Pidcocks “weißer Shit“ ist Kalkmilch

Gouvenou zu Stürzen der 10. Tour-Etappe: “Haben die Fahrer gewarnt“

Von Von Felix Mattis aus Vichy und Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Gouvenou zu Stürzen der 10. Tour-Etappe: “Haben die Fahrer gewarnt“"
Tour-de-France-Streckenchef Thierry Gouvenou | Foto: Cor Vos

15.07.2026  |  (rsn) – Der “weiße Shit“, den Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) auf der 10. Tour-Etappe nach Le Lioran auf der Abfahrt vom Puy Mary (1. Kat.) als Grund für seinen Sturz ausgemacht hatte, ist ein Mittel, das genau das eigentlich verhindern soll.

RSN befragte vor dem Start der 11. Etappe Thierry Gouvenou, den Streckenchef der Tour de France, zu dem Vorfall. “Ich denke, dass die Kalkmilch gemeint ist, die auf den Straßen aufgetragen wird, damit Bitumenschichten nicht durch die Hitze aufweichen und rutschig werden“, erklärte der Franzose. Der weiße Anstrich diene im Wesentlichen dazu, Sonnenlicht im Gegensatz zum schwaren Asphalt zu reflektieren, um so  Hitzeschäden zu vermeiden.

Die Kalkmilch begleitet die Fahrer schon länger auf ihren heißen Tagen durch den Süden Frankreichs, war keinesfalls nur in der Abfahrt vom Puy Mary zu finden. Zudem ist sie auch keine Maßnahme der Tour de France, sondern gehört zur standardmäßigen behördlichen Straßenpflege.

Gouvenou: "Vielleicht hat es mit den Reifen zu tun"

Während Pidcock darin einen seinen Gegner sah, lieferte Gouvenou eine andere mögliche Erklärung für den Unfall. “Ich glaube nicht, dass das das Problem war, sondern eher die Kurve an sich und die Geschwindigkeit. Wir haben die Fahrer vor dieser Kurve gewarnt“, so der 57-Jährige, der seine Begründung noch etwas vertiefte: "Es sind zwei Fahrer aus demselben Team gestürzt. Vielleicht hat es auch etwas mit den Reifen zu tun - ich weiß es nicht." Neben Pidcock war nahezu an gleicher Stelle auch Chris Harper gestürzt. Den Australier hatte es schlimmer erwischt, er trat zur 11. Etappe nicht mehr an.

Gestürzt war auch Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike). Dessen Team benutzt wie Pinarello Reifen von Vittoria. Das könnte zumindest ein Indiz für Gouvenous' Theorie sein. Aus dem Tour-Peloton sind ansonsten noch EF Education – EasyPost und Lotto – Intermarché auf Reifen dieses Herstellers unterwegs. Die Fahrer dieser Teams kamen allerdings problemlos durch die knifflige Kurve.

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