RSNplusPhilipsen kann Vorarbeit wieder nicht vergolden

Van der Poel: “Leadout war vielleicht noch besser als gestern“

Von Paul Grosch

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Mathieu van der Poel (links) und Jasper Philipsen konnten bei der Tour de France für ihr Team Alpecin – Premier Tech bisher noch nicht für den erhofften Erfolg sorgen. | Foto: Cor Vos

11.07.2026  |  (rsn) - Wieder einmal lief die Vorbereitung perfekt. Wieder einmal wurde es nichts mit dem erhofften Sieg für Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech). Auch auf der 8. Etappe der Tour de France 2026 verpasste der Belgier - diesmal als Vierter - deutlich einen möglichen elften Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt. 

“Ich glaube, wir haben wieder alles richtig gemacht“, resümierte Teamchef Christoph Roodhooft gegenüber Sporza. “Mathieu war lange genug da – sehr lange sogar. Vielleicht heute sogar zu lang.“ Erneut war es der Weltmeister von 2023, der die Sprinterphalanx auf die Zielgerade führte. Mit Philipsen direkt am Hinterrad beschleunigte van der Poel aus der Zielkurve heraus. Philipsen entschied sich erst spät loszusprinten und wurde von Olav Kooij (Decathlon - CMA CGM) und Biniam Girmay (NSN) etwas eingeklemmt. ___STEADY_PAYWALL___

Wie auf der gestrigen Etappe sah Roodhooft das Problem bei seinem Sprinter. “Jasper hat seinen Sprint zu spät angesetzt. Das gab den Fahrern von hinten den nötigen Raum, um die Lücke zu schließen“, erklärte der Belgier. Tim Merlier (Soudal - Quick-Step) kam mit dem deutlichsten Überschuss angeflogen und holte seinen zweiten Etappensieg hintereinander. 

"Spaß macht das sicher nicht"

Auch Anfahrer van der Poel war mit seiner Leistung zufrieden. “Vielleicht war der Leadout noch besser als gestern“, sagte der 31-Jährige gegenüber NOS. “Ich denke, dass ich erst 150 Meter vor dem Ziel aus dem Wind gegangen bin. Wir wollten natürlich mehr. Wir haben es gut gemacht. Mehr können wir nicht tun", sagte van der Poel lapidar. Und Roodhooft fasste es kurz so zusammen: “Gestern war es zu früh, heute zu spät.“

Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) lieferte auch auf der 8. Tour-Etappe einen perfekten Lead-out ab. | Foto: Cor Vos

Kritik an Philipsen über Roodhooft aber ebenso wenig wie van der Poel, der sich bei dieser Tour bisher ganz in den Dienst seines Teamkollegen stellt.“Aller guten Dinge sind drei, oder? Wir werden kein großes Aufheben drum machen. Das bringt nichts. Es gibt auch gute Signale. Beim Zwischensprint war es zum ersten Mal in dieser Woche wirklich gut", sagte Roodhooft, der jedoch offen zugab, dass diese erste Tour-Woche nicht wie erhofft verlaufen sei. “Spaß macht das sicher nicht.“

Ähnlich dürfte es auch Philipsen selber ergehen. Im Gegensatz zum Vortag stellte er sich im Ziel nicht den Fragen der Medienvertreter. Sein Frust war verständlich, zumal er heute in der Punktewertung gegenüber Mads Pedersen (Lidl - Trek) noch deutlich mehr Boden hätte gutmachen können. “Im Kampf um das Grüne Trikot bot sich heute eine goldene Gelegenheit, die man eigentlich hätte nutzen müssen“, urteilte Roodhooft. Pedersen wurde in Bergerac nämlich nur Zwölfter. In der Sonderwertung rückte Philipsen trotzdem auf den vierten Rang vor und hat nun 53 Punkte Rückstand auf den Dänen.

Van der Poel zum Ausreißer-Sieg?

Pedersen konzentriert sich jedoch vor allem auf die hügeligen Etappen, auf denen reine Sprinter wie Philipsen keine Chance haben. Auf den verbleibenden zwei Flachetappen muss Philipsen also möglichst voll punkten, um sich die Chance auf sein zweites Grünes Trikot nach 2023 zu wahren. Die Streckenänderung am Sonntag könnte ihm zumindest etwas in die Karten spielen. Der früher gelegene Zwischensprint nämlich scheint jetzt besser machbar.

Teamkollege Jasper Philipsen konnte die Vorarbeit des Niederländers aber erneut nicht vergolden. | Foto: Cor Vos

Zudem will van der Poel zum Abschluss der ersten Woche den Etappensieg anpeilen und könnte seinem Teamkollegen damit in die Karten spielen, indem er Pedersen Punkte im Ziel wegnimmt. “Morgen ist ein schwerer Tag, dann geht es um die Gruppe“, kündigte der Alpecin-Star an. Nach einem schweren Tour-Start “ohne viel Spaß““ will er nun endlich auch selbst in die Erfolgsspur kommen.

“Ich habe auf dem Rad wieder ein besseres Gefühl. Meine Vorbereitung war gut, mehr kann ich nicht tun“, sagte van der Poel in Bergerac. “Zaubern kann ich nicht. Es wird bestimmt besser.“ Darauf wird auch sein Team hoffen. Sollte Philipsen bei den Massensprints weiterhin hinter den Erwartungen bleiben, ist van der Poel für Alpecin wohl die einzige Chance auf einen Tageserfolg. 

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