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01.06.2026 | (rsn) – In seiner Gesamtheit war der Giro d’Italia 2026 nicht gerade einer für die Sprinter. Lediglich vier Etappen endeten in einem echten Massensprint. Hier und da – wie in Neapel – verhinderte ein Sturz ein richtiges Sprinterfinale, doch manchmal standen sich die Teams wie in Mailand, Kameramotorräder hin oder her , selbst im Weg. Es lässt sich jedenfalls nicht alles auf die Streckenführung schieben.
Derjenige, der mit den schwierigen Bedingungen am besten umzugehen vermochte, war Paul Magnier (Soudal – Quick-Step). Der Franzose geht mit drei Etappensiegen nach Hause. Und mit dem Maglia Ciclamino. In der Punktewertung sieht es am Ende zwar deutlich aus. Der 22-Jährige sammelte 200 Punkte und damit fast 50 mehr als Jonathan Milan (Lidl – Trek), dem einzigen weiteren Sprinter, der im entsprechenden Klassement vorne auftaucht. Ansonsten sind dort auch viele Ausreißer und Klassementfahrer zu finden.
Magniers lange Zeit größter Konkurrent war ebenfalls kein Sprinter, sondern in Jhonatan Narvaez (UAE Emirates – XRG) ein Etappenjäger. Der Ecuadorianer war einige Tage im Punktetrikot unterwegs, musste das Rennen aber vorzeitig aufgeben. Und so war Magnier im Giro-Finale in Rom auch nicht mehr auf die maximale Anzahl an Zählern angewiesen, um nach Giuseppe Saronni, der das Ciclamino 1979 mit 21 Jahren und 257 Tagen gewann, zum zweitjüngsten Sieger zu werden. Damit hat er Milan an dieser Stelle abgelöst, der vor drei Jahren knapp 200 Tage älter war als der Soudal-Sprinter.
“Ich bin froh, sicher mit dem Maglia Ciclamino in Rom angekommen zu sein“, sagte Magnier auf der Pressekonferenz nach dem Rennen. “Ich werde mich an meine drei Etappensiege erinnern und daran, dass ich Rosa und Ciclamino getragen habe. Es waren drei wunderschöne Rennwochen.“ Dass es im Finale von Rom nur zu Platz elf gereicht hat: geschenkt. “Ich habe einen kleinen Fehler gemacht, mich zu früh an die Spitze gesetzt und dann konnte ich meinen Sprint nicht durchziehen“, analysierte Magnier, der bei sich insgesamt trotzdem eine Weiterentwicklung erkennt.
“Ich habe letztes Jahr viele Rennen gewonnen, aber ich wollte qualitativ einen Schritt nach vorne machen, um zu bestätigen, dass ich einer der besten Sprinter der Welt bin.“ Das ist bei diesem Giro nun eindrucksvoll gelungen. “Mein Team und ich sind stolz auf unsere Arbeit vor und während dieses Giro. Das ist ein großer Step für mich.“