--> -->
14.07.2026 | (rsn) – Auch beim frühen Zwischensprint der 10. Etappe der Tour de France 2026 war Max Kanter (XDS – Astana) wieder ganz vorne dabei. Nachdem sein Team etwa einen Kilometer vor der Wertung die Kontrolle übernommen und seinen Kapitän lanciert hatte, zog Mads Pedersen (Lidl – Trek) im Grünen Trikot wenige Meter vor der Linie noch am Tour-Debütanten vorbei und holte sich 25 Punkte vor Kanter, der sich fünf weniger gutschreiben lassen konnte und im Kampf um die Punktewertung seinen fünften Platz festigte.
“Ich habe so ein bisschen nach hinten geschaut. In dem Moment steckt er noch sein Vorderrad vorbei“, erklärte Kanter im Ziel in Le Lioran die Situation gegenüber RSN. Auf die Frage, ob gegen den Dänen die Kraft gefehlt habe oder er sich kurz vor dem Zielstrich zu sicher gewesen sei, lautete seine Antwort: “Beides!“
Anschließend musste Kanter für seine Anstrengung bezahlen. “Das habe ich danach natürlich gemerkt. Für 15 Kilometer war ich dann erstmal á bloc“, erzählte er. Um das Zeitlimit musste der 28-Jährige sich dennoch keine Sorgen machen. “Ich denke, ich habe den Tag ganz gut rumgebracht.“
Auch diesmal brachte XDS – Astana den gebürtigen Cottbuser vor der Sprintwertung gut in Position. “Wir sind den Berg vorher schnell hochgefahren. Lidl – Trek hat das Tempo hochgehalten, damit wir anderen Sprinter am Limit sind. In der Abfahrt kurz vor dem Sprint konnten wir dann noch einmal Positionen gutmachen. Dann habe ich versucht, von Pedersens Hinterrad loszusprinten“, erklärte Kanter die Taktik seines Teams gegenüber RSN und fügte an: “Für 20 Punkte lohnt sich der Aufwand schon.“
An den nächsten zwei Tagen bieten sich Kanter weitere Chancen, Punkte zu sammeln. “Ich hoffe, wir können wieder so einen guten Job machen wie die vergangenen zwei Tage. Dann schauen wir mal“, blickte er auf die nun anstehenden Flachetappen voraus. “Am Ende wird es nicht einfach. Aber ich denke, wir haben einen guten Leadout und die Beine sind gut.“ Das zeigte auch der Zwischensprint, wo Kanter mit Ausnahme von Pedersen andere Top-Sprinter wie Biniam Girmay (NSN) und Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) locker hinter sich ließ.
In der Punktewertung liegt Kanter nun 101 Zähler deutlich hinter Pedersen. Der zweitplatzierte Girmay ist mit 47 Punkten Vorsprung auf den Deutschen dagegen noch in Reichweite. Sollte Kanter auf den kommenden Flachetappen noch einmal unter die Top 3 fahren und bei den Zwischensprints weiterhin so konstant punkten, ist möglicherweise sogar noch mehr drin.
Ob sein Astana-Team auch am Mittwoch auf den letzten Kilometern von vorne fahren wird, darauf wollte sich Kanter noch nicht festlegen. “Das ist situationsabhängig. Unser Ziel ist es, dass ich aus einer guten Position losfahren kann. Das werden wir beibehalten und dann schauen wir mal“, erklärte er.