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14.03.2026 | (rsn) - Nicht für die Ohren der Zuschauer bestimmt, machte Nico Denz (Red Bull - Bora - hansgrohe) seinem Sportlichen Leiter Enrico Poitschke im Begleitfahrzeug neben ihm klar, was er davon hielt, dass die 7. Etappe von Paris-Nizza überhaupt gestartet wurde.
Sein Ärger wurde wohl auch durch einen Sturz verstärkt, in den der Deutsche verwickelt war und bei dem auch Lennard Kämna (Lidl - Trek) und Arthur Kluckers (Tudor) zu Fall kamen. Zum Glück zog sich keiner der drei zog schlimmere Blessuren zu.
Nachdem der Vormittag von sintflugartigem Regen bestimmt war, sahen sich die Veranstalter dazu genötigt, die Königsetappe drastisch zu kürzen. Nurmehr 47 Kilometer standen schließlich nur noch auf dem Rennprogramm. Dass an diesem Tag überhaupt gefahren wurde, schmeckte aber offenbar einigen Fahrern im Peloton nicht.
“Man steht morgens auf, ist entschlossen und weiß, dass es regnen wird und dass es eine schwere Etappe werden kann. Wenn dann plötzlich über eine Absage gesprochen wird, verliert man ein wenig die Spannung. Es ist danach schon schwierig, die Radhose anzuziehen und aufs Rad zu steigen, auch wenn die Etappe nicht besonders lang ist”, fasste Alex Zingle (Visma - Lease a Bike) seine Stimmung nach dem Rennen zusammen.
Auch sein Teamkollege Jonas Vingegaard, der die Gesamtwertung weiterhin komfortabel anführt, zeigte sich im frisch verschneiten Ziel nicht gerade glücklich über die Entscheidung der ASO: “In so einer Situation wäre es wahrscheinlich besser gewesen, das Ziel etwas früher zu setzen. Das ist eigentlich auch, was wir uns gewünscht hätten. Als Radfahrer gehört Regen zum Job, aber wenn Schnee dazukommt, ist das noch einmal etwas anderes.”
Vingegaard überstand den Tag zwar unbeschadet. Auf den letzten zehn Kilometern kam es jedoch zu zwei Stürzen. Der Däne vermutete, dass die Bedingungen eine Rolle gespielt hatten: “Am Ende hat es ein paar Stürze gegeben, vielleicht weil es rutschig war, es sah jedenfalls ziemlich rutschig aus.”
Aus Sicht der Veranstalter und der Sponsoren ist es durchaus verständlich, dass sie eine Rennabsage nur als allerletze Option in Betracht ziehen. Für manche Fahrer waren die Bedingungen auch annehmbar, der Weg der Entscheidungsfindung sorgte beim Etappendritten Cees Bol (Decathlon - CMA CGM) aber für weiteren Unmut: "Am Ende war es eigentlich ganz okay. Das einzige Problem war der Schnee, der alles etwas heikler machte und sehr gefährlich werden konnte. Es ist natürlich nicht schön, wenn unsere Gesundheit auf dem Spiel steht. Ob wir fahren oder nicht, können am Ende ohnehin nicht wir Fahrer entscheiden, das ist natürlich alles andere als ideal."
Das Rennen zur Sonne machte auch an diesem Tag seinem Namen keine Ehre. Trotz der Stürze und des schlechten Wetters kamen aber alle gestarteten Fahrer ins Ziel.