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22.07.2026 | (rsn) – Lange hat Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) warten müssen, ehe er auch bei dieser 113. Tour de France (2.UWT) erstmals hat jubeln dürfen. Auf der 17. Etappe über 174,7 Kilometer zwischen Chambéry und Voiron war es dann endlich soweit. Im Sprint einer rund 40-köpfigen Gruppe schulbuchmäßig von seinem nimmermüden Teamkollegen Mathieu van der Poel lanciert, hatte der Belgier schließlich keine Mühe, sich seinen elften Tagessieg bei einer Frankreich-Rundfahrt zu holen.
Der Schweizer Mauro Schmid (Jayco – AlUla), der im Finale auf die Hilfe des Deutschen Meisters Felix Engelhardt vertrauen konnte, blieb auf ansteigender Zielgerade der zweite Platz, nachdem er sich in Belfort den Sieg hatte holen können. Olav Kooij, dessen Decathlon-Equipe im Rennverlauf viel gearbeitet hatte, verpasste als Dritter einen möglichen zweiten Tour-Etappensieg. Die Klassementfahrer um den Gesamtführenden Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) sparten vor den nun anstehenden Alpenetappen Kräfte und verzichteten auf Attacken.
In unserem Sammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech / Sieger / Flash-Interview): “Es war eine echte Achterbahn der Gefühle während dieser Tour de France. Ich musste bis zur 17. Etappe warten, obwohl ich sehr gut vorbereitet war und in der Form meines Lebens. Die ersten zwölf Tage waren einfach schrecklich. Ich habe mich selbst und mein Gefühl nicht gefunden, so wie ich es mir erhofft habe. Diesen Sieg nach 17 Etappen möchte ich dem Team widmen, das immer an mich geglaubt hat. Ich war wie ein wütender Vogel am Tisch. Ich war enttäuscht von mir selbst, dass ich keinen Etappensieg holen konnte. Das Team musste damit umgehen und deshalb ist dieser Sieg für alle in der Mannschaft.“
Mauro Schmid (Jayco - AlUla / Zweiter / ESP / RSN): “Jetzt, wo die Temperaturen ein bisschen runter gekommen sind, ist der Knopf aufgegangen und jetzt kann ich ziemlich frei fahren. Es wäre schön, wenn noch zwei, drei solche Etappen kommen würden. Jetzt geht es aber richtig in die Berge und darum, es irgendwie nach Paris zu schaffen. Ich glaube, es (Paris) ist keine schlechte Etappe (für mich).
Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM / Dritter / TDF): “Wir wussten, dass es schwer wird, eine Etappe wie heute zu kontrollieren. Das Team hat eine großartige Arbeit geleistet, mich in diese Position zu bringen, die Möglichkeit auf einen weiteren Etappensieg zu haben. Unglücklicherweise hatte ich am Ende nicht die Beine, um den Sprint zu gewinnen.“
Lewis Askey (NSN / Vierter / Eurosport): “Das Ziel heute Morgen war, in den letzten Kurven an den vordersten Rädern dran zu sein. Nach einem harten Tag wusste ich, dass mich nicht so viele Fahrer schlagen können. Ich habe trotzdem etwas gezögert. Ich hatte dann nicht mehr viel übrig zum Schluss, aber ich denke, die anderen auch nicht. Ich hätte nicht viel mehr als den vierten Platz erreichen können.“
Mads Pedersen (Lidl – Trek / Achter / Eurosport): “Es war ein schlechter Tag. Das sollte nicht passieren, und es ist sehr enttäuschend, so viele Punkte zu verlieren. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Vielleicht hätten wir die große Gruppe fahren lassen sollen, aber es hat auch danach ausgesehen, als ob sie die Lücke zufahren könnten für einen Sprint. Jetzt weiß ich nicht, was wir anders hätten machen sollen. Ich habe die maximale Punkteanzahl am Zwischensprint geholt, die Gruppe wollte nicht zusammenarbeiten, und so war am Ende mein Sprint nicht gut genug. Jasper (Philipsen) war unglaublich stark. Alles in allem ist es ein sehr enttäuschender Tag.“
Mathieu Van der Poel (Alpecin – Premier Tech / Elfter / Eurosport): “Ja, es fühlt sich sehr gut an. Es war heute den ganzen Tag über sehr hart. Ich habe versucht, in den wichtigen Gruppen mit dabei zu sein. Am Ende ist dann alles zusammengelaufen. Edward (Planckaert) war in der Spitzengruppe. Wir hatten immer einen Fahrer in jeder Gruppe. Das hat es heute etwas leichter gemacht, den Etappensieg einzufahren. An den nächsten Tagen wird es schwierig sein, Punkte im Kampf, um Grün zurückzuholen, aber er (Philipsen) hat heute einen fantastischen Job gemacht. Einfach nur eine Etappe zu gewinnen, ist auch sehr schön.“
Christoph Roodhoft (Alpecin - Premier Tech / Teamchef / TNT): “Es war auch vom Streckenprofil her keine leichte Tour. Als wir unsere Chancen hatten, haben wir es vermasselt. Nicht das Team, sondern unser Sprinter selbst war einfach nicht da. Nicht, um ihm die Schuld zu geben, aber so war es nun mal. Wir haben den perfekten Sprintzug aufgezogen, aber meistens für andere Teams. Das war also kein schönes Gefühl. Aber ich glaube, wir haben weiter daran geglaubt, und für heute war eigentlich Mathieu van der Poel derjenige, der aus Teamsicht die Chance bekommen sollte, die Etappe zu holen. Für mich war das so auch richtig, denn Jasper hatte bereits fünf Chancen, bei denen das Team komplett hinter ihm stand. Aber wie auch immer, es kam, wie es kam. Mathieu van der Poel hatte wieder einen riesigen Anteil an diesem Sieg."
Georg Zimmermann (Lotto - Intermarche / 18. / ARD): "Am Ende kam es zu einer relativ großen Gruppe, die um den Tag gesprintet ist. Dann hatten wir unseren Top-Sprinter Huub Artz mit dabei. Dem habe ich dann so gut wie möglich den Sprint vorbereitet und er hat es dann mit einem Top-Ten-Ergebnis belohnt. Von daher war es ein sehr erfolgreicher Tag. Ich hatte die Freiheiten bis zum Zielsprint, mich zu präsentieren, meine Kraft gut eingeteilt und war immer gut vorne mit dabei. Dann war die Rennkonstellation so, dass 30, 40 Fahrer um den Etappensieg gesprintet sind. Dann musste ich mich wegen der Team-Taktik hinten anstellen. So ist das im Radsport."
Nico Denz (Red Bull - Bora - hansgrohe / 23. / ARD): "Ich hatte die Etappe eigentlich schon vorm Start im Blick und habe dann auch die Möglichkeit bekommen, es zu versuchen. Am letzten Kicker war gut positioniert, habe dann ein bisschen sacken lassen und wollte dann über die Kuppe oder nach der Kuppe, wenn das Speed ein bisschen rauskommt von hinten, mit Momentum vorbeifahren. So war die Theorie. In der Praxis habe ich es dann auch versucht umzusetzen, aber dann wurde ich ein bisschen geblockt. Dann ging rechts der Move. Und im Sprint, was soll man machen? Aber ich hatte heute auf jeden Fall die Beine dafür und es gibt Rückenwind jetzt für die nächsten Tage."
Nils Politt (UAE - Emirates - XRG / 33. / ARD): "Die Sprintermannschaften wollten heute kontrollieren. Zum Schluss ging eine große Gruppe, ich bin so bisschen mitgeschwommen und irgendwann war ich vorne mit drin. Zum Schluss habe ich vielleicht ein bisschen zu wenig Energie zugeführt und habe meine Beine gemerkt.“
Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step / 34. / Eurosport):“Es war fast perfekt. Die Gruppe, die zu meiner Gruppe aufgeschlossen hat, hatte dann einfach mehr Energie und konnte mich so wieder einholen. Ich denke, ich war einer der wenigen Fahrer, die mit Mads (Pedersen) gemeinsam Tempoarbeit gemacht haben. Ich habe mir die Aufgaben fair mit ihm geteilt. Ich denke, ich hätte es mir mehr als verdient, heute zu gewinnen. Ich habe an den Sieg geglaubt, bis eine Minute, ehe sie mich wieder eingeholt haben.“
Felix Engelhardt (Jayco - AlUla / 43. / ARD): “Ich denke, wir haben alles richtig gemacht, wir waren in allen entscheidenden Gruppen vorne mit dabei und am Ende auch im selektiven Sprint vorne. So gesehen haben wir mannschaftlich das Beste rausgeholt und alles richtig gemacht.“
Niklas Märkl (Picnic - PostNL / 90./ RSN): "Es war ein brutaler Start und dann sind wir die Hälfte vom Rennen hinterher gefahren. Dann sind vorne wieder alle weggefahren. Es war ein weiterer Tag, wo du nur von A nach B fährst. Viel Spaß hatte ich heute nicht.