Trinkflasche beschädigte Degenkolbs Bremse

Bittner eingebaut, Märkl: “Hätte ich das gewusst, hätte ich durchgezogen“

Von Felix Mattis

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Niklas Märkl (Picnic - PostNL) | Foto: Cor Vos

10.07.2026  |  (rsn) – Die Misere des Teams Picnic – PostNL in der Saison 2026 reißt auch bei der Tour de France (2.UWT) nicht ab. Nach sieben Etappen ist der niederländische Rennstall eine von nur drei Mannschaften, die noch ohne Top-10-Ergebnis dastehen – die anderen beiden neben dem WorldTeam von Manager Iwan Spekenbrink sind die Wildcard-Teams Tudor und Caja Rural - Seguros RGA. Die Spanier konnten allerdings immerhin einen Tag das Bergtrikot halten.

Auch bei der Sprintankunft von Bordeaux am Freitag schaffte es keiner des vom Lebensmittel-Lieferanten Picnic gesponserten Teams, eine Spitzenplatzierung abzuliefern. Sprint-Kapitän Pavel Bittner landete nach 175 Kilometern in der Hitze von Südwestfrankreich aber so nah dran an den Top 10, wie es nur geht: Elfter wurde der Tscheche.

Auf Etappe 5 in Pau, beim ersten Massensprint dieser 113. Frankreich-Rundfahrt, war er als 16. über den Zielstrich gekommen. Zumindest eine Steigerung ist also da, glücklich dürfte man aber trotzdem kaum sein mit der bisherigen Ausbeute.

"Es hat besser funktioniert als vor zwei Tagen"

"Es hat besser funktioniert als vor zwei Tagen. Aber auf den letzten 500 Metern war Pavel nicht an meinem Hinterrad. Er war ein bisschen eingebaut und konnte nicht wirklich sprinten", erklärte Niklas Märkl, der letzte Anfahrer des Tschechen, der ARD in Bordeaux und bedauerte: "Das habe ich nicht gewusst, sonst hätte ich vielleicht selbst durchgezogen."

Märkl kam auf der linken Seite des Feldes gut positioniert auf den Schlusskilometer und Bittner war nur durch eine Position von seinem Leadout-Mann getrennt, bis der rund 500 Meter vor Schluss ausscherte. Mads Pedersen (Lidl – Trek) hatte sich zwischen die beiden gedrängt. Am Hinterrad des Mannes im Grünen Trikot blieb Bittner anschließend - und zwar sogar bis zum Zielstrich. Weil der Lidl-Star aber nur Neunter wurde, kam für Bittner auch nicht mehr als Platz elf heraus.

Märkl erklärte der ARD im Ziel, wie schwer es ist, bei der Tour als Sprintzug beisammen zu bleiben. "Wenn wir uns die erste Sprintetappe anschauen, hat das auch nur ein Team hinbekommen, das war Astana. Die Tour ist einfach so besonders und so chaotisch. Jeder will auf das Podium fahren und deswegen riskiert jeder dafür alles. Das macht es so schwer zusammenzubleiben", so der 27-Jährige.

Während Märkl als letzter Anfahrer seinen Job wie geplant umsetzen konnte, fehlte im tiefen Finale der andere Deutsche in Picnic-Farben: John Degenkolb. Der nämlich musste seine Position im Sprintzug auf den letzten Kilometern unfreiwillig wechseln, wie er ebenfalls am ARD-Mikrofon erzählte.

Degenkolb fehlte im Finale die nötige Bremskraft

"Etwa 15 Kilometer vor dem Ziel habe ich eine Flasche ins Rad bekommen, ich weiß nicht, ob auf den Schalthebel oder hinten rein. Auf jeden Fall hat die Hinterradbremse Druck verloren. Wenn der Druckpunkt erst ganz kurz vor dem Anschlag am Lenker ist, dann kann man kein Risiko eingehen. Da habe ich dann gesagt, dass ich meine Position mit dem ersten Fahrer im Zug tausche. Ich habe versucht, uns so lange wie möglich in Position zu halten. Aber als es richtig losging, war ich weg", so der Oberurseler.

Ideal verlaufen ist das Etappenfinale von Bordeaux für die Picnic-Mannen also auch vor den letzten 500 Metern nicht. Trotzdem aber zeigt die Positionierung von Anfahrer Märkl, dass das Potenzial da ist, um endlich eine Spitzenplatzierung zu ersprinten – und damit so dringend benötigte Weltranglistenpunkte fürs Team. "Morgen gibt es eine neue Chance", meinte Märkl.

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