Nach dem Etappensieg ist das Bergtrikot das Ziel

Carapaz will auch dieses Jahr gepunktet nach Paris

Von Christoph Matt

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Mit langem Anlauf zum Tour-Etappensieg: Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) | Foto: Cor Vos

23.07.2026  |  (rsn) - Seit 2018 gelingt Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) in fast jeder Saison ein großer Sieg. Auf der 18. Etappe der diesjährigen Tour de France fuhr er wieder einen solchen ein. Der Ecuadorianer gewann aus der Ausreißergruppe heraus in Orcières-Merlette die erste von drei aufeinander folgenden Bergankünfte und verbesserte sich zudem in die Top 10 der Gesamtwertung.

"Wir haben im Team gewusst, wofür wir hier sind, und wussten, was zu tun ist. Heute ist es ein ganz besonderer Tag geworden. Wir haben es jetzt endlich geschafft, das zu erreichen, was wir die letzten Wochen schon wollten“, sagte ein glücklicher Carapaz im Zielinterview nach dem 25. Profisieg.

Der 33-Jährige, bei der Tour 2021 bereits Dritter im Gesamtklassement, trat diesmal nicht mit Ambitionen in der Gesamtwertung an. Seine US-amerikanische Mannschaft und er starteten mit dem expliziten Ziel Etappensiege, allerdings dauerte es bis zum Ende der dritten Woche, ehe der erste bejubelt werden konnte.

Für den sorgte, wenig überraschend, der Kapitän. Bereits auf der 3. Etappe war Carapaz Dritter geworden, an der Bergankunft in Le Markstein reichte es zu Rang acht. Nun platzte auf der ersten Alpenetappe der Knoten. "Ich wusste, dass der heutige Tag gut für eine Ausreißergruppe war. Aber die kommenden zwei Tage werden für das Gesamtklassement entscheidend sein. Das werden eher Etappen für UAE. An der Alpe d'Huez zu gewinnen, ist mystisch – extrem viele Fahrer wollen dort siegen“, erklärte der Olympiasieger von Tokio 2021, weshalb er es mit aller Macht auf der 18. Etappe probierte.

 

Nach seinem zweiten Tour-Tagessieg hat er nun auch die Bergwertung im Blick. Das Gepunktete Trikot ist ihm durchaus vertraut, 2024 durfte er es mit nach Hause nehmen. Allerdings musste er sich an den ersten Bergwertungen des Tages jeweils  Valentin Paret-Peintre (Soudal - Quick-Step) geschlagen geben. 

Der Franzose konnte dann aber im Schlussanstieg nicht mehr mithalten und wurde schließlich nur Vierter, wogegen der Sieger auch noch zehn Bergpunkte einheimste. "Über die Punkte habe ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht. Der Fahrer von Quick-Step ist in solchen Rennsituationen schneller als ich. An steileren Anstiegen wie morgen wird es für ihn allerdings schwerer als heute. Wir werden sehen, was in den nächsten Tagen passiert. Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Es jetzt zu holen, wäre wirklich wunderschön“, meldete Carapaz seine Ambitionen an.

Jetzt geht es noch um das zweite Ziel

Der aktuell im Bergklassement führende Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) liegt nur noch einen Zähler vor Paret-Peintre, mit sieben Punkten Rückstand folgt Carapaz auf dem dritten Platz. Dem Slowenen jedoch liegt logischerweise wenig am Gepunkteten Trikot. "Für mich hat es keine Priorität. Für die Zuschauer ist es ein schöner, enger Kampf“, sagte der Träger des Gelben Trikots auf der Pressekonferenz zum Dreikampf an der Spitze, der zu einem Duell zwischen Paret-Peintre und Carapaz werden könnte.

"Wir sind  mit dem klaren Ziel zur Tour gekommen, eine Etappe zu gewinnen und zu versuchen, das Bergtrikot zu holen. In den nächsten zwei Tagen gibt es noch eine Menge Punkte. Wir werden versuchen, das Trikot zu erobern – das wird von den Beinen abhängen", kündigte Carapaz an, nun Bergpunkte statt einen weiteren Etappensieg zu jagen.

Nebenbei rückte er auch im Gesamtklassement weiter vor und verdrängte den Schweizer Yannis Voisard (Tudor) vom zehnten auf den elften Rang. "Dass ich jetzt am Ende trotzdem noch da oben in den Top 10 stehe, habe ich mir vermutlich verdient", erklärte er. Das Klassement wird Carapaz auf den beiden nächsten Etappen aber kaum im Visier haben. Vielmehr geht es darum, so viele Bergpunkte wie möglich zu holen, um auch sein zweites großes Ziel zu erreichen.

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