Ein kleiner Seitenhieb des Slowenen?

Pogacar: “Vingegaard fehlt im Vergleich zu 2025 ein bisschen was“

Von Christoph Matt

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Wenig überraschend war die Konkurrenz auch in den Vogesen chancelos gehen den Slowenen. | Foto: Cor Vos

19.07.2026  |  Auch nach seinem 25. Etappensieg bei der Tour de France (2.UWT) zeigte sich Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) in seiner üblichen Art: Er blieb auch bei der x-ten Pressekonferenz höflich, lobte das Team, lobte die Konkurrenz und beschwor, alles sei sehr hart - auch für ihn.

Zwischen der Anerkennung, die er auch seinem Hauptkonkurrenten entgegenbrachte, fand sich bei der PK von Le Markstein überraschenderweise aber auch eine kleine Kritik, man könnte fast sagen, ein Seitenhieb. Auf den Einwurf, dass Jonas Vingegaard auf der 14. Etappe seinen bisher besten Tag dieser Tour gehabt haben könnte, erwiderte er: "Wenn mein Powermeter korrekt ist, waren seine Wattzahlen, als er vorne gefahren ist, sehr gut. Um ehrlich zu sein, glaube ich aber, dass ihm im Vergleich zu letztem Jahr ein bisschen was fehlt", meinte der Slowene.

Vingegaard fuhr im Schlussanstieg lange von vorne und machte dabei einen starken Eindruck. Der Attacke des Gesamtführenden konnte er zwar erneut nicht folgen, war aber lange der erste Verfolger des späteren Siegers. Im Sprint um den zweiten Platz verlor der Däne dann einige Meter und kam mit sechs Sekunden Rückstand auf Isaac de Toro (UAE - Emirates - XRG) und Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) ins Ziel. Als Etappenvierter verpasste er auch die Bonussekunden.

"Vielleicht kann er an den langen Anstiegen, wie L'Alpe d'Huez, noch etwas drauflegen und mich abhängen. Er ist voll da, extrem stark und er weiß das auch. Aber ich glaube, er spürt selbst, dass ihm momentan nur ein kleines bisschen Spritzigkeit fehlt. Es ist nur ein winziger Prozentsatz, der ihm fehlt, um genau auf meinem Niveau zu sein", präzisierte Pogacar die Analyse seines Gegners.

Diese Aussagen könnten natürlich auch Teil einer psychologischen Kriegsführung sein. Bisher scheint der amtierende Weltmeister diese aber gar nicht zu benötigen. Immerhin hat er schon 4:30 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Vingegaard.

Selbstverständlich wird Pogacar aber nicht müde zu betonen, dass die Tour noch lange ist, sich alles noch ändern kann und auch er schon mal verloren hat: "Ich werde ihn für die nächsten Tage definitiv nicht abschreiben. Morgen ist ein gutes Terrain für ihn und L'Alpe d'Huez liegt ihm natürlich auch. 2023 habe ich im Zeitfahren zwei Minuten auf Jonas verloren und am nächsten Tag acht Minuten. Ich denke, es ist ziemlich offensichtlich, dass sich im Radsport an einem einzigen Tag alles komplett ändern kann."

Dass Pogacar zuletzt einen wirklich schlechten Tag hatte und einer Attacke schlicht nicht folgen konnte, ist nun aber schon drei Jahre her, so krass das auch klingt. Dass sich am Ausgang der Tour noch viel ändert, wäre jedenfalls eher eine Überraschung.

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