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25.03.2026 | (rsn) – Er war beeindruckend – und am Ende nur der tragische Held des Tages. Als Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) rund 30 Kilometer vor dem Ziel der 3. Etappe der Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) an der Windkante angriff, konnte lediglich Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) mitgehen. Und auch der hatte große Mühe, die kleine Lücke zuzufahren, als der Olympiasieger im Zeitfahren angetreten war. Danach beteiligte sich der Däne kaum an der Führungsarbeit, auf den letzten 10 Kilometern kam er sogar gar nicht mehr in den Wind.
Evenepoel haderte und ärgerte sich. Die Einstellung seines Begleiters änderte das aber nicht. Doch vielleicht war es genau diese Frustration, die eingangs des letzten Kilometers für eine Unachtsamkeit sorgte. Der Belgier lag bei der Einfahrt in einen Kreisverkehr plötzlich am Boden, als er und der Visma-Kapitän sich so langsam über den Sprint Gedanken machen konnten. “Ich weiß nicht, was beim Crash mit Remco passiert ist. Er ist einfach über den Lenker geflogen und ich hoffe, er ist okay. Es sah sehr verrückt aus“, meinte Vingegaard am Eurosport-Mikrofon.
Bis Genaueres deutlich wurde, dauerte es einige Zeit. Evenepoel erreichte das Ziel mit 2:20 Minuten Rückstand und verschwand kommentarlos im Teambus. Einige Zeit später gab er in dessen Tür den zahlreichen Journalisten ein erklärendes Interview. “Ich wollte in den Unterlenker gehen und genau in dem Moment bin ich in ein ziemlich großes Loch gefahren. Ich habe es einfach nicht gesehen. Es war auch nicht wirklich gut erkennbar auf der Straße, keine Markierung oder ähnliches. Deshalb habe ich es übersehen und dabei die Kontrolle über den Lenker verloren.“
Da der Sturz auf den letzten drei Kilometern geschah, bekommt Evenepoel die Zeit des Sieger Dorian Godon (Ineos Grenadiers). Vingegaard hatte nach dem Crash die Beine still gehalten, nachdem er sie zuvor auch fast nur im Windschatten seines Begleiters bewegt hatte. “Ich wollte aus dieser Situation keinen Vorteil ziehen und habe einfach aufs Feld gewartet. Ich hoffe, er ist okay und kann morgen wieder starten“, so der 29-Jährige.
Darüber konnte Evenepoel noch keinen genauen Aufschluss geben. “Ich habe wohl ein paar etwas größere Blessuren. Wir schauen heute Abend und morgen früh, wie der Körper reagiert. Aber wie gesagt, ich stehe noch. Nichts ist gebrochen, das ist schon mal positiv. Meinen Ellenbogen hat es ziemlich erwischt. Wir müssen sehen, was geht und was nicht“, fasste er seine Verletzungen zusammen.
Auch wenn Vingegaard an seinem Sturz offensichtlich keine Mitschuld trug, war Evenepoel noch nicht gut auf den Dänen zu sprechen. “Die Zusammenarbeit war überragend, wirklich überragend“, sagte der Red-Bull-Kapitän. Auch für Ungeübte auf dem Gebiet der Ironie und des Sarkasmus sollte deutlich sein, dass dies nicht so gemeint war, wie es ausgesprochen wurde. Vingegaard äußerte sich seinerseits kurz zu seiner Strategie. “Zeitweise war er nicht so glücklich mit mir, aber so ist der Radsport eben. Wir haben unsere eigene Taktik.” Die war offensichtlich darauf ausgelegt, dem auf dem Papier schnelleren Evenepoel keine Chance auf die Bonussekunden zu ermöglichen.
Beim Bonussprint eingangs der letzten 15 Kilometer aber versuchte Vingegaard nicht Evenepoel die Sekunden streitig zu machen. Der holte sich drei und somit eine mehr als der Däne. Im Klassement liegt er damit als Zweiter elf Sekunden hinter Godon und deren fünf vor Vingegaard, der sich auf Platz vier vorschob.
HUGE DRAMA IN CATALUNYA
— Cycling on TNT Sports (@cyclingontnt) March 25, 2026
Remco Evenepoel crashes metres from the line before Dorian Godon aces his sprint to take a second stage win. pic.twitter.com/Fn3mQoyZCU