Schnee, Regen, Stürze

Verkürzte Etappe von Paris-Nizza sorgt für Ärger unter den Profis

Von Christoph Matt

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Nico Denz (Red Bull - Bora - hansgrohe) auf dem Weg zum Start | Foto: Cor Vos

14.03.2026  |  (rsn) - Vermutlich nicht für die Ohren der Zuschauer bestimmt, aber trotzdem unüberhörbar machte Nico Denz (Red Bull - Bora - hansgrohe) seinem sportlichen Leiter Enrico Poitschke im Begleitfahrzeug klar, was er davon hielt, dass die 7. Etappe von Paris-Nizza überhaupt gestartet wurde. Den Denzschen Ärger verstärkte wohl auch, dass der Deutsche zuvor in einen Sturz verwickelt war, bei dem ebenso Lennard Kämna (Lidl - Trek) und Arthur Kluckers (Tudor) zu Fall kamen. Zum Glück zog sich keiner der drei zog größere Blessuren zu.

Nachdem der Vormittag von sintflugartigem Regen bestimmt war, sahen sich die Veranstalter dazu genötigt, die eigentliche Königsetappe drastisch zu kürzen. Nurmehr 47 Kilometer standen auf dem Rennprogramm. Dass an diesem Tag überhaupt gefahren wurde, schmeckte aber offenbar einigen Fahrern im Peloton nicht.

“Man steht morgens auf, ist entschlossen und weiß, dass es regnen wird und dass es eine schwere Etappe werden kann. Wenn dann plötzlich über eine Absage gesprochen wird, verliert man ein wenig die Spannung. Es ist danach schon schwierig, die Radhose anzuziehen und aufs Rad zu steigen, auch wenn die Etappe nicht besonders lang ist”, fasste Alex Zingle (Visma - Lease a bike) seine Stimmung nach dem Rennen zusammen.

Auch sein Teamkollege Jonas Vingegaard, der die Gesamtführung weiterhin komfortabel anführt, zeigte sich im frisch verschneiten Ziel nicht gerade glücklich über den heutigen Renntag: “In so einer Situation wäre es wahrscheinlich besser gewesen, das Ziel etwas früher zu setzen. Das ist eigentlich auch, was wir uns gewünscht hätten. Als Radfahrer gehört Regen zum Job, aber wenn Schnee dazukommt, ist das noch einmal etwas anderes.”

Vingegaard überstand den Tag zwar unbeschadet. Auf den letzten zehn Kilometern kam es jedoch zu zwei Stürzen. Der Däne vermutete, dass die Bedingungen eine Rolle spielten: “Am Ende hat es ein paar Stürze gegeben, vielleicht weil es rutschig war, es sah jedenfalls ziemlich rutschig aus.”

”Nicht schön, wenn unsere Gesundheit auf dem Spiel steht”

Aus Sicht der Veranstalter und der Sponsoren ist es durchaus verständlich, dass eine Etappe ungern abgesagt wird. Für manche Fahrer waren die Bedingungen auch annehmbar, der Weg der Entscheidung sorgte bei Cees Bol (Decathlon - CMA CGM), der Dritter wurde, aber für weiteren Unmut: "Am Ende war es eigentlich ganz okay. Das einzige Problem war der Schnee, der alles etwas heikler machte und sehr gefährlich werden konnte. Es ist natürlich nicht schön, wenn unsere Gesundheit auf dem Spiel steht. Ob wir fahren oder nicht, können am Ende ohnehin nicht wir Fahrer entscheiden, das ist natürlich alles andere als ideal."

Das Rennen zur Sonne machte auch an diesem Tag seinem Namen keine Ehre. Trotz der Stürze und des schlechten Wetters kamen aber alle ins Ziel und keiner musste aufgeben.

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