“Alle, die um die Wette fahren wollten, nach vorne“

Zimmermann lobt die neue Absprache der GC-Teams

Von Joachim Logisch aus Voiron

Foto zu dem Text "Zimmermann lobt die neue Absprache der GC-Teams"
Wieder ohne Kinnpflaster: Georg Zimmermann (Lotto - Intermarché) auf der 17. Etappe der Tour de France. | Foto: Cor Vos

22.07.2026  |  (rsn) - Es geht nicht nur um immer höher, schneller, weiter und besser! Gerade diese 113. Tour de France (2.UWT) beweist, dass es auch im Profisport echte Verbesserungen gibt, weil die sich sonst bis aufs Äußerste bekämpfende Teams auch sinnvolle Absprachen treffen können. So wie im Verlauf der 17. Etappe von Chambéry nach Voiron.

Jeder wusste, dass die 174 Kilometer zu einer gnadenlosen Jagd ausarten könnten, weil alle Teams, die noch nichts Zählbares aufzuweisen hatten und keine Bergfahrer oder gut platzierte Gesamtwertungsspezialisten in ihren Reihen haben, ihr Glück in der Flucht suchen würden.

So kam es zunächst auch. "Es war ein brutaler Start und dann sind wir die Hälfte vom Rennen hinterhergefahren. Es war ein weiterer Tag, wo du nur von A nach B fährst. Viel Spaß hatte ich heute nicht", schilderte Niklas Märkl (Picnic – PostNL) den harten Beginn des Rennens.

Es hätte so weiter gehen können, wenn sich die Mannschaften mit den Gesamtwertungskandidaten nicht eines Besseren besonnen hätten.

"Es war ein bisschen eine kuriose Etappe, aber so ähnlich habe ich es auch erwartet. Alle sind einfach nur attackieren gefahren, bis die GC-Fahrer gesagt haben, dass es jetzt genug ist und, dass sie einfach die Beine hochnehmen“, schilderte Georg Zimmermann, was etwa 80 Kilometer vor dem Ziel passierte.

Die Aktion entspannte das Geschehen, so Zimmermann: "Dann sind alle, die heute um die Wette fahren wollten, nach vorne und alle, die gemütlich ins Ziel kullern wollten, fuhren hinten. So extrem wie heute habe ich das noch nicht erlebt, Es hat sich die letzten Etappen schon öfter mal abgezeichnet und jetzt ist es mal so aufgegangen."

Absprachen der GC-Teams sorgen für Entspannung

Trotzdem wurde noch sehr schnell gefahren. Schon in den Sprintankünften in diesem Jahr hatte es, wie radsport-news.com berichtete, eine ähnliche Absprache gegeben. Wenn die Zone erreicht ist, wo die Zeit für die Gesamtwertung genommen wird, meist bei drei oder fünf Kilometern vor dem Ziel, lassen sich die Teams der Gesamtwertungskandidaten nach hinten fallen, damit die Sprinter, die vorne um den Tagessieg kämpfen, mehr Platz haben.

Zimmermann: "Ich finde, dass die Sprintetappen, noch nie so entspannt waren, weil sich die GC-Fahrer raushalten. Das ist eigentlich recht angenehm!"

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