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03.10.2026 | (rsn) – Nach seinem 3. Platz vor zwei Jahren – damals noch in den Farben des italienischen Pro-Teams Polti – Kometa – holte sich Davide Piganzoli (Visma - Lease a Bike) beim Giro d’Emilia 2026 (1.Pro) seinen siebten Profi-Sieg. Der 24-Jährige setzte sich in der Abfahrt vor dem Schlussanstieg ab und verteidigte seinen Vorsprung auch am berühmten Anstieg zur Basilika San Luca oberhalb von Bologna. Top-Favorit Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) wurde vor seinem britischen Landsmann Oscar Onley (Netcompany – Ineos) nur drei Sekunden hinter dem Sieger Zweiter.
Piganzolis Teamkollegen Ben Tulett und Matteo Jorgenson komplettierten die Top Five. Das Visma-Team hatte sich vor allem im Finale mit dem schweren Rundkurs als die stärkste Mannschaft herauskristallisiert. Der US-Amerikaner Jorgenson war wie bei Brandon McNultys WM-Triumph erneut ein essenzieller Bestandteil beim Sieg seines Teamkollegen.
Weltmeister McNulty hingegen zeigte sich bei seinem ersten Auftritt im Regenbogentrikot angriffslustig, verlor jedoch auf der vorletzten Runde den Anschluss und wurde am Ende Zehnter. Sein UAE-Team hatte sich mit einem in der Breite stark aufgestellten Mannschaft wohl etwas mehr ausgerechnet als Rang acht von Adam Yates.
“Wir mussten einfach auf das Finale warten“, erklärte Piganzoli nach seinem ersten Profi-Sieg auf heimischem Boden. Am Gegenanstieg zum Monte Albano auf der technisch anspruchsvollen Abfahrt von der Basilika zurück nach Bologna hatte er noch Probleme, den Anschluss an die Spitzengruppe zu halten. Auch bei der vorletzten Überquerung des 2,1 Kilometer langen und fast zehn Prozent steilen Anstieg gehörte Piganzoli nicht zu den Stärksten.
Doch im steilsten Abschnitt der Abfahrt nutzte der 24-Jährige aus Morbegno, ganz im Norden von Italien gelegen, seine Abfahrtkünste. Die Verfolger um Ben Healy (EF Education – EasyPost), Pidcock und Onley waren sich in der Nachführarbeit nicht ganz einig und Jorgenson störte zusätzlich. “Auf der letzten Runde habe ich es dann einfach probiert. Dann konnte ich einen Vorsprung etablieren und diesen ins Ziel retten“, sagte der Sieger.
Nach etwa 30 Kilometern hatte sich die Gruppe des Tages, die aus Amanuel Ghebreigzabhier (Lidl – Trek), Adne Holter (Uno-X Mobility), Manuele Tarozzi (Bardiani – CSF – 7 Saber), Ben Granger und Tommaso Nencini (beide Solution Tech – Nippo – Rali), Diego Pablo Sevilla (Polti – VisitMalta), Kevin Pezzo Rosola und Andrii Ponomar (beide General Store – Essegibi – F.Li Curia) bestand, etabliert. Die Ausreißer erhielten vom Visma – Lease a Bike und Pinarello – Q36.5 kontrollierten Peloton einen Vorsprung von circa zweieinhalb Minuten. An den ersten Anstiegen vor Bologna erhöhte Visma das Tempo.
Anschließend sorgte der Kampf um Positionen vor dem ersten Anstieg zur San Luca dafür, dass die Gruppe des Tages auf den ersten hundert Metern der steilen Straße zur Basilika gestellt wurde. Am Anstieg selbst war das Tempo im Hauptfeld jedoch nicht allzu hoch. Das nutzte Luke Plapp (Jayco – AlUla) für eine erste Attacke. Weitere fünf Fahrer schafften den Anschluss, darunter auch Pello Bilbao (Bahrain Victorious). Der Baske nutzte seine exzellenten Abfahrtkünste, um eine kleine Lücke zum Peloton zu etablieren.
In der Anfahrt zur zweiten Überquerung übernahm erneut Visma die Verantwortung. Kurz nach der nächsten Zieldurchfahrt waren Plapp und Co. gestellt. Wilco Kelderman (Visma – Lease a Bike) kontrollierte anschließend, bis es erneut zur San Luca hinaufging, wo Piganzoli attackierte. Es folgten weitere Attacken von Weltmeister McNulty, Jorgenson und Healy. Obwohl sich nachhaltig kein Fahrer allein absetzen konnte, hatte sich nun eine Spitzengruppe um Pidcock, Jorgenson, Healy, Onley sowie dem UAE-Duo Yates und McNulty gebildet.
Das Streckenprofil des Giro d’Emilia 2026. | Foto: Veranstalter
Am kurzen Gegenanstieg in der technisch anspruchsvollen Abfahrt zurück nach Bologna konnte eine Verfolgergruppe aufschließen. An der vorletzten Auffahrt setzte sich jedoch zunächst Jorgenson ab. Yates versuchte, die Lücke zu schließen, doch kurz vor dem Ende des Steilstücks schlossen Healy und Onley zum US-Amerikaner auf, während der Brite abreißen lassen musste. Weltmeister McNulty fiel etwas weiter zurück. Das Trio ging mit einem kleinen Vorsprung von weniger als zehn Sekunden auf die Schlussrunde. Schnell konnten Pidcock und Piganzoli aufschließen.
Am Gegenanstieg hielten Jorgenson und Healy das Tempo an der Spitze hoch, Pidcock und Piganzoli hielten geradeso mit. Eine vierköpfige Verfolgergruppe um McNulty, Thymen Arensman (Netcompany – Ineos), Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Michael Storer (Tudor) lag vor dem Schlussanstieg bereits über eine halbe Minute zurück. Im steilsten Teil der Abfahrt nutzte das Visma-Team erneut seine numerische Überlegenheit und attackierte mit Piganzoli.
Dahinter wiederholte Jorgenson seine Rolle bei der WM in Montreal und blockte die Tempoarbeit zwischen Pidcock, Arensman und Healy. Piganzoli begann den Schlussanstieg mit einem Vorsprung von etwa 15 Sekunden, lediglich Pidcock sorgte für die Nachführarbeit, hatte jedoch Jorgenson direkt am Hinterrad. Der Italiener konnte den Abstand vor dem steilsten Abschnitt weiter vergrößern. Etwa 500 Meter vor dem Ziel zog Onley dann an, Pidcock konnte sogar noch einen Gang höher als sein Landsmann schalten. Doch die Attacken kamen zu spät und Piganzoli konnte bereits vor der Ziellinie mit dem Jubeln beginnen.
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