Chaos-Finale wohl ohne schwerwiegendere Folgen

Groenewegen und Co. geben Entwarnung nach Massensturz

Von Paul Grosch

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Dylan Groenewegen (Unibet - Rose Rockets) vor dem Start der 1. Etappe in Bulgarien. | Foto: Cor Vos

08.05.2026  |  (rsn) – Nach weitestgehend ruhigen 140 Kilometern am ersten Tag des Giro d‘Italia, wurde es im Finale der 1. Etappe im bulgarischen Burgas hektisch – und innerhalb der letzten 700 Meter kam es zum unvermeidlichen Sturz, in den mehrere Fahrer verwickelt waren. Lediglich eine Gruppe aus elf Mann sprintete danach noch um den Etappensieg. Paul Magnier (Soudal-Quick-Step) zog sich das erste Maglia Rosa an.

Ersten Informationen zufolge gab es jedoch keine schwereren Verletzungen – 'nur' Prellungen und viele, teils großflächige Hautabschürfungen, wie bei Erlend Blikra (Uno-X Mobility), der als erstes zu Fall gekommen war. Nach einer Fahrbahnverengung im letzten Kilometer kam der Norweger am rechten Straßenrand der Bande sehr nah, bewegte sich daher leicht nach links und touchierte da mit seinem Vorderrad das Hinterrad seines Landsmannes Tord Gudmestad (Decathlon – CMA CGM).

Blikra überschlug sich und mehrere Profis konnten nicht mehr ausweichen, fielen über ihn. Die allermeisten Fahrer im Hauptfeld wurden aufgehalten. Durch die 5-Kilometer-Regel bei Sprintankünften erhielt jedoch jeder die gleiche Zeit für das Gesamtklassement und alle Fahrer schafften es auch noch über die Ziellinie.

"Es war den ganzen Tag eigentlich recht entspannt. Zwei Leute in der Spitzengruppe – da ist es dann nicht so hart. Und wenn dann alle frisch ins Finale kommen, wird es ganz schön hektisch", erklärte Tim Torn Teutenberg (Lidl – Trek) am Eurosport-Mikrofon im Ziel. "Auf der großen Straße konnten auch alle außen herum nach vorne fahren und dann ist viel Rangelei, weil jeder weiß, dass er vorne sein muss, wenn es eng wird." Und genau da, wo es eng wurde, hat es dann geknallt.

Vor allem Hautabschürfungen bei den Sturzopfern

Unter den Gestürzten waren auch einige Anwärter auf den Etappensieg zum Auftakt. Kaden Groves (Alpecin – Premier Tech) gehörte zu denen, die es augenscheinlich am schwersten erwischte. Der Australier mit der Startnummer eins zog sich Abschürfungen an beiden Schultern, Ellbogen und am Unterschenkel zu. Sein belgisches Team zeigte sich aber ob eines Starts auf der 2. Etappe zuversichtlich.

Auch Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets) wird aller Voraussicht nach am Samstag wieder an den Start gehen. Der Niederländer erlitt auf den ersten Blick keine größeren Schürfwunden, stützte beim Einfahren ins Ziel seine rechte Hand aber nicht richtig auf dem Lenker ab. "Wir werden ihn natürlich am Hotel nochmal tiefgehender durchchecken und dann wissen wir mehr", sagte sein Sprint-Coach Marcel Kittel Eurosport direkt im Ziel. Dieser medizinische Check verlief wohl ohne größere Auffälligkeiten, denn das in Frankreich lizenzierte ProTeam zitierte Groenewegen später in einer Mitteilung wie folgt: "Einfach hinnehmen und weitermachen."

Blikra erwartet “lange Wochen“

Der zuerst gestürzte Blikra selbst zeigte bereits im Ziel vor den TV-Kameras seine großen Schürfwunden unter dem zerrissenen Trikot am Rücken. "Es war am Ende eine wirklich enge Straße und mir ist das Vorderrad weggezogen worden", erklärte der 29-Jährige den Sturzhergang. Er habe die TV-Bilder noch nicht gesehen und wisse daher nicht, ob man jemand die Schuld geben müsse.

"Ich habe viele Wunden am Rücken. Das werden jetzt lange Wochen, in denen ich nicht so schlafen werde, wie man es sich wünscht. Aber wir kämpfen weiter", versprach er. Laut Uno-X Mobility folgen am Abend weitere Untersuchungen.

Der letzte Fahrer im Ziel noch hinter Blikra war Matteo Moschetti (Pinarello - Q36.5). Er stürzte direkt über den Norweger. "Es war den ganzen Tag über nervös. Aber ich war eigentlich in guter Position für den Sprint. Ich habe ein paar Kratzer. Ein Doktor wird mich aber noch durchchecken und hoffentlich ist es nichts Schlimmes", meinte er zunächst. Sein Team kündigte ein Update für den Samstagmorgen an.

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