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28.01.2026 | (rsn) – Am Donnerstag wird Remco Evenepoel im Teamzeitfahren der Trofeo Ses Salines (1.1) auf Mallorca sein erstes Rennen für Red Bull – Bora – hansgrohe bestreiten. Und die Hoffnungen und Erwartungen sind groß. Denn der Belgier soll für den ersten Tour-de-France-Sieg des deutschen Rennstalls sorgen. Wenn nicht dieses Jahr, dann in der Zukunft. “Weil er der Jüngste ist”, wie Teamchef Ralph Denk gegenüber der belgischen Zeitung Het Nieuwsblad mit Blick auf die Gegner erklärte.
Mit seinen seit dem 25. Januar 26 Lenzen hat er tatsächlich eineinhalb Jahre weniger auf dem Buckel als Tadej Pogacar (UAE – Team Emirates – XRG), Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) ist mit 29 Jahren der älteste des Trios. Dass Evenepoel erst seit 2017 überhaupt Rad fährt und deshalb frischer sein könnte, sollte man nicht gelten lassen, da der Doppel-Olympiasieger seinem Körper davor auf höchstem Niveau im Jugendfußball bereits einiges abverlangt hat.
“Pogacar und Vingegaard sind beide älter als er. Man muss sich nur die Geschichte ansehen. Armstrong, Indurain, Merckx: Auch bei den großen Superstars ist es irgendwann vorbei. Plötzlich ist der Tank leer. Dann muss Remco bereit sein“, befand Denk, dessen zweites heißes Eisen im Feuer, Florian Lipowitz, noch mal acht Monate jünger ist als Evenepoel. “Ich weiß: Remco will die Tour gewinnen. Und wir wollen das ebenfalls“, fügte der Raublinger an.
“Ob er im Eins gegen Eins gewinnen kann? Ehrlich, das weiß ich nicht. Ich bin kein Sportwissenschaftler. Das müssen Sie andere Menschen im Team fragen. Was ich weiß, ist, dass diese Menschen felsenfest davon überzeugt sind, dass sie Remco noch besser machen können“, erzählte Denk. Solange bei Pogacar der Tank noch nicht “plötzlich leer“ ist, wird das zumindest am Berg auch nötig sein, denn gegen den Slowenen machte Evenepoel dort 2025 keinen Stich. Der Weltranglistenerste fuhr ihm nach Belieben davon.
Anders sieht es im Kampf gegen die Uhr aus. Da hat Evenepoel dem UAE-Star einige schmerzhafte Niederlagen zugeführt. Bei der WM in Ruanda holte er Pogacar sogar ein, aber auch beim Critérium du Dauphiné und der Tour de France behielt er die Oberhand. Wenn man Prologe und Bergzeitfahren ausklammert, ist Evenepoel in seiner Paradedisziplin seit dem Abschlusszeitfahren der Tour 2024 ungeschlagen.
Doch Denk hofft, mit der Verpflichtung seines neuen Superstars nicht nur auf dessen sportliche Power setzen zu können. Er wünscht sich einen Sagan-Effekt herbei. “Der hat auch viel für uns gewonnen. Aber Peter war vor allem das Gesicht des Teams. Er gab unserer Mannschaft Glaubwürdigkeit. In seinem Windschatten haben viele unserer Jungs sich entwickeln können”, erinnerte sich der Deutsche.
Der Slowake war tatsächlich ein Art Rockstar des Radsports. “Sagan war unser Frontmann. Niemand fragte nach den anderen. Aber die begannen in seinem Schatten zu gewinnen. Darum war Peter damals so eine schlaue Investition. Auf den gleichen Effekt hoffe ich auch mit Remco. Ein Beispiel: Er wird viel Druck von Lipowitz wegnehmen”, verwies Denk auf den Fahrer, der noch etwas jünger als “der Jüngste“ ist.
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