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24.05.2026 | (rsn) – Wenn man sich vor dem Start des Giro d’Italia alle Etappenprofile anschaute, schien der fünfzehnte Tagesabschnitt nach Mailand wie gemalt für einen Massensprint. Doch Frederik Dversnes (Uno–X Mobility) und seinen Mitstreitern in der vierköpfigen Ausreißergruppe war das egal. Der Norweger feierte in der italienischen Modehauptstadt den größten Sieg seiner Karriere. Dahinter steckte jedoch ein Plan, der mit einem Witz begann.
Dversnes wirkte im Flash-Interview nach dem Herzschlagfinale recht gefasst. Er lobte zuerst seine Begleiter. “Alle in der Ausreißergruppe haben super mitgeholfen. Sie waren unglaublich stark heute“, sagte der Norweger. Im Verlauf des Interviews wurde deutlich, dass Dversnes nicht nur für die TV-Zeit in der Gruppe des Tages war. “Ich habe die ganze Zeit den Witz gemacht, dass ich das Feld auf einer dieser Sprintetappen austricksen werde“, sagte er.
Teamkollege Andreas Leknessund, der selbst zweimal knapp an einem Etappenerfolg vorbeigeschrammt war, klärte auf. “Wir haben schon seit einigen Tagen darüber gesprochen: Er hat sich immer wieder über seine Beine beschwert und hat dann aber gesagt: 'Abwarten bis Mailand und dann trickse ich das Peloton aus.' Und genau das hat er getan“, freute sich der norwegische Landesmeister bei Eurosport.
Die Freiheiten für seine Ausreißerfahrt erhielt Dversnes, weil der Sprinter des Teams, Erlend Blikra, auf der 11. Etappe das Zeitlimit verpasst hatte. “Wir wollten keinen Sprint, denn wir haben keinen Sprinter mehr. Wir wussten, dass Frederik mit seinem Sprint aus der Gruppe heraus der Favorit sein würde“, sagte Leknessund.
Dversnes ordnete seinen Glauben an den Erfolg im Ziel so ein: “Etwa fünf Kilometer vor dem Ziel wussten wir, dass es möglich ist. Wir denken unterwegs immer daran, dass der Sieg drin ist. Aber als wir spät im Rennen immer noch zwei Minuten Vorsprung hatten, haben wir natürlich angefangen, wirklich daran zu glauben.“
Der Norweger blieb auch im Rennen cool. “Du musst immer daran denken, was zu tun ist und was wichtig ist. Und nicht so viel daran, was vielleicht passiert“, sagte er. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass sein bisher größter Erfolg eine Etappe von Tirreno-Adriatico (2.UWT) im vergangenen Jahr war.
Uno–X Mobility belohnte sich am Ende der zweiten Woche der Italien-Rundfahrt für seinen Einsatz. Trotz eines auf fünf Fahrer reduzierten Teams zeigte sich die norwegische Mannschaft als eine der aktivsten im gesamten Feld. Erst am Freitag wurde Leknessund Zweiter auf der Ausreißeretappe nach Verbania. Der Etappenerfolg aus der Gruppe des Tages bei einer vermeintlichen Sprintankunft kommt für viele jetzt überraschend. Außer für Frederik Dversnes.
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