Die Stimmen zur 18. Etappe der Tour de France

Seixas: “Hatte leider einfach nicht die Beine“

Von Matthias Seng

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Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM) im Anstieg nach Alpe d´Huez | Foto: Cor Vos

24.07.2026  |  (rsn) – An der ersten der beiden Alpe-d’Huez-Etappen der 113. Tour de France (2.UWT) hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) einen weiteren seiner denkwürdigen Auftritte hingelegt und am Ende des 13,8 Kilometer langen Schlussanstiegs mit den legendären 21 Spitzkehren seinen fünften Etappensieg bei der diesjährigen Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt gefeiert.

Hartnäckigen Widerstand leisteten aber Lenny Martinez (Bahrain Victorious) und Richard Carapaz (EF Education – EasyPost), die als letzte Fahrer der Ausreißergruppe von Pogacar erst eingangs der letzten beiden Kilometer gestellt wurden.

Danach übernahm der Mann im Gelben Trikot die Spitze, um seine beiden Gegner schließlich mit einem trockenen Antritt unter dem Teufelslappen abzuschütteln. Der als Tagesdritter hinter Martinez über den Zielstrich rollende Carapaz konnte sich immerhin damit trösten, dem Dominator dieser Tour das Bergtrikot abgejagt zu haben.

In unserem Sammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 19. Etappe der Tour de France:

Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG / Sieger / Flash-Interview): “Es ist sehr cool, hier oben zu gewinnen, es war eine verrückte Atmosphäre über den ganzen Anstieg hin. Ich muss mich beim gesamten Team bedanken, dass ich es am Ende geschafft habe. Ich bin für meine Teamkollegen gefahren und bin sehr glücklich, heute gewonnen zu haben. Ich habe eine gute Form, schaue von Tag zu Tag. Morgen ist die Königsetappe der Tour und dann hoffe ich auf einen schönen Tag in Paris. Morgen ist der schwerste Tag der Tour. Es sind gute Nachrichten, dass Del Toro Dritter ist. Heute war mein Tag. Morgen werden wir schauen, dass er um das schöne Weiße Trikot und um das Podium kämpfen kann.“

Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / Dritter, Gepunktetes Trikot / Eurosport): “Wir haben gedacht, dass wir einen soliden Vorsprung haben. Es war ein wirklich guter Tag. Ich habe auch im Finale um die Punkte gekämpft. In der Ausreißergruppe haben wir uns im finalen Anstieg nicht wirklich geholfen. Wir wussten, dass auch Pogacar dahinter alles gibt. Wir haben alles versucht, es war am Ende aber nicht genug, um die Etappe zu gewinnen. Ich bin aber sehr glücklich über dieses Trikot, auch wenn es immer noch ein weiter Weg nach Paris ist. Ich war sehr müde, habe aber versucht, Pogacar zu folgen, hatte dann aber nichts mehr in meinen Beinen übrig. Aber das ist okay.“

Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike / Vierter / Eurosport): “Es war eine richtig schöne Etappe. Ich habe mich sehr gut gefühlt. Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut. Eine Bergetappe in der dritten Woche hat immer eine eigene Dynamik. Meine Teamkollegen waren sehr gut, obwohl viele Fahrer mit Teamkollegen in der Gruppe waren. Es war fast so wie in einem Peloton. Ich muss Bruno (Armirail) hervorheben. Er ist wie ein Tier heute gefahren. Ich habe versucht, meinen eigenen Rhythmus zu fahren, weil ich nicht so explosiv bin wie die anderen und bin damit zufrieden.“

Remco Evenepoel (Red Bull - Bora – hansgrohe / Sechster / RSN): “Ohne Motorräder hätte ich vielleicht mehr Zeit herausfahren können. Am Ende muss ich aber zufrieden sein, da ich Zeit herausholen konnte und mein zweiter Platz etwas sicherer ist als zuvor. Wir werden es morgen erneut versuchen, aber wir müssen sehen, wie sich alles anfühlt. Es ist ein schönes Gefühl, etwas mehr Sicherheit auf dem zweiten Platz zu haben.“

Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG / Siebter, Weißes Trikot / Eurosport): “Es ist gut gelaufen. Ich habe es gut gemacht und Pogi (Tadej Pogacar) hat es am Ende sehr gut umgesetzt. Ich denke, dass Pogi und ich uns gegenseitig sehr gut unterstützen. Wir haben sehr hart dafür gearbeitet und werden so weitermachen. Morgen wird es ähnlich wie heute sein, denke ich.““

Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM / Neunter / Eurosport): “Es war ein magischer Moment, wie laut es den ganzen Berg hoch war. Es war unglaublich. Andererseits war es einer der härtesten Tage, die ich je auf einem Rad verspürt habe. Ich hatte unglücklicherweise einfach nicht die Beine. Das Team hat den unglaublichsten Job heute gemacht. Jeder war auf seinem besten Level und hat versucht, alles zu geben. Als nur noch 20 Fahrer übrig waren, war das Team immer noch präsent. Es ist fantastisch, wenn Leute, die über 80 Kilogramm wiegen, am Berg für dich immer noch das Beste geben. Sie hauen einfach alles für das Team raus. Gratulation an meine Teamkollegen. Sie waren extraordinär heute.“

Quinn Simmons (Lidl – Trek / 16. / Eurosport): “Als ich in der Abfahrt war und das Schild mit ‘Fünf-Kilometer bis zum Start des letzten Anstiegs‘ gesehen habe, bin ich etwas emotional geworden. Ich bin bei der Tour de France und beginne nun den Anstieg nach L‘Alpe d’Huez in der Spitzengruppe. Das war sehr besonders. Auch das letzte Mal, als ich hier war, war es schon verrückt, obwohl ich 40 Minuten zurücklag. Jetzt bin ich den berühmtesten Anstieg beim berühmtesten Radrennen der Welt, an der Spitze gefahren. Für einen Fahrer wie mich ist das etwas, das normalerweise nicht passiert. Ich habe den heutigen Tag sehr genossen.“

Enrico Gasparotto (Sportlicher Leiter Bahrain Victorious / RSN): “Wir haben auf einen Etappensieg gehofft, aber wir hatten die Tour de Suisse im Hinterkopf. Da ist Tadej (Pogacar) auf der letzten Etappe am letzten Kilometer zu Lenny hingefahren. Das war heute genauso. Er hat das Hinterrad von ihm heute nicht so schnell losgelassen und das ist ein Fortschritt. Lenny ist noch ein junger Kerl und das ist für mich definitiv ein Schritt vorwärts im Vergleich zur Tour de Suisse.

Jonathan Vaughters (Teamchef EF Education – EasyPost / Eurosport): “Ich habe heute gedacht, dass er (Carapaz) gewinnen kann. Möglicherweise hat er etwas zu viel Energie bei den Bergwertungssprints liegen gelassen. Das ist immer eine schwierige Balance, was wir da hätten tun sollen. Wären wir dieser Strategie gefolgt, hätte er vielleicht noch etwas mehr in sich gehabt. Letztlich war es ein großartiger Tag für das Team und eine großartige Fahrt von Richie. Wir wurden von einem besseren Fahrer geschlagen, bei dem auch noch das halbe Team ausgefallen ist..“

Ralph Denk (Teamchef Red Bull - Bora - hansgrohe): “Es war eine schwere Etappe. Ein Radsportfest hier bei der Tour. Remco hat es aber sehr gut gemacht. Er hatte die richtigen Beine und konnte ein paar Sekunden auf seine Konkurrenten ums Podium herausfahren. Deshalb sind wir mit der Etappe zufrieden. Gegen Pogacar ist einfach kein Kraut gewachsen – das muss man ehrlich sagen und seine Leistung anerkennen. Aber mit dem aktuellen zweiten Platz, zwei Etappen vor Schluss, braucht man sich sicher nicht zu verstecken.“

Matxin Fernandez (Teamchef / UAE – Emirates – XRG / Eurosport): “Pogacar ist ein fantastischer Typ und Champion. Wir haben ein fantastisches Team mit super Spirit. Ich muss mich bei ihnen für den taktischen Kompromiss bedanken. Wir haben immer daran geglaubt, auch Tadej. Er ist ein toller Leader. Wir sind so stolz auf die gesamte Mannschaft, Tadej und Isaac. Es ist ein mystischer Sieg an einem mystischen Ort. Es ist genial, wie sie für ihn gearbeitet haben.“

Jai Hindley (Red Bull – Bora – hansgrohe / ARD): “Er (Evenepoel) ist geflogen. Er hat richtig gute Beine, und wir hoffen, dass er so weiter macht. Ich selbst bin etwas müde, es war ein echt harter Tag. Wir sind am vorletzten Anstieg schon Vollgas gefahren, und ich war schon vor dem Schlussanstieg am Limit. Ich war wirklich hart. Ich habe geholfen, wo ich konnte. Aber dann konnte ich nur noch mein eigenes Tempo fahren.“

Felix Engelhardt (Jayco – AlUla / ARD): “Ich bin mit einer mittelmäßigen Vorbereitung in die Tour gestartet. Ich bin den Giro gefahren, dann krank geworden und eine Zeit lang ausgefallen. Das war jetzt nicht ideal, also keine Höhe oder so, wie man das klassisch kennt, dann musste ich mich erstmal in Form fahren in den letzten zwei Wochen. Ich bin jetzt ungefähr da, wo ich von Anfang an sein wollte. Ich hatte mega Beine, und auch das Team fährt super geschlossen. Wir haben bislang keine Fluchtgruppe verpasst, die wichtig gewesen wäre und unsere Chancen maximiert. Und von daher können wir damit super zufrieden sein.“

Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché / ARD): “Es war extremes Tempo den ganzen Tag. Der Rückenwind hat das Rennen extrem hart für uns gemacht, was ja kurios klingt, aber dadurch hat man viel weniger Windschatten und leidet dann viel mehr auf dem Rad. Und von daher habe ich heute drei Kreuze gemacht, als ich hier über das Zielband gefahren bin. Gegenwind ist das Beste oder Entspannteste für den, der im Windschatten fährt. Seitenwind ist die schlechteste Option. Rückenwind ist so lala, hat aber gereicht, um mir den Tag heute zu verhunzen.“

John Degenkolb (Picnic – PostNL / ARD): “Es ist wirklich … mir fehlen die Worte, ich finde es einfach gigantisch. Und eins ist sicher: Ich bin hier wahrscheinlich im Rennen das letzte Mal hochgefahren, aber ich werde hier wieder mit dabei sein, wenn die Tour mal wieder nach Alpe d’Huez kommt.“

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