--> -->
26.07.2026 | (rsn) – Die Schlussetappe der Tour de France 2026 (2.UWT) in Paris ist zu einem Krimi bis zum Zielstrich geworden: Nach einer Attacke bei der letzten Passage des Montmartre setzten sich Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) und Gesamtsieger Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) aus dem Peloton ab und arbeiteten bis zum Schluss gut zusammen.
Das Decathlon-Team aber machte Jagd auf das Duo führte die Sprinter gemeinsam mit Cofidis immer näher an das Duo heran. Im Schlussspurt rettete sich aber van der Poel noch wenige Zentimeter vor den schnellen Männern über die Linie, von denen sein Teamkollege Jasper Philipsen der Beste war. Er ließ aber die letzten Tritte aus, um van der Poel nicht mehr abzufangen und ihm den mit seinem Parforceritt verdienten Sieg zu lassen.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Mathieu Van der Poel (Alpecin – Premier Tech / Etappensieger / Flash-Interview): "Bereits vor einem Jahr habe ich hierüber nachgedacht, als ich krank war und die Etappe zuhause vor dem Fernseher verfolgen musste. So wie es jetzt gelaufen ist, ist ein Traum – unglaublich: Es war so hart und dann mit dem besten Fahrer der Welt vorne zu sein… Ich muss Tadej einen großen Respekt aussprechen! Ich dachte, dass wir wieder eingeholt werden, doch dann habe ich nur noch an diesen Moment gedacht, 500 Meter vor dem Ziel meinen Kopf runtergenommen und bin so schnell gefahren, wie ich konnte."
Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG / Gesamtsieger / Flash-Interview): "Es war ein großartiger Tag. Ich bin sprachlos – unglaublicher Tag, unglaubliche Atmosphäre und ich bin happy, dass es vorbei ist und wir zum fünften Mal gewonnen haben. Jeder Sieg ist wirklich speziell. Ich bin jetzt sieben Mal die Tour gefahren und stand sieben Mal auf dem Podium – fünf Siege. Das ist etwas, was man sich nicht mal in ein Drehbuch schreiben würde. Wirklich unglaublich, auch für mich. Es ist ein hervorragendes Podium mit großen Champions. Es ist schade, dass Jonas rausgestürzt ist, und auch viele andere – ich wünsche ihnen allen eine schnelle Genesung, damit wir nächstes Jahr wieder kämpfen können."
Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech / Etappen-2. / Eurosport): "Die letzten Meter gingen so schnell, aber ja, es hat für uns genau gepasst. Das ist unglaublich! Das ist etwas, was wir als Team geschafft haben – es wird ein Meilenstein für unser Team für eine lange Zeit sein. Mathieu hat so viel in der Vergangenheit schon für mich getan, er ist ein unglaublicher Teamkollege und selbst ein Champion – und mehr als das, auch als Freund."
Max Kanter (XDS - Astana / Etappen-4. / ARD): "Die letzten Tage haben wir alle so viel investiert, um hier anzukommen, dann kommt man in die Position, um hier um den Sieg mitzusprinten und dann fehlt nicht viel. Ich bin gerade ziemlich enttäuscht, aber am Ende ist es meine erste Tour der France. Ich muss die Erfahrung einfach mitnehmen und muss das Positive daraus ziehen. "
Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM / Etappen-5. / Eurosport): "Ich glaube wir haben alles getan, was wir konnten. Wenn diese Jungs angreifen, sind sie schwer wieder einzufangen. Wir hätten es fast geschafft, aber Mathieu hat sich geradeso gerettet. Man konnte spüren, dass es bis auf die letzten Meter geht – und er hat es geradeso geschafft. Ich glaube wir können wirklich stolz sein, wie wir die Tour gefahren sind – mit Paul und mir, beide bei unserer ersten Tour, haben wir ein paar tolle Ergebnisse geholt. Es war viel Leiden, aber das war es definitiv wert."
Matej Mohoric (Bahrain Victorious / Etappen-6. / Eurosport): "Wir haben uns heute Morgen schon gedacht, dass dieser Parcours um einiges leichter ist als letztes Jahr. Wir sind nicht in einer Linie zur Einfahrt in den Berg gekommen, weshalb es viel schwerer ist, dort einen Unterschied zu machen. Van der Poel, Pogacar und Pedersen haben trotzdem gezeigt, wie stark sie sind, obwohl der Parcours ihnen keinen Gefallen getan hat. Hut ab an Mathieu und Tadej, weil sie es trotzdem versucht haben, wegzukommen - und vor allem dafür, dass sie vorne bleiben konnten."
Nils Politt (UAE - Emirates - XRG / Etappen-54. / ARD): "Es war wieder eine sehr, sehr schöne Tour. Das zehnte Mal bin ich jetzt die Tour gefahren, das zehnte Mal in Paris angekommen - gut, einmal in Nizza. Aber es war wieder ein superschönes Erlebnis! Ich bin auch froh, dass die Strapazen vorbei sind. Tadej wollte es einfach probieren, heute nochmal zu gewinnen, aber man hat es gesehen: Matthieu war extrem stark! Ich denke, die neue Runde ist sehr schön, weil man sieht, es ist ein Kampf zwischen Ausreißern und Sprintern."
Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost / Etappen-71. / ARD): "Ich bin erleichtert, dass ich hier bin. Es ist ein ganz besonderer Moment, wenn man da hochschaut. Jedes Jahr habe ich das hier im Fernsehen angeschaut hat und jetzt selber hier dabei zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl. . Von meiner persönlichen Leistung her, bin ich nicht ganz zufrieden, aber was wir im Team gemacht haben, das war eine super Tour für uns."
Felix Engelhardt (Jayo AlUla / Etappen-81. / ARD): "Ich glaube, so lange werde ich das Rad gar nicht in die Ecke stellen. Ich denke, zwei, drei Tage. Wenn man es zu lange in die Ecke stellt, dann fällt der Wiedereinstieg immer noch schwerer. Ich denke, jetzt mal morgen fahre ich auf gar keinen Fall. Dann lässt man sich meistens doch breitschlagen, mit den Freunden ins Café zu fahren. Aber jetzt erst mal ein, zwei Wochen entspannt zum Genuss-Radfahren und ansonsten nichts."
Niklas Märkl (Picnic - PostNl / Etappen-88. / ARD): "Ich muss sagen, ich habe drei Kreuze gemacht, als ich gestern über die Ziellinie gefahren bin. Ich war mausemause tot. Wir haben es versucht in der ersten Runde und dann habe ich aber ganz, ganz schnell gemerkt, dass das nichts wird. Wie Dege gerade gesagt hat, haben wir die letzten zwei Runden hier ein bisschen die Atmosphäre genossen."
John Degenkolb (Picnic - PostNl / Etappen-89. / ARD): "Das war schon wirklich etwas ganz, ganz Besonderes hier. Als wir zusammen abgehängt waren, konnte ich die Atmosphäre auch noch mal ein bisschen mehr genießen. Vorher war es ein mega hartes Radrennen. Ich hatte aber heute wirklich keine guten Beine. Nach gestern oder nach den letzten Tagen durch die Berge, das war echt mega schwer. Am Ende bin ich trotzdem wahnsinnig froh und glücklich und happy, dass wir als Mannschaft hier so gut durchgekommen sind und am Ende gemeinsam, den Moment genießen können!"
Michel Heßmann (Movistar / Etappen-102. / ARD): "Es war unfassbar, wirklich unfassbar. Ich war auch froh, dass ich es echt genießen konnte. Toll, wirklich. Durch diese Häuserschluchten, da hallt es nochmal alles ganz, ganz anders wider. Es ist wirklich unvergleichbar! Und dann ist es irgendwie noch so dreidimensional, überall. Also nochmal ein ganz anderes Level - und dann hier durch Paris zu fahren und dann am Triumphbogen entlang, also wirklich den ganzen Tag Gänsehaut!"
Nico Denz (Red Bull - Bora - hansgrohe / Etappen-134. / ARD): "Ich habe die Spitzengruppe in der letzten Runde auf der anderen Seite kommen sehen. Bis zur ersten Runde Montmartre bin ich gefahren und dann habe ich einfach nur noch die Stimmung genossen und die anderen ein bisschen arbeiten lassen. Das ist hier einer der Gründe, warum ich Radprofi geworden bin: Arc de Triomphe, Champs-Élysées, Tour de France ist einfach ein Mythos! Es ist schon was ganz Großes da selber jetzt endlich mal dabei zu sein und dieses Jahr das erste Mal in Paris für mich."