RSNplusKeine Schweizer Medaille im WM-Zeitfahren

Küng und Bissegger hadern aus unterschiedlichen Gründen

Von Peter Maurer aus Montreal und Kevin Kempf

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Stefan Küng erreicht das Ziel und wird Siebter. | Foto: Cor Vos

20.09.2026  |  (rsn) – Die beiden Schweizer Stefans waren nach ihren Auftritten bei der Zeitfahr-WM in Montreal nicht zufrieden. Während Stefan Küng als Siebter auf der ersten Seite des Ergebnisses landete, musste man Stefan Bissegger deutlich weiter unten suchen, bevor man auf Platz 28 fündig wurde. Beide hatten unterschiedliche Erklärungen für ihr Abschneiden.

"Ich denke, ich war nicht aggressiv genug", resümierte Küng am Eurosport-Mikrofon. "Bei einem Kurs wie diesem musst du vom ersten Meter an da sein. Es ist schwierig, sich dann plötzlich umzustellen. Das Gefühl war, dass ich noch länger fahren hätte können. Das bedeutet, dass ich es mir nicht gut genug eingeteilt habe." Tatsächlich startete Küng mit der siebtbesten Zeit im ersten Sektor, um im zweiten zwei Plätze einzubüßen und in den letzten beiden wieder jeweils einen zu gewinnen.

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Während Küng mit dem Vuelta-Etappensieg im Kampf gegen die Uhr im Gepäck nach Kanada gereist war, sah die Vorbereitung von Bissegger ganz anders aus. "Der Sturz in Polen ist jetzt sechs Wochen her, glaube ich. Es war ein doppelter Bruch mit vier Muskeln, die gezerrt waren, einer war fast abgerissen. Ich habe das Maximum gegeben, wir wussten aber, dass es ein bisschen schwer wird mit der Vorbereitung. Schlecht war ja die Performance auch nicht, aber es war halt nicht das, was ich mir erhofft hab", sagte der Decathlon-Profi zu seinem dritten Rennen nach dem Crash gegenüber RSN. Seine beiden Einsätze bei den kanadischen WorldTour-Eintagesrennen in Montreal und Quebec resultierten jeweils in einem "DNF".

Stefan Küng auf dem Kurs in Montreal | Foto: Cor Vos

Bei der Zeitfahr-WM schaffte er es ins Ziel, aber auch am Sonntag fehlte noch etwas die Kraft. “Am Ende war es ein bisschen zu lang. Ich glaube, die ersten 30 Minuten waren ziemlich gut. Ich habe mich auch noch gut gefühlt und wollte danach aufdrehen, aber dann waren ziemlich schnell die Beine weg“, gab Bissegger zu. Er ließ bei der ersten Zeitnahme die 20. Zeit notieren und verlor danach sukzessive Positionen.

“Komische Pflöcke“ auf der Strecke

Wie der Deutsche Jasha Sütterlin, so äußerte auch der 28-Jährige Kritik am Parcours. “Man denkt ja, die Straße ist schön breit, aber sie war eben geteilt mit komischen Pflöcken, die da immer wieder standen. Die waren außerdem nicht in einer geraden Linie. Das hat es definitiv nicht einfacher gemacht. Es war sehr viel Konzentration gefordert, vor allem am Anfang. Auch danach gab es sehr große Schlaglöcher“, ärgerte sich der Eidgenosse. "Ich habe dreimal fast mein Visier verloren, weil dann irgendwann die Magnete nicht mehr hielten. Es gab viele solche Sachen, bei denen man sich wirklich sehr, sehr konzentrieren musste. Man konnte sich nicht einfach nur aufs Treten fokussieren, sondern musste immer auch die Linie suchen", erzählte er weiter.

Stefan Bisseger auf dem Kurs in Montreal | Foto: Cor Vos

Am Dienstag stehen sowohl Küng als auch Bissegger erneut am Start. In der Mixed Staffel, bei der die Schweiz ohne Bissegger letztes Jahr Bronze gewann, geht es wieder auf Medaillenjagd. "Ich glaube, auf dem ersten Teil wird man sich kaum ablösen. Man ist so schnell da unten und es gibt nicht wirklich viel Zeit im Wind. Im ersten Teil wird quasi einer einfach vorne fahren, die anderen bleiben hinten dran und dann unten wird ein bisschen gekreiselt", vermutete der Zeitfahr-Europameister von 2022. "Zurück kann man vielleicht ein bisschen mehr ablösen, wenn es hoch geht. Aber alleine wäre man wahrscheinlich fast gleich schnell."

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