Paris-Nizza: Red Bull auf Rang fünf

Ineos im Teamzeitfahren knapp vor Lidl - Trek, Ayuso in Gelb

Von Sebastian Lindner

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Ineos Grenadiers hat das Teamzeitfahren von Paris-Nizza gewonnen. | Foto: Cor Vos

10.03.2026  |  (rsn) – Es war enger als erwartet, doch am Ende hatten die Favoriten die Nase vorn. Ineos Grenadiers hat das Mannschaftzeitfahren auf der 3. Etappe von Paris-Nizza für sich entschieden – es war das erste Mal seit fünf Jahren, dass die Briten in dieser Disziplin wieder jubeln konnten. Kevin Vauquelin sicherte seinem Team zwei Sekunden Vorsprung auf Juan Ayuso, der für Lidl – Trek die Zeit gestoppt hatte. In der Gesamtwertung ist es genau andersherum. Dort führt der Spanier nun mit zwei Sekunden vor dem Franzosen.

23,5 Kilometer zwischen Cosne-Cours-sur-Loire und Pouilly-sur-Loire entlang des namensgebenden Flusses galt es zu absolvieren. Ein Anstieg zu Beginn des letzten Viertels sorgte für ein paar Höhenmeter, war letztlich aber kaum ausschlaggebend für das Endergebnis, in dem Daan Hoole seine Equipe Decathlon – CMA CGM mit elf Sekunden Rückstand auf Rang drei führte. Auf Rang vier landete Visma – Lease a Bike mit Jonas Vingegaard, 15 Sekunden hinter Ineos. Red Bull – Bora – hansgrohe wurde Fünfter und brachte seine Kapitäne Daniel Felipe Martinez und Aleksandr Vlasov mit 20 Sekunden Rückstand ins Ziel.

In der Gesamtwertung liegt Ineos-Profi Oscar Onley mit drei Sekunden Rückstand auf Ayuso auf Rang drei. Joshua Tarling hatte zuvor seine neuen Teamkollegen Vauquelin und Onley bis auf die Zielgerade gezogen. Dass es letztlich so eng werden würde, war nach der Zwischenzeitnahme noch nicht absehbar. Dort hatte Ineos noch zwölf Sekunden Vorsprung auf Lidl aufzuweisen. Vingegaard ist im Klassement Siebenter mit 17 Sekunden Rückstand, Martinez und Vlasov beschließen die Top 10 mit je 22 Sekunden Rückstand.

Vauquelin sprach nach seinem Rennen “von einem großen Sieg für das Team“ und fügte an: “Wir haben im Winter viel am Zeitfahren gearbeitet.“ Die jüngsten Kämpfe gegen die Uhr – gestern zum Auftakt von Tirreno-Adriatico und zuvor bei der Algarve-Rundfahrt – gingen allesamt an Ineos – und zwar jeweils an Filippo Ganna. Hundertprozentig zufrieden war der französische Neuzugang allerdings nicht: “Ich hätte gerne das Gelbe Trikot übernommen.“ Dass es auf den Schultern von Ayuso sitzt, liegt an den Bonussekunden, die der sich am Vortag bei einem Zwischensprint erarbeitet hatte.

“Wir waren fest davon überzeugt, dass wir gewinnen können, und dann nur um zwei Sekunden zu verlieren, tut weh. Die Jungs hätten den Sieg verdient gehabt“, kommentierte der neue Lidl-Kapitän Ayuso das Ergebnis. Dabei zeigte er sich mit der Vorstellung seines Teams hochzufrieden. “Wir haben eine super Leistung gezeigt. Wir haben hart gearbeitet und gemeinsam für Tage wie heute trainiert. Wir hatten eine richtig gute Strategie und wussten, wie wir unser Tempo optimal einteilen mussten. Ich denke, den letzten Teil haben wir besonders gut gemacht. Ich würde nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, aber ein bisschen traurig. Ich hätte lieber nicht das Trikot, sondern die Etappe gewonnen. Trotzdem freue ich mich riesig, Gelb zu tragen.“

Steinhauser nach starker Leistung bester Deutscher

Weniger rund lief es bei UAE – Emirates – XRG. Brandon McNulty und Marc Soler erreichten das Ziel mit je 36 Sekunden Rückstand mit der nur achtbesten Zeit. In der Gesamtwertung liegen beide mit 39 Sekunden Rückstand gerade noch so in den Top 20. Noch davor rangiert mit 27 Sekunden Rückstand als bester Deutscher auf Platz 14 Georg Steinhauser, der mit EF Education – EasyPost als letztes Team ins Rennen gegangen war und sich mit seinen Mannschaftskollegen achtbar verkaufte und Rang sechs belegte.

Schon morgen dürfte sich das Klassement nochmal stark verändern, wartet doch die erste kleine Bergankunft auf die Fahrer.

So lief die 3. Etappe von Paris-Nizza:

Mit Picnic – PostNL ging um 15:10 Uhr die erste von 22 Mannschaften ins Rennen, im Vier-Minuten-Takt folgten die nächsten Teams. An der Zwischenzeit nach 14 Kilometern lieferten die Niederländer mit 16:22 Minuten einen ersten Wert, der aber kaum als Richtmarke anzusehen war, denn selbst Jayco – AlUla, das mit einem Fahrer weniger unterwegs war, hatte dort schon eine halbe Minute Vorsprung.

28:19 Minuten war die Picnic-Zielzeit. Derweil stellte sich heraus, dass Jayco doch besser unterwegs war als gedacht. Denn UAE war am Messpunkt nur neun Sekunden schneller als die Australier. Auch Visma – Lease a Bike konnte diese Zeit nur um drei weitere Sekunden unterbieten, während Groupama eine neue Bestzeit im Ziel aufstellte.

Die knackten McNulty und Soler für UAE um drei Sekunden. Aber gegen Visma sollte das nicht reichen. 26:55 Minuten war die Endzeit für Vingegaard, Piganzoli und Bruno Armirail, das waren 21 Sekunden Vorsprung auf UAE.

Das Streckenprofil der 3. Etappe von Paris-Nizza | Foto: Veranstalter

 

Dann war es Ivan Romeo für Movistar, der die Zeit zwölf Sekunden nach Visma stoppte und damit zwischenzeitlich auf Rang zwei eincheckte. Doch Decathlon schickte sich da bereits an, das nochmal zu toppen. Denn an der Zwischenzeit war das Team sieben Sekunden schneller als Visma.

Zwar kam Decathlon noch fast vollständig zur Zwischenzeit, so fiel die Equipe danach schnell auseinander. Bei noch rund sechs Minuten Fahrzeit war Daan Hoole plötzlich allein. Doch der Niederländer rettete vier Sekunden auf drei Visma-Profis ins Ziel.

Lidl erreichte in der Folge mit knapp zwei Sekunden Vorsprung und noch komplett die Zwischenzeit. Red Bull kam an diese Zeit nicht heran, hatte zehn Sekunden Rückstand und war damit zwischenzeitlich Vierter. Ineos war noch schneller als Lidl und lag am Zwischenmesspunkt zwölf Sekunden vor Ayuso & Co.

Der Spanier, der bis zur 200-Meter-Marke noch von Mathias Vacek begleitet wurde, unterbot Hooles Decathlon-Zeit um neun Sekunden. Red Bull mit den Kapitänen Martinez und Vlasov landete als vorläufiger Vierter 18 Sekunden hinter Ayuso.

Und auch die letzte Mannschaft auf dem Kurs schlug sich nicht so schlecht. EF Education – EasyPost mit dem Mann in Gelb, Luke Lamperti, kam als viertbestes Team zur Zwischenzeit, noch vor Visma und Red Bull. Das Rennen um den Sieg entschied dann aber doch Ineos für sich. Bei Vauquelin, der auf den letzten Metern noch an seiner “Lokomotive“ Joshua Tarling vorbeigezogen war, stoppte die Uhr zwei Sekunden vor der Lidl-Zeit. EF hingegen konnte das Tempo nicht ganz aufrechterhalten und beendete das Rennen als sechstbeste Mannschaft.

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