Visma-Manager sieht Tour-Verlauf beeinflusst

Plugge zu nächtlicher Kontrolle: “Hat unserem Team geschadet“

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Plugge zu nächtlicher Kontrolle: “Hat unserem Team geschadet“"
Richard Plugge (Visma – Lease a Bike) bei der Tour de France | Foto: Cor Vos

28.07.2026  |  (rsn) – In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli gab es bei der Tour de France 2026 nächtliche Dopingkontrollen - und zwar bei den beiden besten Fahrern im Klassement. Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) wurde um 2 Uhr nachts getestet, Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) rund drei Stunden später.

Der Däne stürzte am folgenden Tag schwer und konnte die 15. Etappe nicht beenden. Doch nicht nur deswegen wirbelten die Ereignisse viel Staub auf.

Die für die Tests verantwortliche International Testing Agency (ITA) hatte sich bei französischen Gerichten die Erlaubnis eingeholt, Kontrollen zur Nachtzeit durchführen zu können. Diese wurde zumindest im Fall von Vingegaard und Pogacar erteilt. 

Für Dopingkontrollen mitten in der Nacht muss laut französischem Recht ein Richter feststellen, dass “ernsthafte und konkrete Verdachtsmomente“ dafür vorliegen, wonach die betreffenden Radrennfahrer gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen, ein Verstoß unmittelbar bevorsteht oder das “Risiko eines Beweisverlusts“ besteht.

“Wir sollten die Kontrollen nicht als Beweis für einen Dopingverstoß werten – zumindest nicht bei unserem Team“, meinte nun Richard Plugge, Teamchef von Visma – Lease a Bike, im Gespräch mit der französischen Sportzeitung L’Équipe. “Einerseits hat es keine Bedeutung, andererseits ist es wichtig zu betonen, dass es sich lediglich um einen Test handelte“, stellte er klar.

Das “D-Wort“ ist wieder da

Die nächtliche Kontrolle bei seinem Spitzenfahrer beurteilte der Niederländer ausgesprochen kritisch. “Ich befürworte sämtliche Tests, den gesamten Kampf gegen Doping und den für fairen Wettbewerb. Es ist gut, dass es so viele Kontrollen gibt, aber die Art und Weise, wie dieser Fall gehandhabt wurde, hat dem Image unserer Mannschaft und der Integrität unseres Sports geschadet, da sie das ‘D-Wort‘ wieder ins Gespräch gebracht hat", sagte Plugge.

Der Niederländer brachte sogar den Sturz und die damit einhergehende Aufgabe seines Kapitäns auf der folgenden Etappe mit der nächtlichen Kontrolle in Verbindung: “In ihrem Versuch, die sportliche Integrität zu wahren, haben sie diese durch die unterschiedlichen Methoden und Zeitpunkte für die jeweiligen Fahrer letztlich beeinträchtigt“, sagte Plugge mit Blick auf die Tests und fügte an: “Ich glaube, dass der Rennverlauf dadurch beeinflusst wurde.“

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