Deutsche KT-Erfolge in Hellas und Italien

Bike Aid feiert nächsten Trikot-Coup, Jenni furios aufs Podium

Von Arthur Lenné

Foto zu dem Text "Bike Aid feiert nächsten Trikot-Coup, Jenni furios aufs Podium"
Konnte lange im Kreis der Favoriten mithalten: Edgar David Cadena belegte nach einer starken Woche in Griechenland den zwölften Rang im Gesamtklassement. | Foto: Petros Gkotsis

11.05.2026  |  (rsn) – Ein Sprinter-Trikot in Athen, ein Podiumsplatz in Polen und starke Vorstellungen in Griechenland: Die deutschen Kontinental-Teams sorgen weiterhin für internationale Ausrufezeichen. Während Kristians Belohvošiks (Bike Aid) bei der Tour of Hellas (2.1) das Rote Trikot des Punktbesten eroberte, holte Luca Jenni (Run & Race - Solarpur) beim Kryterium Asów - Beskid Race den nächsten Podiumsplatz für seine Mannschaft in Polen.

Für das Team Run & Race - Solarpur verlief die Reise nach Polen überaus erfolgreich. Nachdem die Mannschaft unter der Woche bereits beim Kryterium Asów Zaglebie Classic zu überzeugen wusste, legte Luca Jenni beim Kryterium Asów - Beskid Race (1.2) nach.

Jenni stürmt in Polen aufs Podest

Der Schweizer sicherte sich nach 160 Kilometern in Bielsko-Biala den zweiten Platz. "Das Rennen war topographisch zwar hart, aber die längsten Anstiege dauerten nur etwa 90 Sekunden. Die engen Straßen und vielen Kurven machten es aber extrem anspruchsvoll“, berichtete sein Teamkollege Andrin Züger gegenüber RSN.

Bereits in der ersten Runde forcierte Züger an einer Abfolge kleiner Anstiege das Tempo und zog das Feld auseinander. Diesen Moment nutzte Jenni für eine Attacke und setzte sich mit anfangs sechs Begleitern ab. "Tobias Kreuzer, Luis Strasser, Nicola Schleuniger und ich haben hinten einen super Job gemacht, indem wir alle Attacken abdeckten und die Nachführarbeit der anderen Teams störten", so Züger weiter. Jenni behauptete sich bis zum Finale an der Spitze und musste sich im Sprint nur dem Tschechen Filip Reha (ATT Investments) geschlagen geben. Nicola Schleuniger rundete das starke Team-Ergebnis als Zehnter ab.

Einen Tag später beim Kryterium Asów Zaglebie Classic (1.2) schaffte Jenni als Zehnter erneut den Sprung in die Top Ten, während der Sieg an Michael Kukrle (Kasper crypto4me) ging. Verzichten musste die Mannschaft in Polen auf Sverre Litlere, der krankheitsbedingt kurzfristig passen musste.

Belohvosciks: Vom Gelben zum Roten Trikot

Für Bike Aid entwickelte sich die Tour of Hellas zu einem weiteren Schaulaufen ihrer Neuzugänge. Allen voran Kristians Belohvosciks drückte dem Rennen seinen Stempel auf. Nachdem der Lette erst kurz zuvor die Gesamtwertung der Tour du Bénin gewonnen hatte, sprintete er in Griechenland auf den ersten beiden Etappen jeweils auf Rang drei. In der Endabrechnung in Athen durfte er sich schließlich das Rote Trikot des besten Sprinters überstreifen.

"Vom Gelben Trikot in Benin zum Sprinterkönig der Tour of Hellas – die vergangenen Wochen markieren die bislang stärkste Phase seiner Karriere", freut man sich seitens der Teamleitung. Neben dem Erfolg von Belohvosciks sorgte auch der junge Eritreer Nahom Efriem bei seinem Profi-Debüt für Aufsehen, während Even Yemane als bester Fahrer der Mannschaft den 20. Platz im Gesamtklassement belegte.

Multitasking in Rot: Kristians Belohvosciks (Bike Aid) sicherte sich nicht nur das Punktetrikot, sondern unterstützte auf der Schlussetappe auch seinen Teamkollegen Nahom Efriem in der Spitzengruppe. | Foto: Tour of Hellas

Storck - MRW Bau trotzt Magenproblemen in Griechenland

Bei der Tour of Hellas (2.1) in Griechenland präsentierte sich das Team Storck - MRW Bau besonders in den Sprints schlagkräftig. Der Brite Matthew Walls fuhr auf den Etappen 1 (4.), 2 (10.) und 5 (5.) gleich dreimal unter die besten Zehn. Im Gesamtklassement belegte der Kolumbianer Edgar David Cadena einen guten zwölften Rang, knapp 30 Sekunden hinter dem überraschenden Gesamtsieger Vaclav Jezek (Kasper crypto4me).

"Organisatorisch war es ein super Rennen mit starken Teams und wir hatten – bis auf einen Tag – Glück mit dem Wetter", bilanzierte der Sportliche Leiter Felix Linders. Die schwere 200-Kilometer-Etappe wurde allerdings durch Regen und rutschige Straßen erschwert. "Wir hatten drei Stürze zu verzeichnen, glücklicherweise aber nichts Dramatisches", so Linders weiter.

Überschattet wurde der Einsatz allerdings von gesundheitlichen Problemen. Viele Fahrer klagten über Magenprobleme, die offenbar auf den vorangegangenen Einsatz bei der Lotto Famenne Ardenne Classic (1.1) in Belgien zurückzuführen waren. Dort hatten sich offenbar zahlreiche Profis infiziert. Ein prominentes Beispiel war Arnaud De Lie (Lotto - Intermarché), der das Rennen in Belgien zwar gewann, akutell beim Giro dItalia aber ebenfalls mit gesundheitlichen Folgen zu kämpfen hat.

Konzentriert in der Abfahrt: Das Team Storck - MRW Bau präsentierte sich bei der Tour of Hellas über 5 Etappen auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz. | Foto: Petros Gkotsis

"Die Jungs hatten Magenprobleme, genau wie viele andere Sportler. Man hat gehört, dass teilweise sogar Fahrer in Krankenhäusern untergebracht werden mussten, denen es richtig schlecht ging“, berichtete Linders über das "Geflüster" im Peloton. Vor diesem Hintergrund zeigte sich die Teamleitung mit den drei Top-Ten-Plätzen durch Walls zufrieden, auch wenn man sich nach den jüngsten Erfolgen bei der Vuelta a Asturias (2.1) auf den Bergetappen ursprünglich etwas mehr ausgerechnet hatte.

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