“Tückischer und gefährlicher Kurs“

Teams fordern Neutralisierung der Vuelta-Schlussetappe

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Teams fordern Neutralisierung der Vuelta-Schlussetappe"
Die Vuelta-Teams fordern, die Schlussetappe neutralisiert auszutragen. | Foto: Cor Vos

13.09.2026  |  (rsn) – Nach der gestrigen Königsetappe haben zahlreiche Teams die Organisatoren der 81. Vuelta a Espana aufgefordert, das abschließende Teilstück, dessen zweite Hälfte auf einem Rundkurs durch die Innenstadt von Granada ausgetragen werden soll, nicht mehr in die Gesamtwertung eingehen zu lassen. Darüber berichtet der für die spanische Sportzeitung AS berichtende Radsportournalist Dani Miranda.

“Es ist ein tückischer und gefährlicher Kurs durch das Stadtzentrum von Granada. Wir diskutieren darüber, die Zeiten zu neutralisieren, genau wie bei der Tour“, bestätigte Decathlon-Profi Sander De Pestel gegenüber dem belgischen TV-Sender Sporza. Bei der Frankreich-Rundfahrt war die Schlussetappe zunächst verkürzt worden. Während des Rennens teilten die Organisatoren dann mit, dass die Zeiten für die Gesamtwertung 48 Kilometer vor dem Ziel genommen wurden, danach ging es nur noch um den Tagessieg.

Die letzte Etappe der Vuelta 2026 führt über einen Rundkurs in Granada, der einen 2,1 Kilometer langen und 6,6 Prozent steilen Anstieg über Kopfsteinpflaster zur Festung Alhambra beinhaltet. An den insgesamt vier Überquerungen versprechen sich die Organisatoren nochmals Spannung durch Attacken auch der Klassementfahrer.

Für De Pestel birgt der technische und verwinkelte Kurs insgesamt zu viele Risiken. “Wenn jemand 40 Kilometer vor dem Ziel stürzt oder einen Defekt haben sollte, wäre es unmöglich, wieder aufzuschließen“, sagte er und appellierte an die Organisatoren: “Sie sollten wirklich ein wenig an die Fahrer denken – besonders an die Anwärter auf den Gesamtsieg, die drei Wochen lang um jede Sekunde gekämpft haben und nun womöglich wegen eines Reifenschadens zwei Minuten verlieren könnten. Das wäre sehr schade.“

Derzeit deutet jedoch nichts darauf hin, dass die Organisatoren der Aufforderung der Teams nachgeben würden, wie auch De Pestel betonte: “Die Organisatoren wollen keine Neutralisierung der Zeiten.“ Auch Miranda schrieb auf X, dass sowohl die UCI als auch die Organisatoren dagegen seien, im Gespräch sei aber eine Neutralisierung der Schlussrunde.

Der Start ist für Sonntagnachmittag um 16:20 Uhr vorgesehen, die Fahrer werden gegen 19:15 Uhr im Ziel erwartet. RSN berichtet ab 17:15 Uhr im Live-Ticker von der entscheidenden Phase des Rennens.

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