Suter will nach Gehirnerschütterung nur noch graveln

Ein Platz wird frei: Jasch mit sofortiger Wirkung Profi bei Tudor

Von Sebastian Lindner

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Lennart Jasch ist mit sofortiger Wirkung ins Pro-Team von Tudor aufgestiegen. | Foto: Cor Vos

04.06.2026  |  (rsn) – Geplant war der Schritt dem Vernehmen nach ohnehin. Doch jetzt ist die Sache bereits fix und in trockenen Tüchern. Und das schneller als erwartet. Lennart Jasch steigt mit sofortiger Wirkung vom Devo-Team zu den Tudor-Profis auf. Dazu verlängert er seinen Vertrag mit dem Schweizer Team bis 2028. "Wenn ich zurückblicke, kann ich es manchmal selbst kaum glauben, wie viel sich seit meinem Einstieg in die Welt des Radsports im Jahr 2024 getan hat. Ich freue mich riesig, nun zum Pro-Team zu stoßen", sagte Jasch in einer Mitteilung des Teams.

Bereits am Sonntag wird Jasch somit erstmals auch offiziell als Radprofi am Start eines Rennens stehen. Er gehört zum Tudor-Aufgebot der Tour Auvergne – Rhone-Alpes, dem früheren Criterium du Dauphine. Das Rennen “wird mein erstes auf WorldTour-Niveau und zugleich mein bislang längstes Etappenrennen sein. Ich freue mich auf diese Erfahrung und hoffe, dass ich das Team so gut wie möglich unterstützen kann“, wird Jasch weiter zitiert.

Im April hatte der 25-Jährige frühere Eisschnellläufer die Königsetappe der Tour of the Alps gewonnen und sich damit erstmals so richtig in den Blickpunkt der Radsportszene gefahren. “Im Grunde möchte ich herausfinden, wie weit ich mich noch weiterentwickeln kann und was ich aus mir herausholen kann. Genauer gesagt steht die Erfahrung einer Grand Tour ganz oben auf meiner Wunschliste. 21 Etappen – ich kann mir vorstellen, dass das in vielerlei Hinsicht unglaublich hart wird – diese Erfahrung möchte ich unbedingt machen.“

UCI führt Schwester Maira seit Neuestem bei Rembe – rad-net

Es läuft derzeit bei den Jaschs. Denn auch Lennarts Schwester Maira scheint nun endgültig im Radsport angekommen zu sein. Die Winter-Olympionikin, die bei den Spielen Mailand und Cortina d’Ampezzo noch auf dem Eisoval ihre Runden für Deutschland drehte, fährt in diesem Jahr durchaus erfolgreich in der Rad-Bundesliga mit, wurde beim Rennen in Berghülen Gesamtzweite und führt die Nachwuchswertung der Rennserie an. Angetreten war sie dabei für den RSV Irschenberg als Einzelstarterin. Seit gestern wird sie allerdings bei der UCI als Fahrerin des Frauenteams von Rembe – rad-net geführt. Das Team selbst hat diesen Schritt bislang nicht vermeldet.

Jasch für Suter: Schweizer nach Gehirnerschütterung vor Wechsel aufs Gravelbike

Dass ihr Bruder, der seit Anfang der Saison in den Tudor-Strukturen unterwegs ist, aber überhaupt mitten in der Saison in den eigentlich vollen 30-Mann-Kader aufsteigen kann, hat für einen anderen Profi auch eine Schattenseite. Der Schweizer Joel Suter gehört nicht mehr dazu. Tudor verweist darauf, dass der 27-Jährige und das Team “einvernehmlich beschlossen, eine neue Herausforderung anzunehmen und sich für den Rest der Saison auf Gravel-Rennen zu konzentrieren.“

Hintergrund ist eine Gehirnerschütterung, die sich Suter im Januar 2024 bei einem Sturz beim Grand Prix de Marseille neben einem Kieferbruch zugezogen hatte. Er pausierte vier Monate, war nach seinem Comeback aber nie wieder der Alte. “Ich war häufig müde, hatte Kopfweh und meine Reaktion war verzögert“, sagte Suter vor einem Jahr dem schweizerischen Tageszeitung Blick. “Mit meinen Augen stimmte etwas nicht, das Gleichgewicht war nicht so wie früher. Es gab Momente, da war ich am Ende, weil der Kopf so viel Energie brauchte. Im Sommer, als es nicht besser wurde, habe ich alles hinterfragt.“ Zahlreiche DNFs prägten seine Ergebnislisten, doch damals sagte er: “Ich bin nicht bereit, aufzugeben.“

Das könnte sich nun geändert haben, nachdem auch 2026 keine Besserung brachte. Sein bis dato letztes Rennen ist die Tour de Romandie, die er auf der 2. Etappe aufgab. Zumindest den Straßenradsport lässt er nun hinter sich.

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