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20.04.2026 | (rsn) - Die jüngsten Einsätze der deutschen Kontinental-Teams verliefen sehr unterschiedlich. Run & Race – Solarpur dominierte die Tour of Bosnia and Herzegovina (2.2) und zog entsprechend ein klares Fazit: "Für uns war es insgesamt eine äußerst erfolgreiche Woche und wir sind sehr zufrieden und stolz auf die erzielten Resultate."
MaxSolar - Raymon überzeugte bei der nationalen RBB Tour in Tschechien mit mannschaftlicher Geschlossenheit, während Benotti - Berthold offensiv fuhr und zwischenzeitlich ein Wertungstrikot übernahm. Lotto - Kern-Haus – Outlet Montabaur hingegen musste Rückschläge hinnehmen und stellte selbst fest: "Leider konnten wir an den Erfolg der letzten Wochen nicht anknüpfen."
Das Rennen in Bosnien-Herzegowina war geprägt von einem klaren Plan, den Run & Race – Solarpur konsequent umsetzte. Nicola Schleuniger beschrieb den Ansatz gegenüber RSN umfassend: "Unsere Ambitionen waren von Anfang an klar. Wir wollten das Rennen aktiv gestalten und die wenigen vorhandenen Anstiege gezielt nutzen, um das Rennen schwer und selektiv zu machen. Unser Ziel war es, das Feld früh zu verkleinern und unsere Stärken als Team auszuspielen."
Bereits auf der 1. Etappe zeigte sich, wie effektiv diese Herangehensweise war. Das Feld wurde stark reduziert, und das Team kontrollierte die Situation im Finale. "Gegen Ende des Rennens waren nur noch rund 30 Fahrer in der Spitzengruppe vertreten. Auf den letzten Runden kontrollierten wir gemeinsam das Tempo und hielten das Feld kompakt zusammen. Im Sprint verpasste ich jedoch den Sieg und das Podest nur knapp und belegte am Ende den vierten Platz", so Schleuniger.
Die 2. Etappe entwickelte sich zunächst hektisch, mit zahlreichen Angriffen. Run & Race – Solarpur blieb präsent und verhinderte erfolgreiche Ausreißer: "In der Anfangsphase waren wir aufmerksam und aktiv. Luis Strasser und Basti Dietl deckten konsequent die Ausreißversuche ab und sorgten dafür, dass keine gefährliche Gruppe ohne uns wegkam."
Viel zu feiern: Run & Race – Solarpur jubelte verdient bei der Gesamtsiegerehrung. | Foto: Team
Erst am entscheidenden Anstieg wurde das Rennen wieder selektiv. Durch hohes Tempo von vorne entstand eine Spitzengruppe, in der das Team doppelt vertreten war. "Etwa 25 Kilometer vor dem Ziel erreichten wir den entscheidenden Anstieg, den wir erneut von vorne mit hohem Tempo angingen. Dadurch entstand eine Selektion und Andrin Züger sowie Luca Jenni konnten sich in einer achtköpfigen Spitzengruppe absetzen." Das Resultat: zwei Fahrer unter den Besten und eine starke Ausgangslage für die Gesamtwertung.
Auf der letzten Etappe kam es im Finale zu einem hektischen Sprint, in dem Schleuniger zunächst leer ausging: "Erneut kam ich als Vierter ins Ziel, wurde jedoch im Sprint vom vor mir fahrenden Fahrer in die Absperrungen gedrängt." Nach der Korrektur der Rennjury wurde das Ergebnis jedoch geändert: "Dieser Fahrer wurde im Anschluss korrekterweise zurückversetzt, so dass ich doch noch auf den dritten Platz vorrücken konnte und wir einen verdienten Podestplatz feiern durften."
Die Gesamtwertung unterstreicht die Konstanz von Run & Race: "In der Gesamtwertung belegte Andrin Züger am Ende einen sehr starken vierten Rang. Dahinter folgten Luca Jenni auf Platz acht und ich auf Rang elf", erzählte Schleuniger. Dazu kam der Gewinn der Teamwertung.
Calvin Dik (Benotti-Berthold) im Sprinttrikot der RBB-Tour | Foto: Team
Für Benotti - Berthold begann die RBB Tour begann mit einem Prolog, in dem Tim Glossner seine eigenen Erwartungen laut Teamchef Lars Wackernagel nicht ganz erfüllte: "Da hatte Tim richtig was vor, er ist unser Zeitfahrass. Mit Platz 15 war er nicht ganz zufrieden, aber für uns war es okay." Im Straßenrennen setzte das Team auf Präsenz in Fluchtgruppen – ein Ansatz, der schnell aufging: "Samstag war unser Ziel die Gruppen zu besetzen. Das haben wir mit Calvin Dik geschafft", so Wackernagel.
Dik nutzte die Situation konsequent und sammelte unterwegs alle möglichen Punkte: "Er hat alle Sprintwertungen geholt, so dass wir das grüne Trikot hatten." Dass das Trikot am Ende nicht gehalten werden konnte, lag am Rennverlauf selbst: "Leider gibt es am Ziel auch immer richtig viel Punkte für das Sprinttrikot. Dadurch, dass der Sieger von Samstag auch Sonntag gewonnen hat, war das Trikot wieder weg. Jetzt freuen wir uns auf die kommende Bundesliga!" blickte Wackernagel voraus.
Lachlan McNabb im Bergtrikot und Linus Scheitinger (beide MaxSolar - Raymon) als bester Nachwuchsfahrer der RBB-Tour. | Foto: Team
MaxSolar - Raymon setzte bei derselben Rundfahrt auf Kontinuität und mannschaftliche Geschlossenheit. Teamchef Heinz Kargl brachte es gegenüber RSN auf den Punkt: "Das Team ist super stark gefahren." Über mehrere Etappen hinweg hielt sich MaxSolar in der Bergwertung vorne und konnte sie auf der Schlussetappe schließlich für sich entscheiden.
Neben diesem Erfolg profitierte auch Nachwuchsfahrer Linus Scheitinger von der beständigen Fahrweise: "Wir sind geschlossen als Team gefahren und konnten durch diese Fahrweise auch noch das Trikot des besten U23-Fahrer mit Linus gewinnen." Das Gesamtresultat unterstreicht die Leistung zusätzlich: "Insgesamt war er dann Vierter." Das Podium wurde durch das Ergebnis des Zeitfahrprologs zu einer knappen Angelegenheit.
Die Tour du Loir et Cher (2.2) verlief für Lotto Kern-Haus – Outlet Montabaur nicht zufriedenstellend. Ein zentrales Problem zog sich durch alle Etappen, die häufig im Sprint entschieden wurden: "Uns fehlte ein echter Sprinter und wir waren nicht in der Lage, uns in den Wertungssprints einen Vorteil zu verschaffen", berichtete der Sportliche Leiter Hartmut Taumler. Neuzugang Jonathan Malte Rottman, der für seine Endschnelligkeit bekannt ist, fällt nach einem Schlüsselbeinbruch weiter aus.
Zusätzlich musste das Team früh Rückschläge verkraften: "Dazu haben wir nach der 1. Etappe noch Jonas Reibsch verloren." Im weiteren Verlauf verschärfte sich die Situation durch weitere Ausfälle, wodurch die verbleibenden Fahrer zunehmend unter Druck gerieten. "Joshua Huppertz hat alles versucht das Beste daraus zu machen", nahm Taumler seine Fahrer in Schutz.
Die Rundfahrt war von Beginn an durch knappe Zeitabstände geprägt. Das zeigte sich dann auch deutlich im Schlussklassement: "Wir haben in der Einzelwertung mit Arno Wallenborn nur einen 47. Platz zu verzeichnen, obwohl er nur 18 Sekunden Rückstand auf den Sieger hatte", erzählte Taumler. "Auch Silas Koech, der hier letztes Jahr Dritter wurde und sich anfangs das Bergtrikot sichern konnte, gelang es nicht an das Niveau durchgängig anzuknüpfen."
Trotz allem bleibt die Perspektive vorsichtig positiv: "Bei den meisten Fahrern stimmt die Form und es ist nur der Feinschliff notwendig."