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26.05.2026 | (rsn) – Am Sonntagabend nach der 15. Etappe in Mailand wirkte es, als herrsche Harmonie bezüglich der aufgrund von Beschwerden der Fahrer getroffenen Jury-Entscheidung, die Zeitnahme im Sinne der Sicherheit eine Runde vorzuverlegen. Giro-Leader und Wortführer Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) bedankte sich in seinen Interviews sogar für die Einsicht der Veranstalter und den gefundenen Kompromiss, durch den sich die Klassementfahrer auf den letzten 16 Kilometern des Tages aus den Positionskämpfen heraushalten konnten.
Tagsdrauf aber wehte dem Peloton aus der Richtung von Giro-Veranstalter RCS Sport dann doch nochmal eine steife Brise entgegen. "Ich denke die Fahrer sind zu weit gegangen mit dem, was sie gesagt haben. Der Rundkurs in Mailand war wunderschön, gut geplant und nicht gefährlich", ließ sich RCS-Geschäftsführer Paolo Bellini am Ruhetag in der Gazzetta dello Sport zitieren – der Sporttageszeitung, die aber eben auch RCS gehört.
"Wir haben jeden Meter der Strecke inspiziert und die Sicherheit war vollkommen garantiert. Das ist meine persönliche Meinunng, aber ich denke es hätte gereicht, die Zeit für die Gesamtwertung an der Fünf-Kilometer-Marke zu nehmen (wie für Sprintetappen mit technischem Finale inzwischen üblich, Anm. d. Red.)", so Bellini weiter.
Auch in der ebenfalls zum RCS-Imperium gehörenden Correre della Sera sah man die Kritik des Pelotons kritisch. Als "ekelhaften Verlust von Klasse" bezeichnete man dort die Einflussnahme von Giro-Leader Vingegaard auf UCI-Jury-Präsident Vincente Tortajada Villarroya am Rennleitungs-Fahrzeug.
Doch nicht nur RCS-Medien äußerten Unverständnis. "Fähigkeiten sind abgeschafft, es geht nur noch um Watt, die Fahrer nehmen nicht mal mehr 0,01 Prozent Risiko", hieß es etwa im italienischen Radsport-Portal Tuttobiciweb, das sonst durchaus auch gerne RCS Sport oder die UCI kritisiert.
Während in anglophonen und mitteleuropäischen Medien der Sicherheits-Kompromiss vom Sonntagnachmittag also gelobt und als Fortschritt in der langwierigen Debatte um Kommunikation zwischen den verschiedenen Interessensgruppen gesehen wurde, herrschte in Italien selbst offenbar eine andere Stimmung.
Auch der italienische Profi Mirco Maestri (Polti – VisitMalta) hatte gegenüber RSN bereits im Ziel gesagt: "Ich habe auch schon wesentlich schlechtere Bedingungen gesehen. In Belgien etwa, da hast du alle 300 Meter einen Fahrbahnteiler, aber niemand sagt etwas. Und hier beschwert man sich wegen zwei Pavé-Abschnitten. Ich finde das etwas Borderline."
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