Die deutschen KT-Teams bei der Tour of Austria

Brenner als Ausreißerkönig geehrt, Zemke sprintet in die Top Ten

Von Arthur Lenné

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Mauro Brenner (Rembe - rad-net) war bei der Tour of Austria auf vier von fünf Etappen als Ausreißer unterwegs. | Foto: Mario Stiehl

15.07.2026  |  (rsn) – Mit einer beherzten und offensiven Fahrweise präsentierten sich die deutschen Kontinental-Teams bei der 75. Tour of Austria (2.1). Auf den fünf schweren Bergetappen durch die Alpen versteckten sich die heimischen Fahrer nicht vor der starken WorldTour-Konkurrenz und belohnten sich mit Spitzenplatzierungen.

Rembe - rad-net glänzte durch Jermaine Zemke, der sich auf den letzten beiden Teilstücken zwei Top-Ten-Platzierungen im Sprint sicherte, während Mauro Brenner als aktivster Fahrer der gesamten Rundfahrt ausgezeichnet wurde. Auch die Mannschaft von Benotti - Berthold zeigte eine geschlossene Energieleistung: Trotz schwieriger Vorzeichen prägte das Team an den ersten beiden Tagen die Fluchtgruppen und brachte letztlich alle sechs Starter sicher nach Hause.

Brenner sammelt Kilometer an der Spitze, Zemke stark im Finale

Für die Equipe Rembe - rad-net entwickelte sich die Alpen-Tour zu einer wahren Erfolgsgeschichte. Als unermüdlicher Aktivposten erwies sich dabei Mauro Brenner, der auf vier der fünf Etappen den Sprung in die Fluchtgruppe des Tages erzwang. Zwar ließen die hochkarätig besetzten WorldTour-Formationen wie UAE - Emirates - XRG, Netcompany - Ineos und Lidl - Trek den Ausreißern an den Etappenzielen keine Chance, doch als Lohn für seine kilometerlangen Fluchten wurde Brenner am Ende als aktivster Fahrer der Rundfahrt auf dem Podium geehrt.

Für die sportlichen Glanzlichter im Finale sorgte Jermaine Zemke. Auf dem 4. Teilstück behielt der 20-Jährige in einer zehnköpfigen Spitzengruppe die Nerven und sprintete auf einen hervorragenden 5. Platz. Tags darauf stellte er seine Endschnelligkeit erneut unter Beweis und fuhr auf der Schlussetappe auf Rang 10. Das gute Abschneiden rundete Johannes Adamietz ab, der sich im Gesamtklassement als bester Deutscher auf Rang 21 behauptete.

Benotti - Berthold kämpft sich durch schwere Alpen-Etappen

Trotz schwieriger Vorzeichen zog auch das Team Benotti - Berthold ein positives Fazit. "Wir sind etwas gehandicapt gestartet", blickte Teamchef Lars Wackernagel im Gespräch mit RSN auf die Rundfahrt zurück. Vor allem der kletterstarke Leader Patrick Reißig ging angeschlagen ins Rennen. "Er fuhr die ganzen fünf Etappen mit einer Erkältung und kämpfte sich da durch. An der Stelle erst mal Respekt dafür", zollte Wackernagel seinem Kapitän Anerkennung. Umso erfreulicher war es für die Teamleitung, dass die Mannschaft die Rundfahrt geschlossen mit allen sechs Fahrern beendete.

"Eine wirklich gute Woche": Die Mannschaft von Benotti - Berthold zeigte sich bei der Tour of Austria in den Fluchtgruppen aktiv und war mit dem eigenen Auftritt zufrieden. | Foto: Mario Stiehl

Als größte Herausforderung entpuppte sich dabei nicht der zu erwartende Großglockner auf der 2. Etappe, sondern das darauffolgende dritte Teilstück. "Da ging es ziemlich am Anfang direkt richtig einen Berg hoch und es herrschte starke Thermik. Wir hatten alle Hände voll zu tun, dass alle im Sattel blieben", beschrieb Wackernagel die schwere Etappe. Trotz der Strapazen biss sich die Mannschaft durch. Der Lohn war Platz 27 im Endklassement für den geschwächten Reißig.

"Es ist ein Riesenrennen. Alles geht sehr, sehr gut organisiert vonstatten und der Veranstalter hat sich wieder eine Riesenmühe gegeben. Wir hatten wirklich eine echt gute Woche, die wie im Flug verging", lobte Wackernagel die Rundfahrt, ehe es für sein Team nach einer Erholungsphase zum nächsten Bundesliga-Lauf am Nürburgring geht.

Storck - MRW Bau: Sagrado bester Fahrer eines deutschen KT-Teams

Einen starken sportlichen Eindruck hinterließ die Mannschaft Storck - MRW Bau auf den österreichischen Straßen. Der Spanier Alvaro Sagrado glänzte als bester Fahrer eines deutschen Kontinental-Teams in der Gesamtwertung und untermauerte die bisher starke Saison der Equipe. Überschattet wurde der Auftritt allerdings von einem schweren Sturz am dritten Tag: Der österreichische Meister des Vorjahres, Tim Waffler, kam zu Fall und musste die Rundfahrt vorzeitig beenden.

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