auf das große Finale in Paris über Montmartre. "Es sind zwei verschiedene Ansätze, aber wir haben das gleiche Ziel. Ich hoffe, das ist spannend zum Zuschauen von daheim aus", meinte Pedersen in Bergerac mit dem Blick auf die kommenden Tage.

Diese Spannung beginnt täglich bereits mit Etappenbeginn. Denn schon jetzt scheint klar, dass die in der Bepunktung aufgewerteten Zwischensprints mit ihrer Lage jeweils sehr früh auf den Etappen eine große Rolle spielen werden.

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