Hrinkow – Advarics forderte Vorarlberg am Schlusstag

Hofbauer und Huys gewinnen österreichische Radliga

Von Judith Krahl

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Viel besser geht nicht: Vorarlberg holte sich den Tagessieg und Gesamtsieg im Einzel und Team der österreichischen Männer-Radliga 2026. | Foto: Reinhard Eisenbauer

15.09.2026  |  (rsn) - Mit dem achten Saisonrennen in Königswiesen ist die österreichische Radliga 2026 zu Ende gegangen. Während Tabea Huys (Tirol Women) bei den Frauen ihren bereits vor dem Finale feststehenden Gesamtsieg mit einem weiteren Soloerfolg unterstrich, setzte sich bei den Männern Philipp Hofbauer (Vorarlberg) durch. 

Sein Teamkollege Colin Stüssi gewann das Abschlussrennen vor Richard Riska (Hrinkow – Advarics) und Jonas Holzknecht (Tirol – KTM). Damit brachte Vorarlberg auch die Mannschaftswertung unter Dach und Fach.

Huys hatte die Frauen-Radliga über die gesamte Saison hin geprägt und durfte sich  auch über den Gewinn der U23-Wertung freuen. Hinter der Tirolerin belegte Teamkollegin Belinda Holzer den zweiten Platz, Nadja Heigl (Cookina ARBÖ ASKÖ Graz) wurde Dritte. Die Teamwertung ging an Tirol Women.

Deutlich spannender war die Ausgangslage bei den Männern. Vorarlberg musste sich beim Finale noch einmal gegen die Angriffe von Hrinkow – Advarics behaupten. Die oberösterreichische Mannschaft versuchte früh, das Rennen offensiv zu gestalten und damit sowohl die Einzel- als auch die Teamwertung noch einmal anzugreifen. Die Vorarlberger ließen sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen.

Vorarlberg bringt beide Wertungen ins Ziel

"Wir sind dem erstmal gefolgt und haben hinten drauf gesessen. Mal hatten wir die Überzahl in der Spitzengruppe, mal Hrinkow. Am Ende haben es wirklich die schnellsten Leute entschieden“, fasste Vorarlbergs Sportlicher Leiter Paul Renger das Finale gegenüber RSN zusammen.

Im entscheidenden Moment schloss Stüssi noch zu den beiden Spitzenreitern Riska und Holzknecht auf und setzte sich schließlich im Sprint durch. Gleichzeitig behielt Hofbauer seinen größten Konkurrenten Riccardo Zoidl im Blick und verteidigte damit seine Führung in der Gesamtwertung. Tobias Nolde komplettierte als Dritter das starke Ligaergebnis für Vorarlberg.

"Unsere Ziele für die Radliga haben wir alle erfüllt und da sind wir richtig glücklich darüber“, freute sich Renger.

Hrinkow mit U23-Gesamtsieg und drei Fahrern in den Top Fünf

Auch wenn es für Hrinkow – Advarics nicht mehr zum Sprung an die Spitze der beiden Hauptwertungen reichte, beendete das Team die Saison mit einer starken Bilanz. Zoidl wurde Zweiter der Gesamtwertung, während Valentin Poschacher als Gesamtvierter die U23-Wertung für sich entschied. Mit Riska auf Rang zwei des Abschlussrennens setzte die Mannschaft zudem noch einmal ein Ausrufezeichen.

Teamchef Dominik Hrinkow rückte deshalb vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit über die gesamte Saison hin in den Vordergrund: "Wir haben zum Ligaabschluss noch einmal gezeigt, dass wir als Mannschaft ganz vorne mitfahren können. Drei Fahrer unter den Top fünf der Gesamtwertung, der U23-Gesamtsieg und Platz zwei in der Teamwertung sprechen für die Konstanz unserer Mannschaft. Das ist ein starker Abschluss einer langen und intensiven Saison.“

Die Ersten der Gesamtwertung: Philipp Hofbauer bei den Elite Männern, Tabea Huys bei den U23- und Elite Frauen sowie Valentin Poschacher als Nachwuchssieger der Männer. | Foto: Reinhard Eisenbauer

 

Tirol – KTM verabschiedete sich mit einem Podiumsplatz aus der Radliga-Saison. Jonas Holzknecht belegte beim anspruchsvollen Finale Rang drei, während Paul Viehböck nach einem offensiven Rennen als Siebter ins Ziel kam. "Es war auf jeden Fall das anspruchsvollste Radligarennen der Saison. Es war das erwartete Ausscheidungsrennen, extrem hart ausgefahren, ohne Verschnaufpause oder richtige Fluchtgruppe. Insgesamt waren wir super zufrieden, unsere Taktik ging voll auf“, resümierte der Sportliche Leiter Martin Taschler gegenüber RSN.

Felix Rützler, nach einer Krankheit noch nicht wieder bei voller Stärke, übernahm zunächst die Kontrolle auf den fünf kleineren Startrunden und setzte die erste Attacke. "Mann des Tages aus unserer Sicht war Paul Viehböck, der aktivste Fahrer des Tages. Er führte zunächst das Feld an und war im Anschluss in jedem Ausreißversuch vertreten. Am Ende konnte er sich in der Verfolgergruppe festbeißen und kam von Krämpfen geplagt als Siebter ins Ziel“, so Taschler.

Tirol – KTM mit Holzknecht auf dem Podium

Holzknecht hielt sich dagegen zunächst zurück, blieb aber stets in aussichtsreicher Position. In der dritten der fünf größeren Runden forcierte er erstmals gemeinsam mit starken Konkurrenten wie Stüssi und Zoidl das Tempo. Die entscheidende Rennsituation entstand schließlich eine Runde später, als sich Holzknecht gemeinsam mit Riska, Emanuel Zangerle (Vorarlberg) und Jose Maria Garcia (MaxSolar – Raymon) absetzen konnte.

Am letzten Anstieg lösten sich Holzknecht und Riska von ihren Begleitern, ehe Stüssi aus der Verfolgergruppe die Lücke noch schließen konnte. "Mit der Hilfe von Zangerle konnte er erst knapp zwei Kilometer vor Ziel auf die zwei Spitzenfahrer aufschließen und den Bergaufsprint auf den letzten Metern noch gewinnen“, schilderte Taschler das Finale. Für Tirol – KTM blieb mit Holzknechts drittem Platz dennoch ein Spitzenergebnis: "Also für uns ein versöhnlicher Abschluss der Rad-Bundesliga.“

Stürze und Krankheit bremsten Arbö - Kärnten - Feld am See

Weniger nach Plan verlief das Finale für ARBÖ – Kärnten – Feld am See. Das Team ging mit dem Ziel ins Rennen, seine Position in der eng umkämpften Mannschaftswertung gegen WSA und Tirol zu verteidigen. Dafür hatte die Mannschaft mit Zumer, Herheim, Grosz und Rush mehrere ihrer stärksten Fahrer aufgeboten. Doch waren die Voraussetzungen nicht optimal.

Nachdem Grosz aufgrund einer vorausgegangenen Erkrankung das Rennen vorzeitig beenden musste, verschärfte sich die Situation in der Schlussphase weiter. Ola Blikberg Herheim stürzte in einer nassen Abfahrt und schied ebenfalls aus. Damit fehlten dem Team zwei wichtige Fahrer für die Tageswertung.

Jonas Holzknecht (Tirol), Richard Riska (Hrinkow – Advarics) und Colin Stüssi (Vorarlberg) formten das Spitzentrio, welches um den Tagessieg kämpfte. | Foto: Reinhard Eisenbauer

 

"Bis zur vorletzten Runde sah auch alles danach aus, dass wir WSA auf Distanz halten können, bis Ola Blikberg Herheim in der nassen Abfahrt zu Sturz kam und das Rennen ebenfalls vorzeitig beenden musste. So landeten wir am Ende auf Position sechs der Teamwertung“, berichtete David Polzer, Sportlicher Leiter bei Arbö, gegenüber RSN. "Ein Ergebnis, das definitiv hätte besser sein können. Rückblickend können wir aber mit einigen Tagesergebnissen in dieser Radliga-Saison sehr zufrieden sein“, bilanzierte Polzer.

Schwingshandl mit reduziertem Aufgebot

Auch Schwingshandl – Intralogistics konnte beim letzten Ligarennen nicht in der ursprünglich geplanten Besetzung antreten. Ein Teil der Mannschaft war parallel bei der Tour of Romania (2.2) im Einsatz, wo Fabian Steininger mit dem siebten Platz auf der letzten Etappe für ein starkes Ergebnis sorgte.

Weitere personelle Ausfälle sorgten für eine schwierige Ausgangslage in Königswiesen. "Beim Ligafinale hätten wir grundsätzlich mit fünf Fahrern kalkuliert, hatten aber dann nur zwei Elitefahrer am Start, da einige krank waren. Am Ende wurde Filip Lepka 17. im Ligafinale“, erklärte Teamchef Raphael Hammerschmidt.

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