43,5 Kilometer-Teilstück bei Paris-Nizza

Nach einer Stunde Rennzeit: Godon gewinnt Kurz-Etappe

Von Guido Scholl und Jan Zesewitz

Foto zu dem Text "Nach einer Stunde Rennzeit: Godon gewinnt Kurz-Etappe"
Dorian Godon (Ineos Grenadiers) holt im Regen den Tagessieg bei Paris-Nizza (2.UWT) | Foto: Cor Vos

14.03.2026  |  (rsn) - Dorian Godon (Ineos Grenadiers) hat die stark verkürzte 7. Etappe von Paris-Nizza (2.UWT) gewonnen. Es ist der erste französische Tagessieg bei der diesjährigen Austragung. Nach nur noch rund 43,5 Kilometern setzte sich Godon nach einem langen Sprint vor Biniam Girmay (NSN) und Cees Bol (Decathlon - CMA CGM) in Isola durch.

Das sogenannte "Rennen zur Sonne" hätte an diesem Tag nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein können. Strömender Regen am geplanten Startort Nizza und Schneefälle in den Bergen sorgten dafür, dass die eigentliche Königsetappe nach rund einer Stunde Rennzeit zu einer Sache der bergfesten Sprinter wurde.

Zweimal hatte die Jury das 7. Teilstück, das eigentlich zur Königsetappe hatte werden sollen, verkürzt. Unterm Strich blieben dann 47,5 Rennkilometer zuzüglich zweieinhalb Kilometer Neutralisation. Die Ankunft oben in Auron war bereits am Vortag gestrichen worden. Stattdessen ging die Etappe in Isola auf einer Höhe von rund 800 Metern zu Ende. Dort erwies sich Godon unter einer rund 40-köpfigen Gruppe als der stärkste Fahrer.

"Ich habe noch nie eine Bergetappe gewonnen", scherzte der Sieger im Interview. "Ich war gestern schon nah dran. Heute hatte ich einen perfekten Lead-out. Wir hatten ja das Zeitfahren schon gewonnen, was ich schon sehr genossen habe. Aber heute selbst zu gewinnen, das bedeutet mir viel." Die Kälte sei nicht allzu schlimm gewesen, da das Rennen nur etwas mehr als eine Stunde gedauert habe. Dennoch sei es etwas schade gewesen, mit Regenjacke sprinten zu müssen und nicht "dieses schöne Trikot" zu präsentieren, sagte der Franzose.

So lief die 7. Etappe von Paris-Nizza

Nur noch 110 Fahrer schrieben sich in Nizza für die Etappe ein. Tim van Dijke (Red Bull - Bora - hansgrohe), Nikias Arndt (Bahrain Victorious), Pascal Eenkhoorn (Soudal - Quick-Step), Max Kanter (XDS - Astana), Petr Kelemen (Tudor), Timo Roosen (Picnic - PostNL), Marijn van den Berg (EF Education - EasyPost), Sven Erik Bystrom (Uno-X Mobility), Aime De Gendt, Frederik Frison (Pinarello - Q36.5), Anthony Turgis (TotalEnergies) und Milan Menten (Lotto – Intermarché) gaben die Fernfahrt also vor dem Start der Etappe auf. In Bussen wurden die verbliebenen Radprofis um 12 Uhr aus Nizza in Richtung des neuen Startpunktes gebracht.

Nach dem scharfen Start, der erst 43,5 Kilometer vor dem neuen Ziel erfolgte, passierte dann erst einmal wenig. Visma – Lease a Bike übernahm die Kontrolle auf dem stetig leicht ansteigenden Kurs. Nach knapp zehn Kilometern probierte es dann der Niederländer Tim Marsman (Alpecin – PremierTech) mit einem Vorstoß. Die Visma-Equipe, im weiteren Rennverlauf vom Team Ineos Grenadiers unterstützt, ließ die Lücke aber nie auf über 40 Sekunden anwachsen.

9,5 Kilometer vor dem Ziel wurde der Solist eingeholt. Kurz darauf probierte es Nicolas Vinokourov (XDS – Astana) noch einmal, er kam aber nie richtig weg und wurde nach 2000 Metern Flucht gestellt. 3,5 Kilometer vor dem Ziel gab es einen Sturz, nachdem in der Neutralisation bereits Lennard Kämna (Lidl – Trek), Nico Denz (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Arthur Kluckers (Tudor) zu Fall gekommen waren. Auch 2000 Meter vor dem Ziel krachte es noch einmal im Pulk, wodurch sich ein Riss ergab. Erneut gehörte Kämna zu den Gestürzten. Ineos führte etwa 40 Mann auf den letzten Kilometer und lancierte den Sprint für Dorian Godon mustergültig. Mit gefrorenem Regenwasser im Schnurrbart konnte der Franzose seinen letztlich überlegenen Etappensieg ausgiebig bejubeln.

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