“Wäre gerne um den Sieg gesprintet“

Vingegaards “Sicherheitsattacke“ klappte besser als erwartet

Von Kevin Kempf

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Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) war die treibende Kraft des Führungstrios. | Foto: Cor Vos

09.05.2026  |  (rsn) – Nach der Visma-Versammlung um Jonas Vingegaard am Ende des Feldes im Finale der 1. Etappe machten die Niederländer und ihr dänischer Kapitän am zweiten Tag des 109. Giro d’Italia alles anders. 

Zunächst erging es der Mannschaft beim Massensturz deutlich besser als UAE – Emirates – XRG. Wilco Kelderman und Tim Rex waren in den Unfall verwickelt. Der Belgier kam wohl ohne große Blessuren davon, der Niederländer wurde zum Zeitpunkt der Pressemitteilung der Mannschaft noch untersucht. Kurz nach dem Restart auf die erfolgte Neutralisation griff Vingegaard am letzten kategorisierten Anstieg an.

“Jonas konnte seinen Fokus nach dem Sturz schnell wieder neu ausrichten“, erklärte der Sportliche Leiter Marc Reef. Nicht nur die Ausrichtung stimmte, auch die Beine waren offensichtlich gut. Zwar klemmten nach dem ersten Angriff des zweimaligen Toursiegers noch rund ein Dutzend Fahrer an dessen Hinterrad, doch als Vingegaard Stufe zwei zündete, riss direkt hinter ihm eine Lücke, die lediglich Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Lennert Van Eetvelt (Lotto – Intermarché) schließen konnten.

Gruppenausdünnung

“Er zeigt, dass er in hervorragender Form ist. Der Plan war, am letzten Anstieg anzugreifen – aber natürlich muss man immer schauen, wie sich die Beine anfühlen. Es ist gut zu sehen, wie stark Jonas ist“, so Reef. Sein Kapitän erklärte, dass der Ursprungsgedanke seiner Attacke nicht unbedingt der Etappensieg gewesen sei. “Die Idee war, die Gruppe deutlich auszudünnen, um den Gefahren auf dem letzten Kilometer aus dem Weg zu gehen“, so Vingegaard in der Pressemitteilung seines Arbeitgebers.

Schon in der ersten großen Abfahrt des Tages hatte Visma – in Person des deutschsprachigen Belgiers Tim Rex – die Kontrolle im Feld übernommen. Da ging es stellenweise in einer Art Schleichfahrt bergab. Wie gefährlich die Bedingungen waren, bewies dann 27 Kilometer vor dem Ziel der Massensturz in einer Phase, in der es noch um nichts ging.

So funktionierte die “Sicherheitsattacke“ des Topfavoriten besser als er gehofft hatte. Bis zum 20 Sekunden Vorsprung arbeitete sich das Trio im Finale heraus und die Verfolger schienen geschlagen – bis die Drei auf den letzten 1500 Metern zu pokern begannen. 

Auf dem Schlusskilometer kamen 31 Profis – unter ihnen mit Davide Piganzoli ein weiterer Visma-Athlet – heran. Für Vingegaard war das Thema Tageserfolg damit abgehakt. Trotzdem zog er ein positives Fazit: “Ich habe mich heute gut gefühlt und wäre gerne um den Sieg gesprintet, aber es war viel wichtiger, sicher ins Ziel zu kommen.“

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