Deutscher Meister stark auf 18. Tour-Etappe

Schmid: “Engelhardt hat sich für mich aufgeopfert“

Von Joachim Logisch aus Orcieres-Merlette

Foto zu dem Text "Schmid: “Engelhardt hat sich für mich aufgeopfert“"
Felix Engelhardt (Jayco - AlUla) auf der 18. Rtappe der Tour de France | Foto: Cor Vos

23.07.2026  |  (rsn) - Mit einer bärenstarken Leistung hatte Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) den zweiten Platz seines Kapitäns Mauro Schmid vorbereitet. Bis zur völligen Erschöpfung hatte der Ulmer während der 18. Etappe der Tour de France zunächst in der Ausreißergruppe gekämpft, die er schließlich mit einem entschlossenen Antritt sprengte, so dass nur noch sechs Profis um Schmid an der Spitze den Sieg unter sich ausmachten. Den holte sich schließlich Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) vor dem Schweizer. 

Dementsprechend voll des Lobes über den Deutschen Meister war Schmid später in seinen Interviews. "Er hat heute wieder gezeigt, wie stark er ist und hat uns wieder super den Rücken freigehalten“, schwärmte der 26-Jährige von seinem Teamkollegen. "Schon vom Anfang an, beim langen Anstieg, war er immer wieder in den Gruppen dabei und wir (als Team) konnten uns ein bisschen zurücklehnen.“

Doch im Laufe der Etappe, Schmid konnte das selbst nicht genau erklären, stieß er zur Verfolgergruppe vor. "Weil ich schauen wollte, dass keiner mehr nach vorne fährt. Ich denke, eine kleinere Gruppe ist auch eine bessere Chance.“ Dabei sollte es nicht bleiben. Denn 47 Kilometer vor dem Ziel versuchte Engelhardt, sich mit Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) und Tobias Halland Johannessen (UnoX-Mobility) abzusetzen, was auch gelang. Nur kamen Schmid und Raul Garcia (Movistar) noch dazu. Schmid: "Auf einmal hing ich plötzlich irgendwie zwischendrin und wir dachten, vielleicht ist es nicht so schlecht, wenn ich auch nach vorne komme und er mir da den Rücken freihalten könnte.“

So befanden sich zwei Jaycos ganz vorne. Doch Engelhardt spürte schon seine Grenzen. "Er hat dann gesagt, dass seine Beine sind nicht mehr so gut sind. Er hatte natürlich schon viel im ersten Anstieg investiert. Deshalb hat er sich dann für mich geopfert. Was wieder extrem schön war", sagte Schmid.

Engelhardt wiederum mobilisierte noch mal alle Reserven. "Und dann hat er im Tal unten die Attacke vorbereitet. Das war eine super Ausgangslage“, lobte Schmid den Deutschen Meister.

 

Schmid mit sich und Engelhardt sehr zufrieden

Dass es für den Profi, der eher auf hügeligen Profilen seine Stärken ausspielen kann, im Hochgebirge nicht ganz zum Sieg reichte, lag jedenfalls nicht an Engelhardt. "Ich glaube, es ist keine Schande, auf einer Etappe wie dieser von Carapaz abgehängt zu werden. Er war eindeutig der Stärkste in der Gruppe und ich war einfach super froh, überhaupt in der Ausreißergruppe zu sein. Ich habe den Anschluss geschafft und danach war es auch wirklich gut, Felix dabei zu haben. Er hat mich in eine gute Ausgangslage gebracht und wir hatten einen kleinen Vorsprung. Das war also echt gut“, war Schmid mit sich, mit Engelhardt und dem Ausgang der 18. Etappe mehr als zufrieden.

Engelhardt selbst konnte sich zu seiner tollen Arbeit nicht äußern. Völlig ausgelaugt lehnte er im Ziel alle Interviewanfragen ab.

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