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29.04.2026 | (rsn) – Platz zwei auf der Etappe und nun auch Zweiter in der Gesamtwertung – beides hinter Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG): Florian Lipowitz' (Red Bull – Bora – hansgrohe) Ergebnis-Ernte vom zweiten Tag bei der Tour de Romandie (2.UWT) konnte sich sehen lassen. Nur für einen kurzen Moment am schweren Anstieg von Ovronnaz geriet der 25-Jährige während der Etappe rund um Martigny etwas ins Wackeln und schien Probleme zu haben. Am Ende aber gehörte er trotzdem zu jenem Quartett, das im Wallis nach 171,2 Kilometern um den Etappensieg spurtete.
"Am Ende wird er Zweiter, eine tolle Platzierung für uns und ein guter Tag", bilanzierte Red Bulls Sportlicher Leiter Enrico Poitschke im Gespräch mit dem ZDF nach der Etappe auf dem großen Teamparkplatz an der Expo von Martigny.
In der neun Kilometer langen und im Schnitt fast zehn Prozent steilen Steigung von Ovronnaz, deren Gipfel 34 Kilometer vor dem Ziel erreicht wurde und auf die eine Abfahrt mit ganzen 26 Spitzkehren folgte, hatte Lipowitz zunächst den Anschluss verloren. Als Pogacar 38 Kilometer vor dem Tagesziel attackierte, konnten zunächst nur Lipowitz' Teamkollege Primoz Roglic und der Franzose Lenny Martinez (Bahrain Victorious) folgen. ___STEADY_PAYWALL___
Nach Pogacars Angriff im Ovronnaz-Anstieg konnten zunächst nur Roglic und Martinez folgen – Lipowitz (hinten verdeckt), musste eine Lücke aufgehen lassen. | Foto: Cor Vos
Der Deutsche dagegen saß etwas weiter hinten und musste eine Lücke aufgehen lassen. Dann aber wurde er immer stärker und kehrte den Trend um: Anstatt weiter zurückzufallen, kam er bald aufs Tempo von Pogacar, fuhr am nun zurückfallenden Roglic vorbei und schaffte es dann sogar, auf Pogacar und Martinez wieder Boden gutzumachen – bis er sogar herankam.
"Ich habe versucht, mein Tempo zu fahren. Unten rein war es mir ein bisschen zu schnell und dann habe ich versucht, meinen Tritt zu finden. Zum Glück konnte ich den Anschluss wiederherstellen", erzählte Lipowitz selbst dem ZDF in Martigny und Poitschke meinte: : "Wir wollten am langen Berg natürlich mit den Besten mithalten, aber auch nicht alleine sein. Das hat Florian sehr gut gemacht."
Lipowitz übrigens vermutete: "Ich glaube, dass 'Pogi' nicht am Limit war. Er wusste, dass er noch Leute braucht." Durch den weiten Weg vom Berggipfel bis ins Tagesziel, wäre es für Pogacar sehr schwer geworden, wenn er sich ganz allein abgesetzt hätte.
Lipowitz (hinten) kämpfte sich am Berg wieder an Pogacar (links) und Martinez heran. | Foto: Cor Vos
Besonders viel Hilfe bekam der Slowene von Lipowitz allerdings nach der technischen Abfahrt auf den letzten rund 25 Kilometern im Tal auch nicht mehr. Nur Martinez und der in der Abfahrt noch herangekommene Jorgen Nordhagen (Visma – Lease a Bike) beteiligten sich richtig an der Führungsarbeit.
Lipowitz, für den die Tour de Romandie nach Katalonien und Baskenland die dritte WorldTour-Rundfahrt in fünf Wochen ist, pokerte dagegen. Nachdem er sich mit dem zehnten Platz im Prolog am Dienstag in eine gute Ausgangslage versetzt hatte, schaffte er in Martigny den Sprung auf Gesamtrang zwei und ist damit bei der dritten Rundfahrt in Folge auf Podiumskurs.
Den vorläufigen Podestplatz in der Gesamtwertung riskierte er aber freiwillig. Nachdem am Berg klargeworden war, dass er neben Pogacar und Martinez der beste Kletterer des Rennens ist, dürfte man bei Red Bull zuversichtlich sein, dass sich der Schwabe die Gesamtplatzierung auch am Jaunpass oder in Leysin am Samstag oder Sonntag noch sichern kann. In Martigny setzte man stattdessen auf die Chance auf den Etappensieg:
Lipowitz (rechts) hatte gegen Pogacar (links) im Schlussspurt keine Chance, schlug aber immerhin Martinez und Nordhagen. | Foto: Cor Vos
"Unsere Taktik war, dass ich auf Luke (Tuckwell) und Primoz (Roglic) hinten setze, weil wir mehr Leute vorne gebraucht hätten, um gewinnen zu können", sagte der Tour-de-France-Dritte vom vergangenen Juli und Poitschke verdeutlichte: "Wir hatten zwei Fahrer nicht weit weg und haben entschieden, dass Florian vorn Kraft spart, nicht mitführt. So wollten wir die Etappe gewinnen."
Hätten die Verfolger, die in Ovronnaz fast eine Minute zurücklagen, die vier Spitzenreiter noch eingeholt, dann hätte man entweder im Sprint bessere Karten gehabt oder aber sogar noch mit abwechselnden Attacken in die Offensive gehen können. Doch Pogacar, Nordhagen und Martinez ließen sich nicht nervös machen, zogen auch ohne Lipowitz' Mithilfe durch und retteten so 21 Sekunden Vorsprung mit ins Ziel.
Dort gewann der Deutsche zwar nicht den Sprint um den Tagessieg, wurde aber immerhin Zweiter aus dem Quartett und profitierte dabei vielleicht trotzdem auch etwas vom taktischen Kräftesparen.
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