Die Stimmen zum WM-Zeitfahren der Männer

Walscheid: “Es war schwer, den richtigen Rhythmus zu finden“

Von Christoph Matt

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Max Walscheid im WM-Zeitfahren von Montréal | Foto: Cor Vos

20.09.2026  |  (rsn) – Remco Evenepoel ist zum vierten Mal in Serie Zeitfahr-Weltmeister geworden. Der 26-jährige Belgier entschied das Zeitfahren der Männer über 39,2 Kilometer in 44:53 Minuten souverän für sich und verwies den Italiener Filippo Ganna mit 57 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Rang. 

Nach einer starken Vorstellung sicherte sich der 19-jährige Paul Seixas mit 1:13 Minuten Rückstand als erster Franzose überhaupt eine Medaille bei einer Elite-Zeitfahr-WM vor Brandon McNulty und dem nach einem Sturz kurz vor dem Ziel auf Platz fünf zurückgefallenen Jakob Söderqvist. 

Der Freiburger Jasha Sütterlin belegte als bester deutscher Starter nach einer überzeugenden Leistung den 14. Platz (+2:11), während Max Walscheid als 27. (+2:47) hinter den Erwartungen zurückblieb.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zum WM-Zeitfahren der Herren:

Remco Evenepoel (Belgien / Sieger / Flash-Interview): "Es war natürlich das Ziel, hierherzukommen und das vierte Mal in Folge zu gewinnen. Es war eine große Motivation. Ich möchte meinem ganzen Team danken für die Vorbereitung und auch Specialized für das tolle Material, das sie mit mir entwickelt haben. Es war sehr schnell heute und ich war sehr zufrieden mit dem Gefühl, vor allem in den Kurven. Der Kurs war sehr fordernd mit einem technischen Start und Ziel und einem Abschnitt, wo man viel Kraft braucht in der Mitte. Es war eine wunderschöne Erfahrung hier.“

Isaac Del Toro (Mexiko / 6. Platz / Eurosport): "Ich bin sehr zufrieden, denn das ist nicht mein bestes Terrain. Ich bin froh, dass ich mich weiter verbessern konnte. Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich einen weiteren Schritt näher an das Podium gemacht. Was den Parcours angeht, kann ich sehr zufrieden mit meiner Entwicklung sein. Wir wollten nicht zu viel Risiko eingehen. Wir wollten alles unter Kontrolle haben, die Beine waren sehr okay.“

Stefan Küng (Schweiz / 7. Platz / Eurosport): "Ich bin nicht wirklich zufrieden. Ich denke, ich war nicht aggressiv genug. Bei einem Kurs wie diesem musst du vom ersten Meter an da sein. Es ist schwierig, sich dann plötzlich umzustellen. Das Gefühl war, dass ich noch länger hätte fahren können. Das bedeutet, dass ich es mir nicht gut genug eingeteilt habe.“

Jasha Sütterlin (Deutschland / 14. Platz / RSN): "Es war echt nicht der beste Kurs für eine Weltmeisterschaft, muss ich ehrlich sagen. Ich fand den Kurs zu technisch und zu anspruchsvoll. Der Asphalt, aber auch der Belag und die Kurven waren teilweise echt grenzwertig. Das kleine Stück Richtung Altstadt runter auf diesem Kopfsteinpflaster – wenn es hier nass gewesen wäre, da wären einige sehr, sehr unzufrieden gewesen. Aber am Ende müssen alle fahren und ich denke, ich habe das ganz gut gepaced, gerade den mittleren und den Schlussteil. Deswegen bin ich relativ zufrieden.“

Max Walscheid (Deutschland / 27. Platz / RSN): "Es war schwer, den richtigen Rhythmus zu finden. In den ersten Kilometern durfte man keine Zeit verlieren und trotzdem nicht überpacen. Auch aus den Kurven raus war es schwierig, eine gute Balance zu finden, bevor es dann auf die langen Vollgas-Stücke ging. Ich fand es richtig krass, wie viele Zuschauer am Anfang an der Strecke waren, das habe ich so ehrlich gesagt gar nicht erwartet. Ich war bis zum Start wirklich in meinem Tunnel. Ich war wirklich in meinem eigenen Tunnel und erst als ich die Startrampe runtergeguckt habe, habe ich gesehen, dass da einige Leute standen. Das war natürlich super schön und motivierend.“

Stefan Bissegger (Schweiz / 28. Platz / RSN): "Am Ende war es ein bisschen zu lang. Ich glaube, die ersten 30 Minuten waren ziemlich gut. Ich habe mich auch noch gut gefühlt und wollte danach aufdrehen, aber dann waren ziemlich schnell die Beine weg. Der Sturz in Polen ist jetzt, ich glaube, sechs Wochen her. Es war ein doppelter Bruch mit vier Muskeln, die gezerrt waren, einer war fast abgerissen. Ich habe das Maximum gegeben, wir wussten aber, dass es ein bisschen schwer wird mit der Vorbereitung. Schlecht war die Performance auch nicht, aber es war halt nicht das, was ich mir erhofft habe.“

Mathias Vacek (Tschechien / 29. Platz / RSN): "Die ganze Strecke war in den technischen Passagen, aber auch in den langen Geraden extrem schwer. Man musste sich wirklich extrem konzentrieren, auch wegen der vielen Schlaglöcher und dem schlechten Asphalt. Zum Schluss hatte ich dann keine Energie mehr. Ich bin nicht ganz zufrieden, aber ich habe alles gegeben. Es ist nicht so ausgegangen, wie ich es wollte. Vielleicht klappt es das nächste Mal.“

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