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08.05.2026 | (rsn) – Die 1. Etappe des Giro d’Italia verlief über weite Strecken relativ ruhig. Erst im Finale wurde es hektisch, als ein Sturz in Burgas den erwarteten Massensprint verhinderte. Paul Magnier holte sich aus einer kleinen Gruppe seinen ersten Grand-Tour-Etappenerfolg. Für Spannung davor sorgte der Kampf um die Sonderwertungen. Beim Red Bull-Sprint waren auch die Teams der GC-Favoriten an den Bonussekunden interessiert. Der Grund dafür war jedoch banal.
Die zwei Ausreißer Davide Tarozzi (Bardiani CSF – 7 Saber) und Diego Pablo Sevilla (Polti – VisitMalta) hatten etwa 32 Kilometer vor dem Ziel einen Vorsprung von fast zwei Minuten. Deshalb konnte der Italiener Tarozzi die sechs Bonussekunden für den ersten Platz einstreichen. Sevilla erhielt für Platz zwei noch vier Sekunden.
Im Hauptfeld attackierte dann etwa einen Kilometer vor der Wertung Lennert Van Eetvelt (Lotto-Intermaché) am Hinterrad seines Teamkollegen Jonas Rutsch. Einige hundert Meter vor der Wertung erhöhte jedoch Marc Soler (UAE - Emirates – XRG) im Hauptfeld das Tempo. Van Eetvelt konnte die Arbeit seines deutschen Teamkollegen nicht vollenden und wurde noch von mehreren Fahrern übersprintet
Schließlich sicherte sich Solers Teamkollege António Morgado die restlichen zwei Sekunden. “Morgen wird es hektisch und das Team will das Auto möglichst weit vorne haben. Deshalb habe ich versucht, die zwei Sekunden zu holen und das hat auch funktioniert“, erklärte der Portugiese im Ziel, weshalb er in die Offensive gegangen war.
Solche Aktionen sind unter den Teams der Favoriten nicht ungewöhnlich. Bei der Tour de France 2025 etwa wurde Matteo Jorgenson (Visma - Lease a Bike) von seinem Sportlichen Leiter Grischa Niermann angewiesen, in der Spitzengruppe zu sprinten, um am nächsten Tag die bestmögliche Position für das Teamfahrzeug zu sichern.
Denn Reihenfolge der Begleitfahrzeuge im Konvoi hinter den Gruppen richtet sich nach dem bestplatzierten Fahrer jedes Teams in der Gesamtwertung. Wer weit vorne im Konvoi fährt, kann bei technischen Problemen schneller helfen. Auch die Versorgung aus dem Auto wird so erleichtert. Gerade vor Etappen mit kniffligem Streckenverlauf ist es daher von Vorteil, vorne im Konvoi zui sein.
Im Finale der 2. Etappe sind erste Attacken der Klassementfahrer nicht auszuschließen. Mit einem solchen Szenario rechnet anscheinend auch das Team aus den Emiraten und will seine Spitzenfahrer bestmöglich unterstützen. Das Begleitfahrzeug wird dank Morgado nun auf der sechsten Position fahren.
Auch dem Klassikerspezialisten selbst sollte das hügelige Profil am Samstag übrigens liegen. Es war daher zunächst nicht auszuschließen, dass er vor einem möglichen Angriff auf das Rosa Trikot ein paar Sekunden herausfahren wollte, um am Wochenende vielleicht sogar nach der Gesamtführung greifen zu können.
Ambitionen auf das Maglia Rosa aber verneinte er: “Es ging nicht ums Trikot, wirklich nur um die Position des Autos für unsere GC-Jungs." Das UAE-Team ist nach dem Ausfall von Joao Almeida mit Adam Yates als Kapitän für das Gesamtklassement in den Giro gestartet. Trotzdem dürften die anderen Fahrer, vor allem Jan Christen, Jay Vine und Morgado, mehr Freiheiten bekommen. Möglicherweise schon auf der morgigen Etappe.
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