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31.07.2026 | (rsn) – Zwanzig Minuten lang hieß der Sieger der 2. Etappe der Dänemark-Rundfahrt Jensen Plowright (Alpecin – Premier Tech). Der Australier hatte schon beim Ziel-Interview vorgesprochen, die Ergebnisse und ersten Rennmeldungen standen auf den internationalen Radsport-Seiten bereits online – dann kam die Korrektur: Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hatte nach dem Auftakt auch das zweite Teilstück für sich entschieden - im Millimeterspurt.
“Ich hatte das Gefühl, dass es wirklich knapp war. Ich habe gespürt, wie er von hinten herankam – und als Fahrer, der von hinten aufschließt, gelingt es einem oft, vorbeizuziehen“, erzählte van Aert später bei Sporza. “Doch dann bleibt die Frage, ob es gerade noch gereicht hat oder ob es einen Augenblick zu spät war. Mein erster Eindruck war nicht unbedingt, dass ich gewonnen hatte, sondern vielmehr, dass es eine sehr knappe Angelegenheit war“, fügte er an.
Obwohl es knapp war, jubelte Plowright sofort ausgelassen. Ob dem das Motto “Fake it till you make it“ zugrunde lag ist unbekannt, jedenfalls schloss sich die Regie direkt dem Alpecin-Fahrer an und blendete ihn als Sieger der Etappe ein. Auch van Aert hatte der Sprinter überzeugt: “Weil er sich so sicher war, ging ich davon aus, dass es bereits überprüft worden war. Ich dachte, ich läge völlig daneben, aber am Ende war es eine denkbar knappe Angelegenheit.“
Wie knapp es war, wurde zunächst in der Wiederholung deutlich - denn die machte eigentlich gar nichts deutlich. Und auch das Zielfoto brachte kaum Klarheit. “Als ich in der Mixed Zone ankam, hatte ich eigentlich keine Zweifel mehr – bis sie das Foto zeigten und man auf diesem Foto den Unterschied nicht erkennen konnte“, sagte van Aert, der dann aber eine zweite Version des Fotos zu sehen bekam.
“Eine schärfere Aufnahme zeigte, dass ich letztendlich doch einen Bruchteil schneller war. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Zum Glück mussten sie es noch einmal genau überprüfen“, so der 31-Jährige nach seinem vierten Saisonsieg. Diesmal bestand nach Auswertung des Zielfotos also kein Zweifel am Gewinner. Als van Aert 2021 den Sieg beim Amstel Gold Race (1.UWT) in einer der kontroversesten Entscheidungen der modernen Radsportgeschichte zugesprochen bekommen hatte, war das anders. Bis heute gibt es starke Zweifel über den wahren Sieger des niederländischen WorldTour-Rennens.
Einfacher lief es in Dänemark, wo der enttäuschte Zweite nach Betrachtung des Zielfotos seine Niederlage eingestand. “Es war eine Reifenbreite. So knapp war es, aber so ist es nun mal, auch wenn es schade ist. Ich sollte nicht allzu enttäuscht sein, auch wenn es schön gewesen wäre. Ich kam schnell heran und dachte, ich hätte Wout und den Sieg schon sicher, aber das Zielfoto lügt nicht“, urteilte Plowright.
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