Pfälzer erklärt sein Tour-Aus mit Tränen in den Augen

280 Kilometer vor Paris: Ackermann gibt tief enttäuscht auf

Von Felix Mattis aus Bourg d´Oisans

Foto zu dem Text "280 Kilometer vor Paris: Ackermann gibt tief enttäuscht auf"
Pascal Ackermann (Jayco - AlUla) am Mannschaftsbus nach seinem Tour-Aus. | Foto: Felix Mattis

25.07.2026  |  (rsn) – Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) hat die Tour de France 2026 (2.UWT) am vorletzten Tag völlig entkräftet aufgegeben. Der 32-Jährige stieg nach rund 20 Kilometern am Col de la Croix-de-Fer nach der ersten kurzen Zwischenabfahrt vom Rad und kehrte von dort im Teamfahrzeug der ersten Verpflegung zum in Bourg d'Oisans stehenden Mannschaftsbus zurück. Nach einer ersten Dusche kam er mit Tränen in den Augen noch einmal heraus und sprach mit ARD, ZDF und radsport-news.com.

"Meine Beine konnten einfach nicht mehr. Ich war die letzten zwei Tage schon extrem am Limit am Start und bin heute einfach nicht mehr vom Fleck gekommen", erklärte er seinen Ausstieg mit Tränen in den Augen. Lediglich 280 Kilometer vor dem letzten Zielstrich der 113. Frankreich-Rundfahrt auf den Champs-Élysées war seine Tour vorbei – klar, dass das in der Seele weh tat.

"Es ist eine Drei-Wochen-Rundfahrt und man steht jeden Morgen mit Schmerzen in den Beinen auf und hofft, dass es besser wird. Aber das war einfach nicht so. Es war mein großes Ziel, nach Paris zu kommen. Das habe ich nicht geschafft und ich bin ziemlich enttäuscht", so Ackermann.

Der am Bodensee lebende Südpfälzer erzählte außerdem, dass zur Erschöpfung nach der ersten Alpe d'Huez-Etappe am Freitag auch noch ein anderes Problem hinzugekommen sei: Er war im Schlussanstieg der 19. Etappe mit einem Teamfahrzeug kollidiert und habe sich dabei das Knie etwas verdreht, so Ackermann.

"Ich wollte berghoch an einem Team-Materialwagen vorbeifahren, bin am Vorderreifen hängengeblieben und habe mich so quer über die Motorhaube gedreht. Das soll keine Ausrede sein – es sind einfach die Beine leer. Aber das Knie kommt halt auch noch ein bisschen dazu. Es hat einfach nicht gereicht", sagte er.

Brutal ausgetragene Tour 2026: "Jeden Tag Vollgas"

Für die Erschöpfung im gesamten Peloton hätte nicht nur die große Hitze der vergangenen Wochen gesorgt, sondern vor allem auch die Fahrweise, meinte Ackermann: "Jeden Tag Vollgas – man hat ja gesehen, heute auch wieder: Bis die Spitzengruppe steht, das ist für uns Sprinter schwer. Wir fahren die ganze Zeit Bestwerte – ich bin Bestwerte über zehn Minuten, 20 Minuten und eine Stunde hier gefahren. Trotzdem kommst Du jeden Tag im Gruppetto raus. Wenn Du dann irgendwann da nicht mehr dran bist, dann kommst Du auch nicht mehr hin."

Genau so erging es ihm eben nun am Croix-de-Fer. "Ich bin nach der ersten Abfahrt im Croix-de-Fer bin ich noch ein Stück hoch, habe es nochmal versucht. Aber ich konnte das Gruppetto nicht halten und dann habe ich schnell eingesehen, dass es einfach keinen Sinn mehr macht."

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