Die Stimmen zur 15. Etappe der Tour de France

Evenepoel: “Ich zittere buchstäblich vor Gefühlen“

Von Christoph Matt

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Remco Evenepoel drückt sich die Freudentränen weg nach seinem Sieg. | Foto: Cor Vos

19.07.2026  |  (rsn) – In einem packenden Finale hat Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) dem deutschen Rennstall auf der ersten Alpenetappe der Tour de France den ersehnten Tageserfolg beschert. Der Belgier schlug am Ende des 11,3 Kilometer langen Schlussanstiegs zum Plateau de Solaison das UAE-Duo im Dreiersprint und verwies das Gelbe Trikot von Tadej Pogacar sowie dessen Teamkollegen Isaac Del Toro auf die Plätze zwei und drei.

Knapp eine Minute hinter dem Spitzentrio fuhren der französische Youngster Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) und Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) als Vierter und Fünfter über den Zielstrich. Überschattet wurde der Alpen-Auftakt jedoch vom bitteren Sturz-Aus von Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), der das Rennen rund 23 Kilometer vor dem Ziel mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch aufgeben musste.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 15. Etappe der Tour de France:

Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe / Sieger / Flash Interview): “Es ist unglaublich, ich zittere buchstäblich vor Gefühlen. Es war ein höllischer Tag. Am Anfang fühlte ich mich richtig schlecht, aber dann ging es mir immer besser. Ich meine – Sie müssen verstehen: Ich habe den besten Fahrer aller Zeiten geschlagen. Er versuchte, den Berg so schnell wie möglich hochzufahren, damit sie die Etappe mit Isaac gewinnen. Für mich ist es ein Riesenfortschritt, dass ich diesem Tempo folgen konnte, denn es war irre hoch. Außerdem werde ich so oft kritisiert, weil ich keine steilen Anstiege überstehe und dies und das. Es fühlt sich einfach unglaublich an, dass ich es diesmal allein geschafft habe. Das bedeutet mir eine Menge.”

Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG / Zweiter / Flash Interview): “Es ist wirklich traurig zu sehen, dass Jonas raus ist. Seit 2021 haben wir immer um den Gesamtsieg gekämpft. Am Anfang hatten wir vielleicht nicht das beste Verhältnis, aber in den letzten zwei Jahren wurden wir gute Konkurrenten, die sich respektieren. Ich denke, auch irgendwie Freunde. Die Tour wird ohne ihn nicht dieselbe sein. Chapeau an Remco heute. Solaison ist wie ein 30-Minuten-Test-Anstieg und wir sind mit die besten Werte überhaupt gefahren. Ich schätze, Remco braucht manchmal einfach einen kleinen moralischen Schub und dann fliegt er. Er wird uns nächste Woche definitiv noch stark auf die Nerven gehen.“

Paul Seixas (Decathlon - CMA CGM / Vierter / Mixed Zone): Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, ich habe ein gutes Rennen gezeigt, denke ich. Es war natürlich nicht ideal mit dem Reifenschaden am Anfang. Da habe ich vielleicht ein paar Körner verbraucht. Auf diesem Niveau reicht es damit vielleicht nicht ganz für die Besten. Von daher: Schade, aber so ist es nun mal, man muss das Positive sehen. Ich habe es geschafft, bis jetzt stabil zu bleiben, habe mich gut erholt und ich hoffe, dass es in der dritten Woche genauso gut läuft.”

Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe / Fünfter / ARD): “Ich bin super happy, dass Remco heute die Etappe gewinnen konnte, für unser Team ist das ein Riesenerfolg. Es war einfach gut zu sehen, dass er heute die Beine dafür hatte. Mit dem Zeitfahren am Dienstag können wir also ganz zuversichtlich sein, weil ihm das eigentlich ganz gut liegen sollte. Wir sind auf einem guten Kurs. Das größte Ziel für uns ist es, jemanden auf dem Podium zu haben. Wenn es gut läuft sogar den zweiten Platz und da nehme ich mich auch selbst mal zurück.“

Quinn Simmons (Lidl - Trek / Zehnter / Eurosport): “Der Preis für den kämpferischsten Fahrer ist schön, unser Ziel war es aber, keine Zeit im Klassement zu verlieren. Ich glaube wir haben etwas Zeit verloren, ich glaube wir haben uns als Team aber gut geschlagen. Ich konnte bei einer Bergetappe der Tour vorne reinfahren, das ist ziemlich cool. Wenn es ein harter Tag, so wie heute, ist, kann ich auf den letzten 40 Minuten gut abliefern. Am Ende des Tages bin ich aber immer noch in der Ü70-Kilogramm-Kategorie, da braucht man schon ein paar Minuten, um vor diesen Jungs zu bleiben.”

Patxi Vila (Red Bull - Bora - hansgrohe / Sportlicher Leiter / Eurosport): “Nach gestern haben wir eine gute Analyse mit dem gesamten Team gemacht – mit den Ingenieuren, den Trainern und Coaches im Allgemeinen. Wir wollten den ersten Teil des Rennens, des Anstiegs, auf eine bestimmte Weise angehen. Wir haben dafür die Verantwortung übernommen. Nochmals Chapeau an Jai, Max, Cattaneo, Nico, Jan, an alle. Ich denke, diese Frage sollte man eher Remco stellen, aber ich glaube, das ist bisher eine der besten Versionen, die wir von Remco Evenepoel gesehen haben.”

Davide Piganzoli (Visma - Lease a Bike / 17. / Eurosport): “Als wir diese Nachricht bekamen, war das natürlich ein extrem harter Moment für uns, besonders wenn man mitten im Rennen ist. Ich hatte vor dem ersten Anstieg für ihn gearbeitet und weißt du, ich war da und wusste erst gar nicht, was ich tun soll. Aber ich meine, ich bin bis ins Ziel gefahren. Morgen ist ein neuer Ruhetag. Wir werden einen neuen Plan für die nächste Woche machen.“

Mauro Gianetti (UAE - Emirates - XRG / Teamchef / Eurosport ): “Ich wollte unbedingt noch ein paar Worte zu Jonas sagen, denn er ist ein außergewöhnlicher Athlet, der uns und den gesamten Radsport dazu angetrieben hat, besser zu werden. Ihn so durch einen banalen Sturz zu verlieren, tut leid, es tut wirklich extrem leid. Auch weil er einfach ein sehr wichtiger Fahrer für den Radsport war. Ich hoffe, dass er sich schnell erholen kann, aber es ist schade: Diese Tour ohne ihn ist einfach anders.“

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