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07.08.2024 | (rsn) – Auch wenn Demi Vollering das Team SD Worx – Protime nach der Saison 2024 wohl verlassen wird, zieht man bei den Niederländerinnen bei der am kommenden Montag beginnenden Tour de France Femmes avec Zwift (12. - 18. August / 2.WWT) nochmal für sie an einem Strang. Die Mannschaft von Sportdirektor Danny Stam will nach 2023 erneut das Gelbe Trikot mit Titelverteidigerin Vollering erobern und ist voll und ganz darauf ausgerichtet. An den flacheren Tagen zu Beginn in der Niederlande aber will man auch mit Lorena Wiebes in den Sprints glänzen.
"Für sie wäre es schön, wenn sie das erste Gelbe Trikot in der Heimat holen könnte und die 1. Etappe gewinnt", erklärte Stam in einer Pressemitteilung seines Teams zur Kadernominierung. "Aber wir werden dann keine Kräfte verschleudern, um es zu verteidigen. Der Gesamtsieg überlagert alles. Also wird auch das Grüne Trikot nicht direkt in unserem Fokus sein. Demi kann darauf zählen, eine Selektion um sich zu wissen, die voll darauf ausgerichtet ist, den zweiten Tour-Sieg in Folge zu holen. Das Hauptziel ist Gelb in L'Alpe d'Huez."
Ohne die Vorjahreszweite Lotte Kopecky, die sich gegen die Kombination aus olympischen Bahn-Wettkämpfen bis Sonntag und einem Start bei der Frankreich-Rundfahrt in Rotterdam am Montag entschieden hat, und auch ohne Marlen Reusser ist das Team SD Worx – Protime in diesem Jahr deutlich geschwächt.
Trotzdem geht Titelverteidigerin Vollering als Top-Favoritin ins Rennen, nachdem sie im Mai bei der Vuelta, der Itzulia Women und der Burgos-Rundfahrt sowie im Juni bei der Tour de Suisse immer wieder deutlich gemacht hat, dass sie auch 2024 weiterhin die klar beste Rundfahrerin im Peloton ist. "Alle Augen werden auf uns gerichtet sein, aber das sind wir inzwischen gewohnt", so Stam. "Letztes Jahr sind wir besonders stark gefahren, aber auch dieses Jahr wollen wir das Rennen bestimmen und hart machen."
Trotz der drei schweren Schlussetappen nach Morteau im Jura sowie nach Le Grand Bornand und L'Alpe d'Huez in den Alpen und der das Gesamtklassement sicher schon vorsortierenden Etappe nach Lüttich, wo über La Redoute, Cote de Forges und Cote de la Roche-aux-Faucons das Finale von Lüttich-Bastogne-Lüttich wartet, ist die Helferriege bei SD Worx – Protime eher auf flacheres Terrain ausgerichtet. Niamh Fisher-Black ist die einzige echte Bergfahrerin an Vollerings Seite, dazu kommen die im olympischen Straßenrennen brillierende Kata Blanka Vas und Europameisterin Mischa Bredewold, die beide auf mittelschwerem Terrain wichtige Arbeit machen werden.
Viele Führungskilometer an der Spitze des Feldes vor den schweren Bergen wird wohl die Luxemburgerin Christine Majerus absolvieren und Wiebes hat mit Barbara Guarischi ihre Anfahrerin für die Sprints in La Haye und Rotterdam auf den Etappen 1 und 2 sowie möglicherweise in Amnéville auf Etappe 5 dabei.
Kapitänin Vollering gehörte im olympischen Straßenrennen in Paris nicht zu den Besten, erklärte das gegenüber cyclingnews.com anschließend aber mit der komplizierten Kombination aus Tour-Vorbereitung und Olympia. Sie sei gerade erst aus dem Höhentrainingslager gekommen, sagte sie. Gleichzeitig sei Paris aber auch ein kleines Risiko und ein Kompromiss mit Blick auf die Tour: "Normalerweise hätte ich letzte Woche noch hartes Training absolviert. Jetzt aber war es weniger, weil man auch hier (bei Olympia, Anm. d. Red.) frisch sein will", sagte sie in Paris.
Der Kampf um den Tour-Sieg, da ist sich Vollering sicher, werde in den Alpen entschieden. "Die letzten zwei Tage sind super-superhart. So etwas haben wir im Frauen-Radsport noch nicht gesehen, ich bin gespannt, was da passiert", meinte sie mit Blick auf die zwei aufeinanderfolgenden Bergankünfte im Hochgebirge, die beide auch vorher schon über schwere Anstiege führen.
Während beim 6,3 Kilometer kurzen Einzelzeitfahren der 3. Etappe am Abend des zweiten Tour-Tages in Rotterdam nur Sekunden verloren werden können, müssen die Bergfahrerinnen aber auch beim Grand Départ schon auf der Hut sein, wenn es an der Küste windig sein sollte. Dafür ist Vollerings Helferriege mit Fahrerinnen wie Majerus oder Bredewold, Guarischi und Wiebes bestens aufgestellt.
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