Analyse: Gewinner und Verlierer der 14. Tour-Etappe

Evenepoel und Seixas blicken zufrieden auf die Vogesen zurück

Von Kevin Kempf

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Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) fuhr ein starkes Finale und gehört dadurch zu den Gewinnern. | Foto: Cor Vos

18.07.2026  |  (rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat die 14. Etappe der Tour de France 2026 für sich entschieden und ist damit selbstverständlich der ultimative Gewinner des Vogesen-Rennens. Doch auch hinter dem Slowenen dürfen einige Klassementfahrer zufrieden auf den 155 Kilometer langen Abschnitt von Mulhouse nach Le Markstein Fellering zurückblicken.

Allen voran ist das natürlich der zweite UAE-Mann, Isaac Del Toro. Der Mexikanische Meister war recht zeitig in Schwierigkeiten geraten, kam aber kurz nach der letzten Bergwertung an Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) und Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) heran und ließ den beiden im Sprint um Platz zwei dann keine Chance. 

“Er fährt gern sein eigenes Tempo. Er kann seinen Effort sehr gut kalkulieren. Als er den Kontakt verlor, war ich zuversichtlich, dass er den Anschluss wieder schafft“, meinte sein Sportlicher Leiter Mauro Gianetti im Ziel gegenüber RSN. Sein Schützling kletterte an Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) vorbei auf Rang sieben der Gesamtwertung – und meldet damit auch wieder Podiumsambitionen an.

Pidcock und Vingegaard auf der Verlierer-Seite

Mit Pidcock und Vingegaard wurden beiläufig gleich zwei Verlierer des Rennens genannt. Der Brite verlor 3:34 Minuten auf Pogacar und damit fast die Hälfte dessen, was er gestern als Ausreißer gutgemacht hatte. Er begann die gestrige 13. Etappe als Gesamtzehnter, beendete sie als Gesamtvierter und ist wieder nun auf den neunten Rang abgerutscht. 

Auch Vingegaard kann mit dem Ergebnis von Le Markstein nicht zufrieden sein. Er beteuert weiter, um den Gesamtsieg zu kämpfen – büßte jedoch auf Spitzenreiter Pogacar weitere 54 Sekunden ein. Der Rückstand beträgt nach zwei Tourwochen genau 4:30 Minuten und ein Wunder scheint nötig, um das Blatt noch wenden zu können.

In Le Markstein Fellering konnte der Däne auf den letzten Metern nicht nur Del Toro nicht halten, auch Seixas spurtete ihm noch sechs Sekunden davon. Der 19-jährige Franzose zeigte seinen bisher besten Auftritt im Rahmen der Tour und wurde Dritter. Im Klassement rückte er um zwei Positionen vor und taucht nur 15 Sekunden hinter Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) als Vierter auf.

Evenepoel und Ayuso die teaminternen Gewinner

Der Belgier darf sich auch als moralischer Sieger dieser Etappe sehen. Am Col du Haag (1.Kat.) musste er die Favoriten zwischenzeitlich ziehen lassen. “Der Regen hat mir sehr zu schaffen gemacht, mir war sogar ein bisschen kalt. Die Geschwindigkeit war für mich etwas zu hoch“, blickte Evenepoel bei Sporza zurück. Letztendlich kam er aber sogar vor seinem Teamkollegen Florian Lipowitz über den Wertungsstrich. “Ich konnte meinen eigenen Rhythmus beibehalten und habe nicht zu viel Zeit verloren", befand er.

Im Ziel lag Evenepoel zwar zehn Sekunden hinter Del Toro und Seixas, Lipowitz und Juan Ayuso (Lidl – Trek) konnte er aber sogar derer jeweils zwei abnehmen. Damit hat Evenepoel eine weitere Bergetappe fast schadlos überstanden und seine gute Ausgangsposition vor dem Zeitfahren behauptet. Als Letzter der noch sieben Podiumsanwärter erreichte sein deutscher Mannschaftskollege das Ziel. Damit hatte Lipowitz, der als Erster der Favoriten angriff, vor den vielen Fans aus seiner Heimat sicherlich nicht den erhofften großen Tag. Allerdings zeigte auch Lipowitz eine mehr als nur solide Vorstellung.

Top-Ten-Gefahr von Carapaz und Johannessen?

Deutlich schlechter erging es Mattias Skjelmose (Lidl – Trek), der den Zielstrich als Zehnter 50 Sekunden nach Lipowitz überquerte. Damit klettert der zweitbeste Däne im Klassement zwar wieder an Pidcock vorbei, auf den Podestplatz von Evenepoel fehlen ihm jetzt aber schon 4:31 Minuten.

Ebenfalls Moral getankt haben dürften die Ausreißer Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) und Richard Carapaz (EF Education – EasyPost). Sie wiesen starke Form nach und gewannen sogar Zeit auf Lenny Martinez (Bahrain Victorious), der in der Gesamtwertung Zehnter ist – mit allerdings schon 7:30 Minuten Vorsprung auf den Elften. 

Der Norweger und der Ecuadorianer haben aber gezeigt, dass sie mit ihren guten Beinen weiter versuchen können, aus Gruppen heraus viel Zeit und eine Etappe zu gewinnen.

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