Testagentur verteidigt Vorgehen bei Pogacar und Vingegaard

ITA meldet sich nach nächtlichen Dopingkontrollen zu Wort

Von Jan Zesewitz

Foto zu dem Text "ITA meldet sich nach nächtlichen Dopingkontrollen zu Wort"
Eine Doping-Kontrolle bei der Tour de France. | Foto: Cor Vos

20.07.2026  |  (rsn) – Die nächtlichen Dopingkontrollen zwischen den beiden Bergetappen in den Vogesen und dem Jura bei der Tour de France bei den beiden Topfahrern Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) schlugen hohe Wellen. Es kam Kritik aus dem Fahrerlager und von Experten – von “unmenschlichen“ Umständen war unter anderem die Rede. 

Auch wenn die beiden Akteure den Vorfall herunterspielten, deutete Pogacar im Anschluss an die Etappe zum Plateau de Solaison sogar an, dass Vingegaards  Sturz mit dem Schlafmangel zu tun gehabt haben könnte. Nun meldete sich die internationale Testagentur ITA zum Thema zu Wort.

"Die ITA ist sich bewusst, dass nächtliche Kontrollen die Ruhe und Regeneration der Fahrer beeinträchtigen können. Deshalb wird alles darangesetzt, die Auswirkungen der Kontrollmaßnahmen auf die Fahrer so gering wie möglich zu halten", hieß es in einer Mitteilung. "Die ITA trägt jedoch im Auftrag des Weltradsportverbands UCI die Verantwortung dafür, die Wirksamkeit des Anti-Doping-Programms im Radsport sowie die Integrität der Rennen sicherzustellen. Daher müssen wirksame Kontrollen in begrenzten und gerechtfertigten Fällen auch außerhalb der üblichen Tageszeiten möglich sein."

 

Rechtlich sind diese außerplanmäßigen Kontrollen im Radsport bei Verdachtsmomenten erlaubt. Man will so schnell abbaubare Mittel oder Maskierungsstoffe von unerlaubten Substanzen feststellen können. Auch Pogacar und Vingegaard akzeptierten diesen Eingriff in die Nachtruhe.

"Alle Dopingkontrollen bei der Tour de France und anderen internationalen Veranstaltungen, einschließlich der Entscheidung über den genauen Zeitpunkt der Tests, erfolgen im Einklang mit der Teststrategie der ITA sowie den Schutzbestimmungen des Welt-Anti-Doping-Codes, der Anti-Doping-Regeln der UCI und des französischen Rechts“, ließ die Agentur verlauten. “Dabei werden das Wohlergehen der Fahrer, die Chancengleichheit und ihre grundlegenden Rechte stets angemessen berücksichtigt."

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