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21.07.2026 | (rsn) - Der Zweite ist der erste Verlierer! Selten hat man das so deutlich gesehen, wie beim sieggewohnten Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG). Der Mann in Gelb konnte es auf seiner Pressekonferenz in Thonon-les-Bains weder im Gesichtsausdruck noch in seinen Gesten verbergen, wie sehr ihn diese Niederlage im einzigen Einzelzeitfahren der Tour de France 2026 gegen Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurmte.
Endlich, ja endlich wollte er den Olympiasieger und Weltmeister nach drei Niederlagen in Folge (WM 2025 in Kigali, Tour in Caen 2025, und dem Criterium du Dauphine 2025) bezwingen, um auch hier seine Vormachtstellung zu untermauern.
"Tadej hat sich das Zeitfahren extrem rausgesucht. Er war zweimal hier, einmal nach der Tour de Suisse und einmal sogar davor. Also kennt er den Parcours in- und auswendig. Er hat sich das als Ziel rausgesucht", bestätigte Pogacars Zugmaschine Nils Politt, der seinen Einsatz im Einzelzeitfahren nutzte, um für seinen Kapitän noch verdeckte kritische Stellen aufzuspüren.
Alles half nichts! "Ja, klar, ich fahre immer, um zu gewinnen, und heute wollte ich ehrlich gesagt, wirklich das Beste daraus machen und versuchen zu gewinnen. Ich war sehr motiviert, hatte gute Beine, und ja – am Ende des Tages war das meine beste Zeitfahrleistung überhaupt, und das gibt mir für die nächsten Tage noch etwas mehr Feuer, denke ich", sagte Pogacar auf der Pressekonferenz.
Dabei blieb er im Gegensatz zu seinen sonst lockeren Frage- und Antwortspielen sehr ernst, fuhr sich immer wieder mit den Händen übers Gesicht und schaute an die Hallendecke, statt wie normalerweise meist lächelnd und mit dem Schalk in den Augen zu antworten.
"Es war ein guter Tag, aber ich war am Ende des Anstiegs ein bisschen enttäuscht, dass ich 15 Sekunden hinter Remco lag", schilderte er die für ihn nicht erwartete Situation. "Ich dachte mir dann: 'Okay, ich gehe jetzt bis ins Ziel kein unnötiges Risiko ein.'"
Trotzdem wäre es fast gefährlich für ihn geworden. "In einer Kurve, ich glaube dort wo Lipowitz gecrasht ist, standen während des Recons (Streckenbesichtigung, d. Red.) Autos der Rennorganisation. Ich konnte die Kurve nicht so anschauen, wie ich wollte und wäre dann selbst fast gestürzt", schilderte er seinen Schreckmoment, um dann noch mal zu betonen: "Ich wollte heute natürlich gewinnen, aber Remco ist Olympiasieger, Weltmeister, Europameister, alles im Zeitfahren. Chapeau an ihn, das war eine brillante Fahrt."
Sich selbst tröstete Pogacar mit den Worten: "Er (Evenepoel) ist einfach eine Legende im Zeitfahren. Er ist, denke ich, einer der Größten, keine Frage. Und es ist keine Schande, hinter Remco Zweiter zu werden. Am Ende muss ich mit dem Ergebnis zufrieden sein, natürlich wollte ich heute auf den Sieg gehen, aber er war einfach schneller“, gestand er.
Bemerkenswert ist sicher auch für ihn, dass er nun an zwei aufeinanderfolgenden, durch den Ruhetag unterbrochenen, Etappen gegen den gleichen Fahrer verlor, auch wenn die Niederlage letzten Sonntag auf dem Plateau de Solaison ein wenig selbstverschuldet war, weil er seinen Team-Kollegen Isaac Del Toro unterstützte, um dem Mexikaner den Weg aufs Podium in Paris zu ebnen.
Diese Doppelniederlage hat Pogacar nun wohl extra motiviert: "Jetzt kommen die Berge und ich freue mich drauf", gab er eine deutliche Kampfansage in Richtung Evenepoel und den anderen Konkurrenten im Kampf um die Gesamtwertung ab.
Trotz der großen Enttäuschung zeigte Pogacar aber auch Mitgefühl mit dem gestürzten Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe): "Ja, man, das tut mir wirklich leid. Er ist supersolide gefahren, und ich glaube, die dritte Woche hätte ihm richtig gut gelegen. Auch für Bora wäre es schön gewesen, mit zwei Kapitänen spielen zu können. Er ist ein guter Junge, denke ich, sehr fair, und ich bin traurig, dass er die Tour verlassen muss - gerade heute beim Zeitfahren so zu stürzen ist wirklich bitter. Ich hoffe, er kann sich schnell erholen, und wünsche ihm alles Gute!"
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