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01.08.2026 | (rsn) – Vier aus Vier: Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat die 45. Clasica San Sebastian (1.UWT) gewonnen. Damit blieb der Belgier auch bei seiner vierten Teilnahme beim einzigen spanischen WorldTour-Eintagesrennen ungeschlagen und ist nun alleiniger Rekordhalter vor Marino Lejarreta, der dreimal erfolgreich war.
Nach 221 Kilometern rund um San Sebastian schlug der Tour-de-France-Gesamtzweite im Zweiersprint dern Tour-Bergkönig Richard Carapaz (EF Education – Easy Post) deutlich. Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) sicherte sich 29 Sekunden später im Sprint einer 17-köpfigen Verfolgergruppe den letzten Podiumsplatz vor Christian Scaroni (XDS – Astana).
Den fünften Rang holte sich auf seiner Abschiedstournee vor heimischem Publikum Pello Bilbao (Bahrain Victorious). Die Schweizer Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) und Marc Hirschi (Tudor) folgten auf den Plätzen sieben und acht, der Österreicher Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) beendete das Rennen auf Position 18.
“Das war heute der schwerste meiner vier Siege hier“, stöhnte Evenepoel im Ziel-Interview. Der Erfolg in San Sebastian kam tatsächlich nicht von selbst. Rund 50 Kilometer vor dem Ziel musste der 26-Jährige in einem sehr ungünstigen Moment das Rad wechseln. Seine Aufholjagd zur Spitze des Rennens dauerte 17 Kilometer und führte über den schwersten Anstieg des Tages. “Wir wussten, dass der Erlaitz superschnell kommt. Wir mussten geduldig sein“, konstatierte Evenepoel.
Obwohl er die Verfolgung mit Ausnahme eines kurzen Einsatzes seines Teamkollegen Giulio Pellizzari allein absolvierte, dankte der neue Rekordhalter im Interview seinem Team und ausdrücklich dem Italiener. Maxim Van Gils wartete im ersten Teil des Feldes und spielte später eine große Rolle für den Doppel-Olympiasieger. “Ich musste die Arbeit meiner Teamkollegen vollenden“, befand Evenepoel.
Der Red-Bull-Kapitän fügte an, dass er zwischenzeitlich zwei Minuten zurücklag und den Erlaitz schneller bewältigt habe als das Feld. Diese Eindrücke deckten sich allerdings nicht mit den Einblendungen im Rennen. Demnach nämlich verlor Evenepoel bergauf Zeit, die er bergab mit einer wie schon bei der Tour de France erneut beeindruckenden Vorstellung wieder einfuhr.
Die Entscheidung fiel am letzten Anstieg, an dem Evenepoel dann die Gruppe sprengte. Nur Carapaz konnte ihm folgen und in San Sebastian kam es zum Duell auf der Zielgeraden. “Als ich losgesprintet bin, habe ich schnell gemerkt, dass ich den Sprint gewinnen würde. Damit bin ich sehr glücklich. Ich hatte heute immer noch ein sehr gutes Gefühl“, meinte er nach drei Wochen Tour de France und einer Woche mit Einsätzen bei Krtierien.
Nächstes Ziel ist das Regenbogentrikot
Schon im Zielauslauf nahm sich Evenepoel das nächste große Ziel vor: "Im Moment konzentriere ich mich auf meine Erholung und Ruhe. Danach werde ich wieder in Form kommen und versuchen, Weltmeister zu werden", kündigte er an. Die WM findet diesmal in Montreal/Kanada statt. Das Zeitfahren, in dem Evenepoel als Titelverteidiger antreten wird, wird am 20. September ausgetragen, das Straßenrennen, in dem er seinen zweiten Titelgewinn nach 2022 anpeilt, bildet am 27. September Höhepunkt und Abschluss.
Die nur vier deutschen Profis konnten im Baskenland nicht ins Geschehen eingreifen. Lennart Jasch (Tudor) war bei seinem ersten Eintagesrennen auf WorldTour-Niveau auf Platz 48 der beste.
Der Kampf um die Gruppe des Tages dauerte 24 Kilometer, bevor sich Tim Rex (Visma – Lease a Bike), Inigo Elosegui (Kern Pharma), Adne Holter (Uno-X Mobility), Valentin Ferron (Cofidis), Lorenzo Quartucci (Burgos – Burpellet – BH), Nicolas Alustiza (Euskaltel – Euskadi), Nickolas Zukowsky (Pinarello – Q36.5) und Joan Bou (Caja Rural – Seguros RGA) endlich vom Feld absetzen konnten. Dem Oktett wurden bis zu drei Minuten Vorsprung gegönnt.
Im Sprint zum Jaizkibel reduzierte die Meute ihren Rückstand auf etwas weniger als eine Minute bei noch 70 zu fahrenden Kilometern. Rex und Quartucci lösten sich auf den ersten ansteigenden Metern, während aus dem Feld, wo nun Red Bull – Bora – hansgrohe das Kommando übernommen hatte, Sean Quinn, Michael Leonard (beide EF Education - EasyPoWenig später bekam dieses Trio Verstärkung von Jay Vine (UAE – Emirates – XRG), Maxim Van Gils (Red Bull – Bora – hansgrohe) und einem Astana-Fahrer, während Rex seinen italienischen Begleiter abstellte.
Das Streckenprofil der Clasica San Sebastian | Foto: Veranstalter
Der Belgier wurde von vier der sechs Verfolger sowie Quartucci kurz vor der Bergwertung eingeholt und so machte sich ein Sextett 20 Sekunden vor den Favoriten auf die Abfahrt, wo Evenepoel das Materialpech ereilte. Er musste das Rad wechseln und kam mit Rückstand zum Erlaitz (1.Kat.).
Lidl – Trek bestimmte nun das Tempo. Im schwersten Anstieg des Tages wurden die Ausreißer schnell gestellt. Louis Barré (Visma – Lease a Bike) und Paul Double (Jayco – AlUla) lösten sich von ihren noch rund 30 Konkurrenten. Unter Führung von Giulio Ciccone (Lidl – Trek) kamen acht von ihnen kurz vor der Bergwertung zurück zur Spitze. Ciccone, Barré, Matteo Jorgenson (beide Visma - Lease a Bike), Van Gils, Carapaz, Double, Gall, Leo Bisiaux (beide Decathlon - CMA CGM), Mathys Rondel (Tudor) und Enric Mas (Movistar) waren nun die Spitzenreiter, die aber nicht ideal zusammenarbeiteten.
Am steilsten Stück des letzten Berges des Tages griff Evenepoel an. Zunächst passierte nicht viel, dann riss es hinter Carapaz und Barré. Kurz danach musste auch der Franzose passen. Die Kuppe passierte Evenepoel vor Carapaz, der Vorsprung auf Ciccone betrug dort zehn Sekunden. Der Italiener bekam in der Abfahrt Unterstützung von Barré, doch die beiden Ausreißer bauten ihren Vorsprung weiter aus.
Carapaz führte bis zum letzten Kilometer mit und übernahm sogar 500 Meter vor dem Ziel nochmals die erste Position. Während das Verfolgerquartett eingeholt wurde, machte Evenepoel mit seinem Gegner im Sprint kurzen Prozess. Bei den Verfolgern war Tulett der Schnellste.
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