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17.07.2026 | (rsn) - Die 13. Etappe der Tour de France hinterließ das Team Lidl - Trek in etwas bedeckter Stimmung. Von den vielen Zielen – Kampf um Grün, Kampf im GC und Kampf um den Etappensieg – wurden nur wenige mit Bravour erreicht. Zwar sicherte sich der Führende in der Punktewertung, Mads Pedersen, beim Zwischensprint 20 Punkte. Doch dies erst nach einer enormen Energieleistung des Dänen.
“Natürlich haben wir den Start vermasselt. Wir dürfen nicht 30 Fahrer ziehen lassen, ohne jemanden von uns in der Gruppe zu haben. Das war ein riesiger Fehler und wir mussten einiges investieren, um den Schaden zu begrenzen“, bezog sich Pedersen gegenüber Eurosport auf die frühe Rennphase. Mit dem Zwischensprint selbst zeigte er sich dann aber zufrieden. “Ich habe ein paar Punkte gegenüber Jasper (Philipsen) verloren, aber einige auf Girmay gewonnen“, bilanzierte er. ___STEADY_PAYWALL___
In Sachen Effizienz war er aber alles andere als einverstanden: “Insgesamt ein solider Tag, wir haben aber zu viel Energie verbraucht“, sagte Pedersen, dessen Team zunächst vergeblich versucht hatte, die Ausreißer zu stellen, ehe es dem Träger des Grünen Trikot dann doch als einzigem Lidl-Profi gelang, mit einer Verfolgergruppe aufzuschließen. PAYWALL
Das sah sein Vorarbeiter Quinn Simmons ähnlich. “Das waren so 15 Sekunden Rückstand und wir sind einfach zu viert absolut Vollgas gefahren. Ich glaube, ich habe auf einem flachen Straßenabschnitt etwa vier Minuten lang 600 Watt getreten“, schilderte der US-Amerikaner die frenetische, aber nicht wirklich erfolgreiche Nachführarbeit.
Mads Pedersen (Lidl – Trek) schaffte mit einer Energieleistung auf der 13. Tour-Etappe noch den Sprung in die Gruppe des Tages und holte sich 20 Zähler am Zwischensprint. | Foto: Cor Vos
“Irgendwann wurde uns klar, dass wir die Lücke nicht mehr schließen würden. Mads hat dann die Entscheidung getroffen, dass wir aufhören und er ist dann alleine gesprungen“, erzählte er, und war offenbar sichtlich froh, dass sein Kapitän Initiative gezeigt hatte. Simmons selbst hatte, trotz seiner oft bewiesenen Bärenstärke, nicht mehr viel zum Zusetzen. “Ich bin im Grunde nur noch hinten im Feld mitgerollt und habe über Funk zugehört, wie sie näher kamen“, erzählte er.
Da versteht sich von ganz allein, dass da auch keine Energiereserven mehr übrig waren, um für seine GC-Kapitäne den Rückstand auf Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) zu begrenzen. “Ich habe mich da am Anfang quasi schon komplett abgeschossen. Ich saß also nur im Hauptfeld, habe versucht, so gut wie möglich zu essen und zu trinken.“ Keine Kraft also, um die Lücke auf den Briten zu verkleinern.
Der hat sich dank seines Fluchtversuchs mitten rein in den Kampf ums Tourpodium gebracht. Aber das interessierte den US-Meister an diesem Tag bestenfalls am Rande. “Pidcock ist nicht mein Problem, da fragst du besser einen von den Jungs hier“, sagte er zu RSN und verwies auf den neben ihn ausrollenden Mattias Skjelmose.
Der Däne, auf Platz neun des Klassements jetzt anderthalb Minuten hinter Pidcock, äußerte später etwas Skepsis gegenüber den taktischen Plänen seiner sportlichen Leiter. "Es war hart. Wir haben versucht Tempo hochzuhalten und trotzdem Quinn über den Anstieg zu bringen, weil Pidcock Juans viertem Platz gefährlich wurde“, sagte er Eurosport – und ging dann auf spürbare Distanz zu den Ex-Profis in den Begleitfahrzeugen. “Es war nicht meine Entscheidung, sondern die der Sportdirektoren. Die meinten, es wäre besser, mit der Nachführarbeit erst spät zu beginnen.“
Zwar musste Juan Ayuso (Lidl – Trek) Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) im Gesamtklassement an sich vorbeiziehen lassen, behauptete aber das Weiße Trikot. | Foto: Cor Vos
Fakt ist, dass jetzt auch sein Co-Chef Ayuso von Pidcock nach hinten verdrängt wurde. “Ja, das ist ein anderes Bild jetzt“, gestand immerhin der Sportliche Leiter Steven de Jongh mit Blick auf Pidcock ein. Total frustriert wirkte er aber nicht. “Ganz sicher musste er heute Energie investieren“, bezog er sich auf den Etappendritten, der auf die anderen Klassementfahrer alles in allem 7:34 Minuten gutgemacht hatte. Nun hofft de Jongh natürlich, dass der Brite in den kommenden Tagen Tribut zahlen muss für seinen Ausreißversuch.
Dass sein Team die Lücke nicht geschlossen oder zumindest nachhaltig verringert hatte, hielt er nicht für taktisches Versagen. “Es war kein Fehler, es lag einfach an den Umständen. Wenn so eine große Gruppe weggeht, kann man nicht jeden kontrollieren“, meinte de Jongh zu RSN. Pidcock sei jetzt mit im Spiel, gab er allerdings zu. “Er ist jetzt oben mit dabei und wir werden sehen. Aber es ist okay. Es sind sieben Sekunden (zwischen Pidcock und Ayuso, d. Red.) und wir sind mit dem Ergebnis zufrieden.“
Nicht seinen besten Tag erwischte der US-Meister Quinn Simmons (Lidl – Trek). | Foto: Cor Vos
Ähnlich versöhnlich äußerte sich dann auch Simmons: “Ich denke, wir haben volles Vertrauen in unsere beiden GC-Fahrer, dass sie das Problem lösen können.“ Das können Ayuso und Skjelmose dann gleich am Samstag am Markstein und am Sonntag am Plateau de Solaison unter Beweis stellen. Mit hoffentlich mehr Einigkeit in taktischen Fragen.
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