RSN-Rangliste 2009, Platz 19: Denis Mentschow (Rabobank)

Rosa Giro, rabenschwarze Tour

Von Christoph Adamietz

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Denis Mentschow (Rabobank) beim Giro d´Italia 2009.

Foto: ROTH

19.12.2009  |  (rsn) – Beim Giro d`Italia überragend, bei der Tour de France eine große Enttäuschung: Denis Mentschow (Rabobank) machte in der abgelaufenen Saison alle Höhen und Tiefen eines Rundfahrtspezialisten durch.

Nach einem ordentlichen Saisonauftakt bei der Andalusien-Rundfahrt (Kat. 2.1) stellte Mentschow sein Können erstmals Anfang März bei der Murcia-Rundfahrt (Kat. 2.1) unter Beweis. Bei der fünftägigen Rundfahrt fuhr der Russe an zwei Tagen auf das Podium, übernahm nach der vorletzten Etappe die Gesamtführung und ließ sich diese nicht mehr nehmen. „Ich bin ohne spezielle Vorbereitung bei der Murcia-Rundfahrt angetreten. Meine Form war für mich eine große Unbekannte. Von meiner besten Verfassung bin ich noch ein Stück entfernt. Die möchte ich auch erst beim Giro haben“, sagte Mentschow zu cyclingnews.com.

Mit dem ersten Saisonsieg im Rücken ging es Ende März für den Rabobank-Kapitän zur Castilla y Leon (Kat. 2.1), bei der er als Zweiter der 4. Etappe knapp seinen zweiten Saisonerfolg verpasste. Im Gesamtklassement landete der 31-Jährige auf Platz fünf.

Als letztes Vorbereitungsrennen auf den Giro d`Italia bestritt der zweifache Vuelta-Gesamtsieger die Tour de Romandie und zeigte in der Westschweiz mit dem elften Gesamtrang eine ordentliche Leistung. Beim Giro sah man Mentschow in Bestform. Bereits auf der 5. Etappe nach L`Alpe di Siusi war der Allrounder nicht zu stoppen und holte seinen zweiten Saisonsieg.

Mit seinem Sieg im Zeitfahren der 12. Etappe übernahm Mentschow zudem das Rosa Trikot des Gesamtführenden und verteidigte es bis nach Rom. Im abschließenden Zeitfahren durch die italienische Hauptstadt machte es der Rabobank-Profi allerdings noch einmal spannend. Auf den letzten Metern stürzte er auf nasser Fahrbahn, konnte sich jedoch wieder aufrappeln und rettete seinen Vorsprung ins Ziel. „Ich habe die Ruhe bewahrt, da ich wusste, dass ich genügend Vorsprung hatte. Das war der bisher größte Sieg meiner Karriere“, verriet Mentschow gegenüber diariodenavarra.

Nach dem Giro wollte Mentschow ohne weitere Vorbereitungsrennen auch bei der Tour de France groß auftrumpfen. „Kann ich meine Form halten, dann werde ich auch dort ein Wort um die vorderen Platzierungen mitreden", kündigte er selbstbewusst an.“ Der Plan ging jedoch nicht auf. Vom ersten Tour-Tag an fuhr Mentschow hinterher. Auf keiner Etappe konnte er sich unter den besten Zehn platzieren. In der Endabrechnung stand Platz 51 für den Vorjahresdritten zu Buche. „Schon nach dem Mannschaftszeitfahren auf der 4. Etappe, als wir vier Minuten verloren hatten, wusste ich, dass es bei dieser Tour nichts wird“, wurde Mentschow auf der Rabobank-Homepage zitiert. „Ich habe beim Giro aber auch viel Kraft gelassen“, gab er zu.

Nach der Tour bestritt Mentschow noch die Clasica San Sebastian und den GP Plouay. In die Entscheidung konnte er bei diesen Rennen allerdings nicht eingreifen. So war die Saison des Russen aus Orel bereits Ende August beendet.

Auch in der kommenden Saison wird Denis Mentschow das Rabobank-Team anführen. Seinen Giro-Gesamtsieg will er auf jeden Fall verteidigen. „Ich weiß aber noch nicht ob ich Giro und Tour oder Giro und Vuelta fahren werde", sagte er.

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