Vuelta: Meeus in Sevilla Zweiter vor Cort

Brennan lernt aus van Aerts Fehler und holt fünften Etappensieg

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Brennan lernt aus van Aerts Fehler und holt fünften Etappensieg"
Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) hat auch die 17. Vuelta-Etappe gewonnen. | Foto: Cor Vos

09.09.2026  |  (rsn) – Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) hat auch die 17. Etappe der Vuelta a Espana (2.UWT) für sich entschieden und damit seinen bereits fünften Tagessieg bei dieser Spanien-Rundfahrt bejubeln können. Der 21-jährige Brite verwies über 185 Kilometer von Dos Hermanas nach Sevilla im Massensprint den Belgier Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf den zweiten Rang.

Dahinter folgte der Däne Magnus Cort (Uno-X Mobility) auf dem dritten Platz vor dem Italiener Alessandro Romele (XDS – Astana) und dem Belgier Steffen De Schuyteneer (Lotto – Intermarché).

"Wir haben es am Morgen besprochen, was Wout 2024 falsch gemacht hatte. Wir wollten sicher sein, dass wir als erste die Linie überqueren, das haben wir geschafft und er war an meiner Seite“, kommentierte Brennan im Ziel-Interview den bereits siebten Vuelta-Etappensieg, den Visma in diesem Jahr feiern konnte. So viele waren der niederländischen Mannschaft bei einer Grand Tour noch nie gelungen.

“Es ist fantastisch, dieses Jahr hier gewinnen zu können“, spielte er auf der Vuelta 2024 an, auf der van Aert in Sevilla hinter Pavel Bittner Zweiter geworden war. Nun sorgte der Grand-Tour-Debütant für eine gelungene Revanche. “Es fühlt sich so an, als hätte ich den einfachsten Job in der Mannschaft. Die Jungs arbeiten so hart und unterstützen mich den ganzen Tag“, lobte Brennan sein aus nur noch sechs Fahrern bestehendes Team, dem im Finale mit Ausnahme von van Aert allerdings etwas die Manpower ausgegangen war.

Meeus: “Wurde von einem schnelleren Fahrer geschlagen“

"Es war wieder ziemlich hektisch. Ich habe heute aber nichts bereuen, ich wurde einfach von einem schnelleren Fahrer geschlagen. Ich war recht schnell unterwegs, dann ist aber Matthew losgefahren und hat einen guten Moment erwischt. Er war dann einfach ein bisschen schneller als ich. Wenn ich so wie heute geschlagen werde und Zweiter bin, kann ich zufrieden sein. Gestern lief es ein wenig enttäuschend“, sagte Meeus im Eurosport-Interview nach seinem bereits vierten Top-3-Ergebnis bei dieser Vuelta, zu dem noch ein vierter Platz auf der gestrigen 16. Etappe kommt.

Auf nunmehr vier Top-5-Ergebnis kommt der 33-jährige Cort, der zum Saisonende seine Karriere beenden wird und dem sein Team zu gerne noch einen siebten Vuelta-Etappensieg bescheren wollte. In fast voller Stärke übernahm Uno-X im Finale das Zepter, um dem Dänischen Meister den Sprint perfekt vorzubereiten.

“Das war wirklich fantastisch, ein Teil davon gewesen zu sein. Die Jungs können echt stolz darauf sein, was sie heute geleistet haben. Ich bin kein purer Massensprinter und damit nicht so schnell wie die anderen Fahrer“, schwärmte Cort gegenüber Eurosport vom Finale, in dem er nur kurzzeitig auf den Sieg hoffen durfte. “Vielleicht auf den ersten 100 Metern, nachdem ich den Sprint eröffnet habe, weil ich keinen gesehen habe. Dann flog Brennan an mir vorbei und auf der Linie noch weitere Fahrer“, so der Routinier, der mit Rang drei schließlich zufrieden war. “Das ist schön und ich hätte es mit Sicherheit nicht ohne mein Team schaffen können.“

Vor dem morgigen Einzelzeitfahren gab es auf den vorderen Positionen der Gesamtwertung keine Veränderungen. Der Spanier Enric Mas (Movistar) behauptete sein Rotes Trikot und liegt unverändert 2:06 Minuten vor Felix Gall (Decathlon – CMA CGM). Weitere vier Sekunden hinter dem Österreicher folgt der Slowene Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf dem dritten Platz.

Brennas Teamkollege Wout van Aert verteidigte die Führung in der Punktewertung. Im Kampf um das Bergtrikot waren wie schon auf der 16. Etappe keine Punkte zu vergeben. So behauptete der Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) sein 29-Punkte-Polster auf van Aert. In der Nachwuchswertung beträgt der Vorsprung des Briten Oscar Onley (Netcompany – Ineos) auf den Slowenen Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) weiterhin eine halbe Minute. Bestes Team bleibt Decathlon – CMA CGM.

So lief die 17. Etappe der Vuelta a Espana:

Noch 149 Profis nahmen die letzte Flachetappe dieser Vuelta in Angriff. Mit von der Partie war auch Lennard Kämna (Lidl – Trek), dem Veranstalter und Fans bei der Einschreibung zum 30. Geburtstag gratuliert hatten. Nach nur zwei Kilometern lösten sich Enzo Paleni (Groupama - FDJ United), Sinuhé Fernandez (Burgos - Burpellet BH) und Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility).

 Kurz darauf ließ sich der Norweger aus der Spitzengruppe zurückfallen, den verbliebenen beiden Ausreißern gewährte das Feld auf überwiegend flachem Terrain und bei erneut großer Hitze schnell einen Vorsprung von rund 4:30 Minuten.

Wieder kontrollierte Visma das Geschehen und reduzierte den Rückstand um zunächst eine Minute, um dann auch wie bereits gestern Unterstützung von Cofidis zu erhalten. Dennoch wuchs danach der Abstand auf mehr als fünf Minuten an. Prompt zogen die Sprinterteams die Zügel wieder an, so dass die Lücke eingangs der letzten 60 Kilometer weniger als zwei Minuten groß war.

Das Streckenprofil der 17.Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter

Danach zog das Red-Bull-Team mit hohem Tempo das Feld in die Länge und führte dann sogar eine kurzzeitige Teilung herbei. Als sich das Geschehen wieder beruhigte, übernahm Visma-Routinier Steven Kruijswijk die Spitze, hinter dem Niederländer versammelte sich fast das komplette EF-Team, ehe sich auch wieder Cofidis vorne mit einklinkte.

Dennoch erreichte das Ausreißerduo den Zwischenprint 23 Kilometer vor dem Ziel mit gut einer Minute Vorsprung auf das Feld, aus dem heraus sich Coquard Rang drei und 15 Punkte vor van Aert (13) sicherte. Die Maximalpunktzahl (20) ging an Fernandez, der eingangs der letzten 15 Kilometer Paleni nicht mehr folgen konnte. Doch auch der Franzose war trotz aller Gegenwehr chancenlos und wurde drei Kilometer vor dem Ziel eingefangen.

Kurz zuvor war Uno-X in fast voller Mannschaftsstärke nach vorn gezogen, van Aert und Brennan hielten sich hinter dem Zug des norwegischen Teams, das auf der langen Zielgeraden Cort lancierte. Der Dänische Meister musste dann aber Brennan, der sein Hinterrad gehalten hatte, und auch noch den stark aufkommenden Meeus an sich vorbeiziehen lassen.

Results powered by Cyclingflash.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

16.09.2026Pogacar: “Schlüsselbein stark, Kopf stark“

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) wird nach seinem bei der Vuelta a Espana erlittenen Schlüsselbeinbruch zwar kein Rennen mehr in dieser Saison bestreiten können – doch seine Gene

14.09.2026Roglic verpasst Vuelta-Rekord und ist trotzdem zufrieden

(rsn) – Seine möglicherweise letzte Chance auf den Rekord konnte Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) nicht nutzen. Der 36-jährige Slowene muss sich bei der Vuelta a Espana 2026 mit dem

14.09.2026“Gute Beine, große Ziele“: Van Aert blickt auf die WM

(rsn) – Die Übergänge waren fließend! Während Wout van Aert mit seinem Teamkollegen von Visma – Lease a Bike gerade die letzten Kilometer der Vuelta a Espana abspulten, wurde beim GP Montreal

14.09.2026Movistar kehrt mit Vuelta-Sieg ins Rampenlicht zurück

(rsn) - Der Gesamtsieg von Enric Mas bei der Vuelta a Espana ist einerseits für ihn selbst ein später, kaum noch für möglich gehaltener Coup. Doch auch für seine traditionsreiche Mannschaft hat d

13.09.2026Johannessen: “Ich habe schon so lange an diese Tür geklopft“

(rsn) – Zum Abschluss der Vuelta a Espana 2026 gab es eine Premiere. Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) holte sich auf der 21. Etappe seinen ersten Tagessieg bei einer Grand Tour vor Alessa

13.09.2026Die Highlight-Videos der Vuelta a Espana

(rsn) – Für Leser und Leserinnen, die lieber schauen statt lesen, bietet radsport-news.com die Highlight-Videos. Die Eurosport-Mitschnitte aller 21 Teilstücke der diesjährigen Vuelta a Espana (2.

13.09.2026Das Strafenregister der Vuelta a Espana / 21. Etappe

(rsn) – Die Liste an potenziellen Vergehen, derer Radprofis, Teammitarbeitende oder andere am Rennen Beteiligte im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden können, ist lang. Genauso lang wie das Reg

13.09.2026Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - 184 Fahrer aus 23 Teams nahmen die Vuelta a Espana 2026 beim Auftaktzeitfahren in Monaco in Angriff. Nicht alle werden das Ziel an der Alhambra in Granada im Süden Spaniens erreichen. Stürz

13.09.2026Mas am Ziel seiner Träume: Spanier erstmals Vuelta-Sieger

(rsn) – Nach drei zweiten Plätzen hat Enric Mas (Movistar) im achten Anlauf erstmals die Spanien-Rundfahrt für sich entschieden. Auf der abschließenden 21. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT)

13.09.2026Vuelta 2027 beginnt in Santiago de Compostela

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

13.09.2026Schlussrunde der 21. Vuelta-Etappe wird neutralisiert ausgetragen

(rsn) – Am Schlusstag der Vuelta a Espana haben die Organisatoren den Forderungen der Teams zumindest teilweise entsprochen. Wie die gewöhnlich gut informierte spanische Sportzeitung AS berichtet,

13.09.2026Auch zum Finale in Granada haben es die Sprinter schwer

(rsn) – Nach den letztjährigen Protesten in Madrid haben die Organisatoren das Vuelta-Finale in den Süden des Landes verletzt. Die 21. Etappe der 81. Spanien-Rundfahrt wird rund um Granada ausgetr

Weitere Radsportnachrichten

30.10.2026Bahrain Victorious und Bianchi gehen künftig getrennte Wege

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

30.10.2026Auch “Wheel Diva“ Meder gelingt der Sprung zu den Profis

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

29.10.2026McNulty hat das Regenbogentrikot - UAE aber eben auch Pogacar

(rsn) – Nach seinem WM-Coup von Montréal wird Brandon McNulty im Regenbogentrikot die Saison 2027 bestreiten. An seiner Rolle bei UAE – Emirates – XRG wird das allerdings nichts ändern, wie s

29.10.2026Seixas mahnt strengere Sicherheitsstandards an

(rsn) – Obwohl er mit seinen gerade mal 20 Jahren zu den jüngsten Profis im Feld gehört, dürfte das Wort von Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) nach dieser Saison besonderen Wert haben. Der Jung

29.10.2026Velo d´Or: Pogacar und Vollering favorisiert

(rsn) - Die französische Sportzeitung L´Équipe hat die Nominierten für die prestigeträchtige Auszeichnung “Vélo d´Or“ bekannt gegeben. Zur Auswahl stehen jeweils zehn Frauen und Männer, wo

29.10.2026Fall Picnic: Sportrechtlerin Olfers mit Untersuchung beauftragt

(rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R

29.10.2026Dempster: “Können 2027 eine Grand Tour gewinnen“

(rsn) – Zak Dempster hat nach seinem ersten Jahr als Sportchef bei Red Bull – Bora – hansgrohe ein positives Fazit gezogen. “Es ist eine Saison, auf die wir stolz sein können, auch wenn es un

29.10.2026“Universell versierter Helfer“: Putz steigt zu Red-Bull-Profis auf

(rsn) – Sebastian Putz zählte in der Saison 2026 zwar noch zum Aufgebot der Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies, rund ein Drittel seiner 58 Renntage absolvierte der Österreicher aber bereits m

28.10.2026Visma entscheidet sich gegen Roglic-Rückkehr

(rsn) – In der vergangenen Woche noch berichtete Wielerflits über eine mögliche Rückkehr von Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) zu Visma – Lease a Bike. Nun aber habe das niederlä

28.10.2026Diese WorldTour-Profis sind für 2027 offiziell noch ohne Vertrag

(rsn) – Zwar haben die meisten WorldTour-Profis bereits Planungssicherheit für die kommende Saison, dennoch ist eine nicht unerhebliche Anzahl von Fahrern aus der ersten Liga des Radsports offiziel

28.10.2026Evenepoel in L.A.: Foto-Shooting mit Strava-Rekord

(rsn) – Nachdem er im Rahmen seines Besuchs beim Radherstellers Specialized bereits die Zeitfahrstrecke der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles abgefahren war, hat Remco Evenepoel (Red Bull – B

28.10.2026Lidl - Trek startet 2027 mit Frauen-Development-Team

(rsn) – Lidl – Trek wird ab der kommenden Saison auch mit einem Frauen-Development-Team im Feld vertreten sein. “Dies markiert ein spannendes neues Kapitel in der Förderung der nächsten Genera

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine