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23.07.2026 | (rsn) – Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) hat bei der 113. Tour de France auf der ersten der drei aufeinander folgenden Alpenetappen die sich ihm bietende Chance genutzt und seinen zweiten Tagessieg bei einer Frankreich-Rundfahrt gefeiert. Nach einer starken kollektiven Anstrengung seines Teams jagte der Ecuadorianer über 185,2 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette als erster über den Zielstrich der Bergankunft.
Seinen bereits dritten zweiten Platz konnte Mauro Schmid (Jayco – AlUla) verbuchen. Der zum Ende der Tour immer stärker werdende Schweizer ließ im Verfolgerduell dem US-Amerikaner Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike).
Die Klassementfahrer verzichteten auf der 18. Etappe bei erneut großer Hitze auf Attacken und kamen rund viereinhalb Minuten nach dem Etappensieger in der kleinen Favoritengruppe ins Ziel. Tadei Pogacar (UAE – Emirates – XRG) behauptete das Gelbe Trikot vor Remco Evenepoel (Red Bull Bora – hansgrohe), verlor mit Brandon McNulty aber einen seiner Helfer.
In unserem Sammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / Sieger / Flash-Interview): “Es ist ein sehr besonderer Moment, hier bei der Tour zu gewinnen. Es ist etwas, wofür man einfach alles geben muss. Ich möchte diesen Sieg meiner Familie widmen. Das ist das Wichtigste für mich. Es ist unglaublich, diese Etappe zu gewinnen. Es war nicht einfach, ein wirklich harter Tag. Ich konnte erst spät zur Gruppe hinspringen. Ich war besorgt, als eine größere Lücke da war. Als Quick-Step mit drei Fahrer gefahren ist, konnte ich den Anschluss schaffen. Es war ein sehr schwerer Anstieg, aber ich habe auf den richtigen Moment gewartet.“
Mauro Schmid (Jayco - AlUla / Zweiter / ARD): “Es war sehr taktisch auf den letzten zehn Kilometern. Niemand hat sich so richtig getraut, zu attackieren. Der Anstieg ist natürlich auch nicht extrem steil, dadurch ist es relativ einfach, am Rad zu bleiben. Aber dann, auf die zweite Attacke (von Carapaz) hat niemand mehr reagiert. Ich glaube, wir haben nochmal probiert, eine gute Pace zu fahren, aber die Beine waren dann auch ziemlich leer. Normalerweise liegt es mir sicher immer in der zweiten und dritten Woche. Und gerade dieses Jahr habe ich mich wirklich die erste Woche ziemlich geschont und habe es immer sehr easy genommen, auch die letzten Anstiege hoch. Ich glaube, das kommt mir jetzt ein bisschen entgegen, weil die ersten zehn Tage wieder extrem hart waren. Ich glaube, bei mir kommen jetzt die Beine. Das ist natürlich umso schöner. Felix Engelhardt hat heute wieder gezeigt, wie stark er ist und hat uns wieder super den Rücken freigehalten. Schon vom Anfang an, beim langen Anstieg, war er immer wieder vertreten in den Gruppen.“
Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike / Dritter / Eurosport):“Als wir zum finalen Anstieg gekommen sind, habe ich alles gegeben, was ich hatte. Ich hatte nicht mehr viel Energie übrig in den Beinen. Carapaz war viel stärker. Natürlich habe ich daran geglaubt. Ich hätte vor dem letzten Anstieg allein sein müssen, aber ich habe nicht den Weg gefunden, um das umzusetzen. Es ist natürlich enttäuschend. Ich hatte meinen besten Tag bei der Tour bis jetzt. Das ist gut, aber ich war nicht gut genug für den Sieg.“
Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step / Vierter / Eurosport):“Ich bin nicht enttäuscht, aber ich habe heute sehr gelitten. Es war am Ende sehr anstrengend. Ich war völlig leer. Es war ein sehr harter Tag heute, aber ich darf nicht enttäuscht sein, weil ich von stärkeren Fahrern abgehängt wurde. Am Ende bin ich dort gelandet, wo ich hingehöre. Im Hinblick auf das Gepunktete Trikot war es ein guter Tag heute. Ich habe sehr dafür gekämpft und das hat mich auch motiviert, so viele Punkte wie möglich zu holen. Ich bin knapp herangekommen und ich glaube immer noch daran und hoffe, dass ich mich heute Abend gut erholen kann.“
Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility / Fünfter / Eurosport): “Ich hatte einen wirklich schweren Start und wir sind dann den gesamten Tag sehr schnell gefahren. Ich war dann zu müde, um zu folgen. Mein Körper ist jetzt wirklich sehr müde. Ich hoffe, wir werden bald Paris erreichen. Ja, ich denke, das war einer der härtesten Tage. Wir haben fast 400 Watt den ganzen Tag getreten. Es hat einfach nicht aufgehört. Ich hätte natürlich auf mehr gehofft heute, aber ich werde es erneut versuchen. Gratulation an Carapaz, er war richtig stark.“
Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG / Gelbes Trikot / Pressekonferenz): “Ich bin wirklich traurig, dass Brandon McNulty die Etappe nicht beenden konnte. Wir werden ihn in den nächsten zwei Tagen vermissen, aber ich glaube, Adam Yates geht es von Tag zu Tag besser und morgen lassen wir es einfach auf uns zukommen. Wir werden das überstehen.“
Mads Pedersen (Lidl - Trek / Grünes Trikot / Mixed Zone):"Die Strategie war ganz klar, ich habe versucht, in die Ausreißergruppe zu kommen. Ich musste in der ersten Gruppe bis zum Sprint kommen, danach konnte ich die Beine hoch nehmen und so locker wie möglich hier hoch fahren. Es gibt immer noch viele Punkte zu holen. Allein in Paris gibt es 75 Punkte und ich bin aktuell erst 32 Punkte vorne. Es ist ein Kampf bis nach Paris. Morgen wird es hart, aber ich werde mein Bestes geben. Das Ziel für Paris ist der Sieg."
Charles Wegelius (EF Education – Easy Post / Sportlicher Leiter / Eurosport): “Es ist riesig. Eine Etappe bei der Tour de France zu gewinnen ist für keinen einfach. Wir haben vom ersten Tag mit jedem danach gejagt. Wir haben keine Gruppen verpasst, in denen wir sein sollten, haben unsere Karten immer richtig ausgespielt und sie haben immer brillant zusammengearbeitet. Das war auch heute wieder so. Wir waren überall. Es gab Momente, in denen wir gedacht haben, dass wir alles verloren haben. Ich denke, diese Etappe war ein gutes Beispiel, wie die gesamte Tour für uns verlaufen ist. Das ist ein Resultat von acht Fahrern und vielen anderen Menschen im Hintergrund. Keiner hat aufgegeben und keiner hat schon an Paris gedacht. Ich bin so froh, dass jeder jetzt dafür belohnt wurde.“
Nils Politt (UAE - Emirates - XRG / ARD): “Ich weiß selber nicht was los war, Brandon (McNulty) ist jetzt raus, das ist ein herber Rückschlag für uns. Wir müssen jetzt noch die zwei Tage überleben. Zum Glück fühlen sich Tadej (Pogacar) und Isaac (Del Toro) gut und ich auch. Adam (Yates) hat sich heute auch schon deutlich besser gefühlt. Der hat sich einfach zurückfallen lassen, um Kräfte zu sparen. Wir werden schauen, dass wir das nach Hause bringen. Wenn wir zwei Leute auf dem Podium haben, wäre wir schon zufrieden.”
Maxim van Gils (Red Bull - Bora - hansgrohe / RSN): “Wir sind sehr schnell losgefahren, es war ein harter Tag. Ich bin am letzten Anstieg schon ziemlich schnell gefahren und Remco (Evenepoel) sagte immer noch ein bisschen schneller, noch ein bisschen schneller. Der Plan war eigentlich, ein normales Tempo zu fahren und ich dachte mir, ich fahre doch schon schnell.”
Raul Garcia Pierna (Movistar / Sechster / Eurosport): “Es war sehr, sehr schwer. Ich bin mehr oder weniger die gesamte Zeit Vollgas gefahren. In der Ausreißergruppe habe ich mich dann sehr leer gefühlt. Ich hatte nichts mehr übrig. Ich habe versucht, mich so gut wie möglich zu erholen, es war aber einfach brutal.“